Papst zeigt Sorge um Glaubensweitergabe in Uruguay
In seiner ersten Messe in Uruguay hat Papst Leo XIV. die Katholiken des Landes zu Gemeinschaft und zur Weitergabe des Glaubens an künftige Generationen aufgerufen. Dazu sei "kreativer Mut" nötig, sagte er am Samstag in Paysandú. Damit sich die "Samen des Evangeliums" entfalten könnten, brauche es weiterhin Glaubensunterweisung für Kinder und Jugendliche, aber auch Begleitung von Familien und älteren Menschen. Uruguay ist das am stärksten säkularisierte Land Südamerikas. Der Vatikan gibt den Anteil der katholisch Getauften mit 77 Prozent an. In Umfragen bezeichnet sich nur etwa ein Drittel der Bevölkerung als katholisch; knapp die Hälfte sieht sich als nichtreligiös.
Leo XIV. hatte am Freitag in Uruguays Hauptstadt Montevideo einen elftägigen Südamerika-Besuch begonnen, der auch Argentinien und Peru umfasst. Am Samstag reiste er für einen Tag nach Paysandú, das mit knapp 100.000 Einwohnern zu den größten Städten Uruguays zählt und an der Grenze zu Argentinien liegt.
Abendgebet im Stadion
Bei dem Gottesdienst mit mehreren tausend Menschen im Park von Paysandú begrüßte der Papst auch Pilger aus den Nachbarländern. Er erinnerte an Jacinto Vera (1813-1881), der als Bischof von Montevideo dreimal das Staatsgebiet Uruguays zu Pferd durchquerte. Die Botschaft, die die Kirche verkünde, gehöre nicht ihr selbst, so der Papst. "Heute ist es an uns, das Erbe fortzuführen."
Am Samstagnachmittag (Ortszeit) wollte Leo XIV. in Montevideo Mitglieder des lange von ihm geleiteten Augustinerordens sowie pensionierte Priester treffen und ein kirchliches Sozialzentrum besuchen. Danach stand eine Rede an der Katholischen Universität von Uruguay auf dem Programm. Das von Jesuiten geführte Institut hat nach dessen Angaben derzeit rund 8.000 Studierende. Abschließend sollte der Papst ein Abendgebet im Centenario-Fußballstadion halten.