Starke Regenfälle führen zu weiteren Schäden am Papstpalast
Starker Regen hat in den vergangenen Tagen die bereits angegriffenen Dächer des Apostolischen Palastes im Vatikan weiter beschädigt. Wie die Zeitung "Messaggero" (Dienstag) berichtet, ist erneut Wasser in die Sala Regia (Königssaal) eingedrungen. Das müsse Besorgnis erregen, da schon beim letzten Mal Stuckteile von der Decke gefallen seien. Experten befürchteten damals, dass Staunässe auch in darüber liegende, jahrhundertealte Eichenbalken eingedrungen sein könnte. Bereits Anfang vergangenen Jahres war ein Wasserschaden im Apostolischen Palast festgestellt worden.
In der Sala Regia hat der Papst in der Vergangenheit etwa Botschafter empfangen. Wegen des Feuchtigkeitsproblems wird der Saal mittlerweile nicht mehr für Audienzen genutzt; Restaurierungsarbeiten sind im Gange. Der etwa 40 mal 12 Meter große Königssaal liegt zwischen Paulinischer Kapelle, Sixtinischer Kapelle und Sala Ducale (Herzogssaal). Die Stuckarbeiten stammen von einem Raffael-Schüler, die Fresken von Künstlern wie Giorgio Vasari (1511-1574).
Der von 1508 bis 1519 errichtete Apostolische Palast dient als offizielle Residenz des Papstes in der Vatikanstadt. Er beherbergt neben den päpstlichen Gemächern Kapellen und Büros der römischen Kurie sowie Teile der Vatikanischen Museen. Papst Franziskus hatte sich nach seiner Wahl im Jahr 2013 entschieden, nicht in den Apostolischen Palast zu ziehen. Er wohnt weiterhin im Vatikanischen Gästehaus "Casa Santa Marta", wo sich sein Appartement befindet. Franziskus nutzt den Apostolischen Palast jedoch für den Empfang von Staatsgästen und besondere Audienzen. (stz/KNA)