Strahlender Papst Leo XIV. nimmt nach Krebs-OP erstes Bad in der Menge
Papst Leo XIV. ist bei der ersten Generalaudienz nach seiner Krebs-OP gefeiert worden. Als er am Mittwoch gegen 9:40 Uhr im Papamobil auf den Petersplatz fuhr, war der Jubel der Zehntausenden groß. Der 71-Jährige stand wie üblich in dem weißen Gefährt, segnete kleine Kinder, wandte sich lächelnd und winkend nach allen Seiten, machte Scherze mit den Menschen und klatschte sich mit einigen ab. Auf dem Platz ertönten laute Sprechchöre und Jubel, viele bekundeten ihre Sympathie für den Papst auf Transparenten. Trotz Regenschauern und Donners waren schon vor 8 Uhr Menschen vor den Petersdom geströmt.
Zu Beginn der Generalaudienz wandte sich der Papst direkt an die Menschen: "Die erste Sache, die ich euch sagen will: Danke. Danke für eure Unterstützung, für eure Gebete. Danke Gott für seine Großzügigkeit. Erneuern wir alle unser Vertrauen in die Güte und Barmherzigkeit Gottes." Bereits am Sonntag beim Mittagsgebet vom Fenster seiner Wohnung im Apostolischen Palast, etwa 25 Meter über dem Petersplatz, hatte er den Menschen für ihre Gebete gedankt. Ebenso hob er die Unterstützung durch das ärztliche Personal und das Pflege-Team während seiner Zeit in der römischen Gemelli-Klinik hervor.
Ansprache und Gesang mit fester Stimme
Leo XIV. war am 13. Oktober der rechte untere Lungenlappen entfernt worden, wo sich ein bösartiger Tumor gebildet hatte. Am Samstag wurde er aus der Klinik entlassen, weil seine Genesung laut den Ärzten gut verlief. Ergebnisse einer Biopsie, die Aufschluss über mögliche weitere Behandlungen geben sollen, waren bisher nicht bekannt. Leo XIV. trug seine Ansprache sowie die anschließenden Grüße an Pilger mit verschiedenen Sprachen mit fester Stimme vor; das Vaterunser nach dem Schlusssegen sang er wie üblich.
In seiner geistlichen Betrachtung unterstrich Leo XIV. die Rolle der Ehe als "unauflösliche Einheit" der Liebe und unbedingten Treue. Die Ehe sei auf die "Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft" hingeordnet, zitierte er das Dokument "Gaudium et spes" aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965). Weiter bekräftigte er das "Nein" der Kirche zur Abtreibung: "Das Leben muss, sobald es empfangen ist, mit größter Sorgfalt geschützt werden; Abtreibung und Kindestötung sind abzulehnen." Indem sie menschliches Leben weitergeben und erziehen, würden Eheleute zu "Mitarbeitern der Liebe Gottes", so Papst Leo XIV.