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Christof Haverkamp über die Zulassung zur Priesterweihe

Wo ein Papst nicht überzeugt hat

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Schachfigur
Bonn - Christof Haverkamp über die Zulassung zur Priesterweihe

In vielen Bistümern werden in wenigen Tagen Diakone zu Priestern geweiht – mal einer, mal zwei, mal fünf oder auch gar keiner. Die Zahl der Neupriester ist drastisch gesunken: 2015 waren es noch 51 Priesterweihen in ganz Deutschland. Seminare wurden geschlossen oder zusammengelegt. Und Hartmut Niehues, Vorsitzender der Regentenkonferenz, der die Leiter der Priesterseminare angehören, hat jetzt noch einmal bekräftigt, dass das bisherige System am Ende ist.

In dieser Situation werden Rufe lauter, den Kreis der Kandidaten zu erweitern – auf Frauen oder verheiratete Männer. Diese Debatte wird seit Jahrzenten geführt. Johannes Paul II. wollte sie beenden. In seinem Schreiben "Ordinatio sacerdotalis" vom Pfingstfest 1994 argumentierte er: Die Weihe von Frauen sei prinzipiell nicht zugelassen, weil Jesus nur Männer zu Aposteln wählte, weil die Tradition der Kirche anders aussieht und weil das Lehramt am Ausschluss von Frauen zur Weihe festhält.

Johannes Paul II. hat nicht alle überzeugt. Ihm ist es nicht gelungen, die Diskussion zu stoppen. Für die Priesterweihe von Frauen haben sich kürzlich der Münsteraner Dogmatik-Professor Michael Seewald und die Journalistin Christiane Florin ausgesprochen. Auch so mancher Priester befürwortet diesen Vorschlag. Ob das der Königsweg ist? Andere befürchten eine Kirchenspaltung oder wittern gar eine Anpassung an den Zeitgeist. Doch ein schlichtes Weiter-so kann es nicht geben. Mit weiteren Fusionen von Gemeinden ist das Problem nicht zu lösen.

Doch es wäre falsch, bei der Frage der Zulassung zur Priesterweihe stehen zu bleiben. Denn einen Mangel erlebt die Kirche nicht nur an Priesterkandidaten, sondern auch an Gläubigen. Das sollte kein Anlass zur Resignation sein, sondern dazu herausfordern, nach Lösungswegen zu suchen. Was hat Gott mit seiner Kirche vor? Wie kann der Glauben einladend wirken? Wie lebendig leben wir unseren Glauben vor? Das sollten auch Leitfragen sein. Mit dem Wandel umzugehen, wird eine Daueraufgabe bleiben.

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