Menschen

"Als Christ handle ich nach den zehn Geboten"

Unternehmer Claus Hipp über seinen Glauben und die Schöpfung

Pfaffenhofen - 23.01.2016

Der Werbeslogan "Dafür stehe ich mit meinem Namen" hat ihn deutschlandweit bekannt gemacht. Claus Hipp leitet seit fast 50 Jahren den gleichnamigen Nahrungsmittel- und Babykosthersteller. Dabei legt er besonders viel Wert auf Nachhaltigkeit. Im Interview mit katholisch.de spricht Hipp über seinen Glauben, Papst Franziskus und die Bewahrung der Schöpfung.

Frage: Herr Hipp, seit fast 50 Jahren leiten Sie ein Unternehmen für Babynahrung, für das Sie laut Werbeslogan "mit ihrem Namen stehen". Aber wofür steht der Name Hipp?

Hipp: Für Produkte in höchster Bio-Qualität. Für nachhaltiges Handeln jenseits von Modeerscheinungen. Für ein Unternehmertum nach christlichen Werten.

Frage: Ihr Unternehmen hat bereits früh auf den ökologischen Landbau gesetzt. Was bedeutet Ihnen das Thema Nachhaltigkeit?

Hipp: Nachhaltigkeit bedeutet, der Natur nur so viel zu entnehmen, wie auch wieder nachwachsen kann. Wenn wir uns an diesen Grundsatz halten, dann gibt es auch für unsere Kinder und Enkel eine lebens- und liebenswerte Zukunft. Wenn wir uns daran nicht halten, dann haben wir früher oder später keine Lebensgrundlage mehr. Nachhaltiges Handeln ist die Konsequenz aus der Achtung vor der Schöpfung.

Unternehmer Claus Hipp setzt auf Nachhaltigkeit - wie hier bei einer Baumpflanz-Aktion "Ein Baum für Ihr Baby!".  Hipp

Frage: Sie haben einmal gesagt, ihre Mutter habe Sie in der Verantwortung zur Schöpfung erzogen. Was bedeute das genau?

Hipp: Sie hat mir den Unterschied gezeigt zwischen dem achtlosen Vorbeigehen und dem bewussten Wahrnehmen der Schönheit der Natur. Heute gibt es pädagogisch ausgefeilte Theorien, mit welcher Methodik man Kindern am besten Werte vermittelt. Meine Mutter hat das ganz praktisch und von Herzen gemacht. Sie hat mir als Bub zum Beispiel die Blumen am Wegesrand gezeigt und ist nicht einfach mit mir daran vorbeigegangen. Das hat mich sehr geprägt.

Frage: Die Bewahrung der Schöpfung ist auch ein Kernthema des amtierenden Papstes. Was halten Sie als praktizierender Katholik von Franziskus?

Hipp: Der Papst ist der oberste Hirte und Vertreter Christi auf Erden. Auf diesem Fels steht unsere Kirche. Dieses Amt erfüllt Franziskus mit Würde, Authentizität und gelebtem Glauben, der Vorbildcharakter hat. Nicht nur als praktizierender Katholik, sondern auch als Hersteller biologisch erzeugter Lebensmittel finde ich es gut, dass er die Umwelt-Enzyklika "Laudato si" herausgegeben hat. Was er darin sagt, befürworte ich. Auch sein Fokus auf gelebte Nächstenliebe gefällt mir gut. Dadurch ist er ein nahbarer Papst, der heiliger Vater und Mensch gleichermaßen ist.

Frage: Als Unternehmer muss man manchmal hart durchgreifen und beispielsweise Mitarbeiter entlassen. Wie lässt sich das mit der christlichen Nächstenliebe vereinbaren?

Hipp: Der Begriff "hart durchgreifen" führt hier vielleicht etwas in die Irre. Als Unternehmer muss ich das große Ganze im Blick behalten, trage Verantwortung für die Belegschaft insgesamt. Unternehmerische Entscheidungen müssen nachhaltig wirksam sein und im Interesse eines langfristigen Fortbestehens der Firma getroffen werden. Insofern können auch vermeintlich unangenehme Entscheidungen eben gerade im Namen der Nächstenliebe stehen. Das heißt aber nicht, dass es immer leicht war, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Themenseite: Enzyklika "Laudato si"

Am 18. Juni 2015 wurde die Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus veröffentlicht. Sie beschäftigt sich vorrangig mit ökologischen Fragen. Katholisch.de hat alles Wichtige rund um das Schreiben zusammengestellt.

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Frage: Was zeichnet für Sie christliche Ethik und Moral aus?

Hipp: Vor allem die Nächstenliebe, aber auch der Glaube an die Möglichkeit der Vergebung der Sünden.

Frage: Machen Sie als christlicher und gläubiger Unternehmer irgendetwas anders als andere?

Hipp: Als Christ handle ich nach den zehn Geboten.

Frage: Welche Rolle spielt der Glaube für Sie ganz persönlich?

Hipp: Er gibt mir Sicherheit. Glauben heißt, von etwas überzeugt zu sein, auch ohne Wissen, ohne, dass die fünf Sinne es bestätigen. Er macht mir bewusst, dass alle Menschen glauben können, wenn sie denn nur wollen, egal, welche äußeren Umstände sie prägen. Das hat etwas Beruhigendes und Stärkendes.

Frage: Wie leben Sie ihn im Alltag?

Hipp: Er leitet mich, egal, was ich gerade tue oder denke, denn ich trage ihn in mir. Zum anderen natürlich auch durch Regelmäßigkeiten wie dem allmorgendlichen Gang zur Wallfahrtskirche Herrnrast, deren Mesner ich bin, den sonntäglichen Besuch der Heiligen Messe, oder das tägliche Gebet. 

Frage: Haben Sie schon einmal an Gott gezweifelt?

Hipp: Nein.

Von Björn Odendahl

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