Bischof Bode zu "Viri probati": Dann fragen wir auch!

Schon lange wird spekuliert: Lässt der Papst nach der Amazonien-Synode 2019 verheiratete Priester für das Gebiet zu? Falls ja, wird das Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode aber nicht reichen.

Priesterweihe | Bonn - 24.04.2018

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode rechnet damit, dass die deutschen Bischöfe den Vatikan um eine Zulassung von verheirateten Männern zum Priesteramt bitten, falls der Papst im nächsten Jahr für das Amazonas-Gebiet die Weihe von "Viri probati" genehmigt. In einer am Montagabend ausgestrahlten ARD-Dokumentation über Priestermangel sagte Bode, wenn irgendwo in der Welt diese Möglichkeit gegeben sei, dann werde man sagen: Wenn das grundsätzlich gehe, dann müsse das auch in Situationen gehen, in denen die Not zwar anders, aber auch groß sei.

Bode bezog sich auf die von Papst Franziskus für Oktober 2019 einberufene Amazonien-Synode. Bereits seit längerem wird spekuliert, dass die Zulassung von bewährten verheirateten Männern Thema der Synode sein könnte. Franziskus selbst hatte im März 2017 im Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" erklärt: "Wir müssen darüber nachdenken, ob 'Viri probati' eine Möglichkeit sind. Dann müssen wir auch bestimmen, welche Aufgaben sie übernehmen können, zum Beispiel in weit entlegenen Gemeinden." Im Januar betonte auch der Präfekt der vatikanischen Kleruskongregation, Beniamino Stella, dass man die Weihe von verheirateten, im Gemeindeleben bewährten Männern zu Priestern in bestimmen Regionen als mögliche Option prüfen wolle.

Im Amazonas-Gebiet sind die Folgen des Priestermangels besonders drastisch. Wenige Katholiken leben hier auf einer riesigen Fläche verteilt in oft extrem weit voneinander entfernten Gemeinden. Auch für Bischof Bode ist deshalb klar, dass man eine Zulassung von "Viri probati" für Deutschland nicht genauso wie für das Amazonas-Gebiet begründen könne. Dennoch "werden wir auch danach fragen müssen. Das ist ja ganz klar", so Bode in der Dokumentation mit dem Titel "Kirche ohne Priester".

In Deutschland ist die Zahl der Priesterweihen in den vergangenen Jahren konstant niedrig. 2017 wurden insgesamt nur noch 76 Priester geweiht, 2000 waren es noch etwa doppelt so viele, nämlich 154. Als die Deutsche Bischofskonferenz diese Zahl 1962 erstmals bundesweit erhob, gab es sogar noch 557 Priesterweihen. In vielen deutschen Diözesen sucht man deshalb mittlerweile nach alternativen Leitungsmodellen für Pfarreien, um den Priestermangel zu kompensieren. (tja/bod)

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