Bischof Oster: Mehr Segensfeiern statt Trauungen

Vielen Brautpaaren ist laut Bischof Oster nicht klar, was eine sakramentale Trauung bedeutet. Er spricht er sich für eine andere Form aus – auch um Probleme an ganz anderer Stelle zu vermeiden.

Trauung | Passau - 11.03.2017

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat sich dafür ausgesprochen, kirchliche Hochzeiten häufiger durch einfache Segensfeiern zu ersetzen. "In diese Richtung sollten wir denken", sagte Oster der Deutschen Presse-Agentur. Denn vielen Brautpaaren sei nicht klar, was eine sakramentale Trauung bedeute. Die kirchliche Ehevorbereitung müsse deutlich besser werden.

"Wir bereiten jedes Kommunionkind und jedes Firmkind monatelang auf das Sakrament vor - und bei der Ehevorbereitung genügt es im Grunde, wenn man einmal mit dem Pfarrer spricht und hofft, dass er dabei nicht zu viele peinliche Fragen stellt", erklärte Oster. Die Kirche schaffe sich damit große Probleme an anderer Stelle, nämlich bei der Frage, ob wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion gehen dürfen.

Die deutschen Bischöfe haben in der Debatte um Wiederverheiratete im Februar ihre Position zum Lehrschreiben "Amoris Laetitia" verdeutlicht. Im Einzelfall sei demnach der Empfang von Beichte und Eucharistie erlaubt. Allerdings könnten "nicht alle Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind", ohne Unterscheidung die Sakramente empfangen. Bischof Oster betonte im Nachgang die Ausnahmeregelung für den Sakramentenempfang. (dpa/jcm)

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