Bischof Voderholzer wegen "Fantasiekostüm" abgewiesen

Das ist Bischof Rudolf Voderholzer wohl noch nie passiert: Bei der "Landshuter Hochzeit" wurde er schon am Eingang abgewiesen. Der Grund: Seine Soutane – denn "Fremdkostümierungen" sind bei dem Volksfest verboten.

Buntes | Landshut/Bonn - 21.07.2017

Fast wäre der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer schon am Eingang eines bayerischen Volksfestes abgewiesen worden: Der Sicherheitsdienst der "Landshuter Hochzeit" hielt seine Soutane für ein "Fantasiekostüm" und verwehrte ihm zunächst den Eintritt, wie die Landshuter Wochenzeitung "Wochenblatt" berichtet.

Zunächst seien der Bischof und der ihn begleitende Ortspfarrer, Alfred Wölfl, für Mitwirkende des auf eine historische Begebenheit zurückgehenden Festes gehalten worden. Doch es stellte sich heraus: Der Herr in schwarz ist gar kein Mitwirkender! Auf dem Festplatz haben "Fremdkostümierte", so das "Wochenblatt", keinen Zutritt. Diese Regel wollte der Ordner am Eingang durchsetzen. "Wir haben ihm dann erklärt, dass das die Dienstkleidung eines Bischofs ist", so der Pfarrer der Landshuter Pfarrei St. Pius. "Das kann ja jeder sagen", soll der Ordner entgegnet haben. Doch kein Problem für die Geistlichen: "Wir haben schließlich unsere Dienstausweise vorgezeigt, damit war das Thema dann auch erledigt".

"Noch nie erlebt"

Der Ordner, dem sein Irrtum sichtlich peinlich gewesen sei, habe sich anschließend entschuldigt, erzählt Pfarrer Wölfl: "Wir haben dann selber lachen müssen." Gegenüber dem "Wochenblatt" bestätigte der Pressesprecher des Bistums den Vorfall, der sich bereits am vorvergangenen Sonntag ereignet hat: "Ich habe so etwas noch nie erlebt, dass man den Bischof nicht erkennt."

Die Veranstalter hätten auch Kardinal Reinhard Marx vorgewarnt, der eine Woche später eine Messe anlässlich des Volksfestes feierte. Tatsächlich erschien dieser Pressebildern zufolge auch im einfachen schwarzen Anzug mit Kollarhemd, ohne Soutane.

Die Landshuter Hochzeit ist ein mehrwöchiges Volksfest, das alle vier Jahre stattfindet. Es erinnert an die Hochzeit des bayerischen Herzogs Georgs des Reichen mit Hedwig Jagiellonica, der Tochter des polnischen Königs Kasimir IV. Andreas und wird seit 1903 gefeiert, als die wegen ihres Prunks legendäre Hochzeit erstmals von 145 Mitwirkenden nachgespielt wurde. Heute nehmen rund 2300 Darsteller in historischen Gewändern teil. (fxn)

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