Bistum Eichstätt rechtfertigt Diakonenweihe

2013 hat ein Priesteramtskandidat im Zusammenhang mit einer Debatte um Rassismus- und Antisemitismus-Vorwürfe ein Priesterseminar verlassen müssen. Das Bistum Eichstätt rechtfertigt nun dessen Diakonenweihe.

Seelsorge | Eichstätt - 10.06.2017

Das Bistum Eichstätt hat die für Ende Juni geplante Diakonenweihe eines Kandidaten verteidigt. Die Zulassung sei nach einer "langen und intensiven Zeit der Prüfung" erfolgt, heißt es in einer Stellungnahme des Bistums vom Wochenende. Anzeichen für eine rechtsradikale oder extremistische Gesinnung gebe es nicht.

Die Ankündigung, dass Bischof Gregor Maria Hanke am 24. Juni zwei Priesteramtskandidaten zu Diakonen weiht, hatte für Schlagzeilen gesorgt. Einer von ihnen hatte 2013 im Zusammenhang mit einer Debatte um Rassismus- und Antisemitismus-Vorwürfe das Würzburger Priesterseminar verlassen müssen. Dort werden Seminaristen aus den Diözesen Würzburg und Bamberg ausgebildet.

Hitlergruß und KZ-Witze

Als Konsequenz aus den Vorfällen in Würzburg hatten damals Diözesanbischof Friedhelm Hofmann und der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick entschieden, dass zwei angehende Priester ihre Ausbildung nicht fortsetzen durften. Ihnen wurde vorgeworfen, im Bierkeller des Seminars Adolf Hitler parodiert zu haben, mindestens einmal mit dem Hitlergruß. Ferner habe der Würzburger ein Konzert der umstrittenen Band "Frei.Wild" besucht, mit deren Texten er sich nicht kritisch habe auseinandersetzen wollen. Der Bamberger Seminarist habe mindestens drei KZ-Witze erzählt, hieß es.

Die Ereignisse hätten den Neustart des Mannes als Priesteramtskandidat im Erzbistum Bamberg belastet, erklärte das Bistum Eichstätt. Die Entscheidung für Eichstätt sei im Kontakt zwischen den beiden Bistümern erfolgt. Nachdem der Betroffene bereits vor seinem Theologiestudium zwei Jahre in Eichstätt studiert habe, habe er ab 2014 ein einjähriges Orientierungspraktikum in einer Pfarrei der Diözese absolviert. In dieser Zeit sei er in einem therapeutischen Prozess zur Aufarbeitung der Würzburger Vorfälle gewesen und habe in einer Wohngemeinschaft mit einem syrisch-muslimischen Asylbewerber gelebt.

Als Pastoralpraktikant und Mitarbeiter in der Seelsorge ab Herbst 2016 habe sich der Seminarist bewährt, so das Bistum. Seine Vorgesetzten und Begleiter während der Vorbereitungszeit sprächen ihm ein "durchwegs und uneingeschränkt positives Urteil" aus. Sie bestätigten Ergebnisse psychologischer und juristischer Gutachten, wonach der Kandidat der für jeden kirchlichen Dienst unerlässlichen Vorgabe entspreche: "Antisemitismus hat in der Kirche keinen Platz, jede Form von Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Extremismus ist mit dem Christentum nicht vereinbar." (KNA)

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