De Maizière ist offen für muslimischen Feiertag

Zur Einführung eines muslimischen Feiertags in Deutschland zeigt sich Innenminister Thomas de Maizière gesprächsbereit. In seiner Rede sprach er zugleich über die Zukunft der christlichen Feiertage.

Politik | Wolfenbüttel - 11.10.2017

Der scheidende Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat sich aufgeschlossen gegenüber der Einführung eines muslimischen Feiertags in Deutschland gezeigt. "Ich bin bereit darüber zu reden", sagte de Maizière laut der Nachrichtenseite "RegionalBraunschweig.de" am Montag bei einer Rede in Wolfenbüttel. Der Minister brachte das Beispiel Allerheiligen: Es sei dort ein Feiertag, wo viele Katholiken lebten, anderswo hingegen nicht. "Wo es viele Moslems gibt: Warum kann man nicht auch mal über einen muslimischen Feiertag reden?"

Mangelndes Glaubenswissen

Das Leben in Deutschland sei nach wie vor christlich geprägt, sagte de Maizière weiter. Auch wenn es hierzulande nicht mehr so viele Christen gebe wie früher, sei etwa das Ortsbild zumeist von Kirchen bestimmt. "Wenn Sie über die Landstraßen fahren und fahren auf ein kleines Dorf zu, was sehen Sie denn als erstes? Doch nicht die 'McDonald's'-Filiale." Entsprechend seien auch die Feiertage in Deutschland generell christlich geprägt, und "das soll auch so bleiben". Das Hauptthema der Rede de Maizières war die deutsche "Leitkultur", die er selbst kürzlich wieder ins Gespräch gebracht hatte.

Zugleich bemängelte der Minister ein mangelndes Glaubenswissen. "Ich weiß nicht, ob Sie Ihren Kindern flüssig sagen können, was an Buß- und Bettag eigentlich der religiöse Inhalt ist", so de Maizière gegenüber seinen Hörern. "Oder Pfingsten, ob Sie so ganz genau wissen, was da mit dem Heiligen Geist los war?"

Die Einführung muslimischer Feiertage in Deutschland steht bereits seit längerem zur Debatte. Im Jahr 2013 hatte etwa der Zentralrat der Muslime in Deutschland gefordert, dass die Bundesländer per Gesetz zwei feste islamische Feiertage einführen sollen. Der Verband bezeichnete dies als "wichtiges integrationspolitisches Zeichen". Teile der SPD-Fraktion im Bundestag zeigten sich damals gesprächsbereit, während die Unionsparteien einen solchen Feiertag ablehnten. Vor der Bundestagswahl im September forderte die "Linke" erneut muslimische, staatlich geschützte Feiertage in ihrem Wahlprogramm. (tmg)

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