"Dicht, umfangreich und nachdenklich stimmend"

Kardinal Karl Lehmann hat das soeben von Papst Franziskus vorgelegte Schreiben "Amoris laetitia" über Ehe und Familie gewürdigt. Den darin beschriebenen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen bezeichnete er als "großen Wurf".

Familiensynode | Mainz - 12.04.2016

Als ein dichtes, umfangreiches und nachdenklich stimmendes Dokument, das sorgfältige Besinnung verlange, hat Kardinal Karl Lehmann das soeben von Papst Franziskus vorgelegte Schreiben "Amoris laetitia" über Ehe und Familie gewürdigt.

Den darin enthaltenen Abschnitt über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen in der katholischen Kirche nennt Lehmann in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Beitrag für die Mainzer Bistumszeitung "Glaube und Leben" einen "großen Wurf".

Der Kardinal weist darauf hin, dass bereits im Titel dieses Abschnitts die "drei Grundhaltungen" benannt würden, auf die es dem Papst ankomme: "Die Zerbrechlichkeit begleiten, unterscheiden und eingliedern". Lehmann führt aus, der Papst verlange von allen, von den betroffenen Mitchristen, den Seelsorgern, aber auch von allen Begleitern ein intensives Mitgehen, "das weit über unsere bisherigen Fähigkeiten hinausgeht". Dies betreffe viele Aufgaben der Bischofskonferenzen, der Diözesen, der Aus- und Fortbildung.

Der Papst frage sich immer wieder, so Lehmann, "ob wir diesen Aufgaben gewachsen sind". Das gelte nicht nur den Seelsorgern, sondern berühre auch die Bereitschaft aller, diesen oft mühsamen Weg mitzugehen, der auch die Umkehr einschließe. Lehmann wörtlich: "Trauen wir uns dies zu? Das ist die Frage." (KNA)

Linktipp: "Ermutigung und Begleitung statt strikter Verbote"

Was bedeutet das nachsynodale Schreiben "Amoris laetitia" für das kirchliche Eheverständnis? Und wie sind die Aussagen zu Wiederverheirateten und zur Homosexualität zu deuten? Der Mainzer Moraltheologe Stephan Goertz nimmt eine erste Einordnung vor.

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