Die Kirche zählt (auf) Sie!

Gläubige, die an diesem Sonntag an der heiligen Messe teilnehmen, werden Teil der kirchlichen Jahresstatistik. Am sogenannten Zählsonnntag werden bundesweit die Gottesdienstbesucher gezählt.

Kirche | Berlin - 10.11.2017

Jedes Jahr im Juli veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz Zahlen zum kirchlichen Leben in Deutschland. Neben Daten zu den Sakramenten und den Kircheneintritten, Wiederaufnahmen und Kirchenaustritten wird dabei auch die Zahl der Gottesdienstbesucher in den Bistümern veröffentlicht. Aktueller Spitzenreiter in dieser Statistik ist das Bistum Görlitz, wo zuletzt mehr als 20 Prozent der Katholiken einen Gottesdienst besuchten.

Gezählt werden die Gottesdienstbesucher bundesweit an sogenannten Zählsonntagen, das nächste Mal an diesem Sonntag. Katholisch.de erklärt, was es mit den Zählsonntagen auf sich hat, wie sie organisiert werden und welche Daten an diesen Tagen in den Kirchen erhoben werden.

Seit wann gibt es die Zählsonntage?

Zahlen zu den Gottesdienstbesuchern in Deutschland gibt es bereits seit 1927. Durch Beschlüsse der Bischofskonferenz – bei der Frühjahrs-Vollversammlung 1969 und durch den Ständigen Rat im April 1992 – wurden die Zählungen bundesweit vereinheitlicht. Seitdem werden zweimal im Jahr an den sogenannten Zählsonntagen in allen Bistümern die Gottesdienstbesucher gezählt.

Linktipp: Transparenz ist Trumpf

Fällt der Begriff Kirchenstatistik, dann denken die allermeisten wohl an die jährlich veröffentlichten Kirchenaustritte. Doch Andreas Rogozinski verbindet viel mehr mit dem Begriff: Denn er ist bei der Deutschen Bischofskonfernez zuständig für die amtliche Statistik. (Artikel von September 2015)

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Wann finden die Zählsonntage statt?

Die Zählung der Gottesdienstbesucher findet an zwei bundesweit einheitlichen Sonntagen und in den dazugehörigen Vorabendmessen statt. Im Frühjahr werden die Zahlen jeweils am zweiten Fastensonntag erhoben, im Herbst jeweils am zweiten Sonntag im November. Die Zählung findet bewusst an "normalen" Sonntagen statt – und nicht an Hochfesten oder anderen bedeutenden Tagen im Kirchenjahr mit vielen Gottesdienstbesuchern –, um möglichst realistische Zahlen zu erfassen. Nach Aussage der Bischofskonferenz hat sich das Zählverfahren bewährt und eine Änderung des gemeinschaftlichen Verfahrens wird derzeit nicht angestrebt.

Wie werden die Zählsonntage organisiert?

Organisation und Ablauf der Zählsonntag obliegen den einzelnen Pfarrgemeinden. Das bedeutet, dass die Zahlen der Gottesdienstbesucher in allen Kirchen der Bistümer dezentral erhoben werden. Auf diözesaner Ebene gibt es jeweils einen Mitarbeiter, der als Ansprechpartner für Fragen rund um die Zählsonntage zur Verfügung steht.

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"Die Gottesdienstbesucher" - ein Beitrag der Serie "Rund um den Gottesdienst".
 katholisch.de

Welche Daten werden an den Zählsonntagen erhoben?

Neben der Anzahl der Teilnehmer an den Sonntagsgottesdiensten und den Vorabendmessen wird auch die Zahl der Gottesdienste in den Kirchen erhoben. Weitere Daten werden nicht erfasst.

Was passiert mit den erhobenen Daten?

Die an den Zählsonntagen erhobenen Daten werden von kirchlichen Mitarbeitern in den Erhebungsbogen der kirchlichen Statistik eingetragen und fließen in die bundesweiten Zahlen zum kirchlichen Leben ein, die einmal im Jahr von der Bischofskonferenz veröffentlicht werden. In einzelnen Fällen können die Daten auch bei strukturellen Veränderungen in den Bistümern Berücksichtigung finden.

Von Steffen Zimmermann

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