Domspatzen: Kardinal Müller will nichts mehr sagen

Am Mittwoch wurde ein Zwischenbericht zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle bei den Domspatzen vorgestellt. Dazu will sich der ehemalige Regensburger Bischof Kardinal Müller offenbar nicht mehr äußern.

Missbrauch | Regensburg/Vatikanstadt - 13.10.2016

Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks (BR) will sich der ehemalige Regensburger Bischof und jetzige Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, nicht zu den neuen Entwicklungen bei der Aufklärung von Misshandlungen und Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen äußern. Die Angelegenheit betreffe Müller heute nicht mehr, ließ die Kongregation den BR nach dessen Angaben am Donnerstag wissen. Als Bischof von Regensburg habe er 2010 mit einem Hirtenbrief die Aufklärung in die Wege geleitet und bei seiner Berufung nach Rom 2012 sämtliche Unterlagen seinem Nachfolger hinterlassen, berichtete der BR weiter unter Berufung auf die Antwort der Glaubenskongregation.

Anerkennung für die Aufarbeitung

Müllers Nachfolger in Regensburg, Bischof Rudolf Voderholzer, war am Mittwoch erstmals gemeinsam mit Betroffenen in der Öffentlichkeit aufgetreten und hatte einen Zwischenbericht vorgestellt sowie weitere Maßnahmen für eine "effektive und nachhaltige Aufklärung" der Fälle. Im Zuge der Aufarbeitung der Misshandlungs- und Missbrauchsfälle bei dem weltberühmten Knabenchor haben sich bisher 422 mögliche Opfer gemeldet. Alexander Probst und Peter Schmitt als Vertreter der Opfer äußerten sich anerkennend zur Rolle Voderholzers bei der Aufarbeitung und kündigten an, sie würden gerne auch mit Kardinal Müller sprechen.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, würdigte ebenfalls den Zwischenbericht und den Stand der Aufarbeitung. Zugleich äußerte er den Wunsch, dass das heutige Vorgehen der Regensburger Bistumsleitung "auch im Vatikan die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient, insbesondere beim Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller". (KNA)

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