Liturgie

Fußwaschung an Frauen offiziell erlaubt

Bischofskonferenz hat Änderung des Ritus veröffentlicht

Bonn - 01.03.2016

Künftig sind auch in den katholischen Gemeinden Deutschlands Frauen offiziell zur Fußwaschung in der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag zugelassen. Eine entsprechende Änderung des Ritus wurde jetzt in Amtsblättern der Bistümer veröffentlicht.

Bereits im Januar hatte Papst Franziskus das symbolträchtige Ritual für Frauen offiziell geöffnet. Auf Wunsch des Papstes veröffentlichte die vatikanische Gottesdienstkongregation einen Erlass, wonach Priester nicht mehr nur Männern und Jungen die Füße waschen sollen. Damit solle "die volle Bedeutung" der Geste zum Ausdruck kommen, die Jesus beim Abendmahl an seinen Jüngern vollzogen habe, so Franziskus. Es handele sich um ein Symbol des Dienens und der Demut.

Unmut in konservativen Kreisen

Franziskus hatte bereits in den vergangenen Jahren die Fußwaschung während der Abendmahlsmesse bei Männern und Frauen vollzogen und damit in konservativen Kreisen Unmut ausgelöst. Der Vatikan hatte jedoch betont, es handele sich dabei um eine Ausnahme. Franziskus wolle nicht das Kirchenrecht brechen. Die Päpste vor ihm hatten gemäß der Tradition jeweils zwölf Priester für den liturgischen Akt bestimmt.

Papst Pius XII. hatte 1955 das jahrhundertealte, ursprünglich am Gründonnerstagmorgen vollzogene Ritual als möglichen Bestandteil der Abendmahlsmesse festgeschrieben. Im Römischen Messbuch von 1970 war ausdrücklich nur von männlichen Teilnehmern die Rede. Das bestätigte 1988 ein Rundschreiben der Gottesdienstkongregation mit dem Titel "Über die Feier von Ostern und ihre Vorbereitung". In Deutschland und anderen Ländern war es bereits bisher in vielen Gemeinden üblich, an dem Ritual auch Frauen zu beteiligen. (KNA)

Linktipp: Das letzte Abendmahl

Am Gründonnerstag gedenken die Christen des letzten Abendmahls, das Jesus mit seinen Jüngern hielt und damit die Eucharistie einsetzte. Die Gottesdienste werden häufig mit einer Fußwaschung verbunden. Das hat einen besonderen Grund.

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