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Das letzte Abendmahl

An diesem Tag gedenken die Christen des letzten Abendmahls, das Jesus mit seinen Jüngern hielt und damit die Eucharistie einsetzte. Die Gottesdienste zu Gründonnerstag werden häufig mit einer Fußwaschung verbunden.

Gründonnerstag | Bonn - 01.02.2015

Am Gründonnerstag gedenken die Christen des letzten Abendmahls, das Jesus mit seinen Jüngern hielt und damit die Eucharistie einsetzte, wie wir sie heute kennen. Die Gottesdienste zu Gründonnerstag werden häufig mit einer Fußwaschung verbunden. Dabei wäscht der Priester zwölf Gemeindemitgliedern die Füße – als Symbol dafür, dass Jesus seinen Jüngern die Füße wusch, und als Aufruf zur tätigen Nächstenliebe.

Mit dem Gründonnerstag beginnt das Leiden und Sterben Jesu, die Passion. Nach der Messe werden deshalb häufig Blumen, Schmuck und Kerzen aus der Kirche entfernt. Nachtwachen oder Gebetsnächte am späten Abend widmen sich dem Geschehen auf dem Ölberg und der Passion Jesu.

Bei der Fußwaschung handelt es sich um ein symbolträchtiges Geschehen, das auch als "Liebestat des Herrn" bezeichnet wird. Die Waschung symbolisiert die innere Reinheit der Teilnehmer am eucharistischen Mahl, sie mahnt aber auch zur gegenseitig dienenden Liebe. Das wird aus dem Evangelium nach Johannes deutlich (Jo 13,1-11): Jesus steht vom Mahl auf, legt das Oberhemd ab, gürtet sich ein Leinentuch um, gießt Wasser in eine Waschschüssel und beginnt, die Füße der Jünger zu waschen.

Waschung, Ölberg, Verrat

Mit dem Leinentuch wischt er sie trocken. Jesus gelangt zu Petrus, der sich von seinem Herrn nicht die Füße waschen lassen will. Jesus sagt: "Wenn ich dich nicht wasche, hast du keine Gemeinschaft mit mir." Daraufhin entgegnet Petrus: "Dann, Herr, nicht allein meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt."

Papst Benedikt XVI. wäscht einem Priester die Füße.
Papst Benedikt XVI. wäscht einem Priester die Füße.
 KNA

Die Fußwaschung steht als Mahnung zum Eifer dienender Liebe (Jo 13,12-20). "Wenn nun ich euch die Füße gewaschen habe, der Herr und Meister, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen", erläutert Jesus sein beispielhaftes Tun. "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr, und ein Gesandter nicht größer als der, der ihn gesandt hat." Jesus konkretisiert dies wenig später: "Wer aufnimmt, wen ich senden werde, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat." Darin wird deutlich, dass auch die Nächstenliebe letztlich ein Dienst an Gott ist.

Die Geschichte des letzten Abendmahls ist aber auch die des bevorstehenden Verrats durch Judas Ischariot. Jesus prophezeit den Jüngern beim Abendmahl: "Einer von euch wird mich verraten." (Jo 13,21) Das wird Judas sein, der die Gruppe auch wenig später verlässt. Seine treuen Apostel dagegen schickt Jesus mit der Aufforderung zur tätigen Nächstenliebe in die Welt:

"Ein neues Gebot gebe ich euch: dass ihr einander liebet; wie ich euch geliebt habe, sollt auch ihr einander lieben. Darin werden euch alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe habt untereinander." Dem folgen im Johannesevangelium die Abschiedsreden Jesu, gewissermaßen als gesprochenes Vermächtnis. Danach betet Jesus im Garten Getsemani am Fuße der Ölbergs, wo er noch in der Nacht verhaftet wird. Hier beginnt das Leiden und Sterben am Kreuze.

Mit Blick auf die Passion

Die Gottesdienste zum Gründonnerstag greifen das biblische Geschehen und seine Botschaft auf. So heißt es im katholischen Gesang- und Gebetbuch von 1975: "Das Evangelium von der Fußwaschung erinnert uns an den Dienst, den der Herr an uns tut und den auch wir einander leisten sollten. Deshalb bringen die Gläubigen zur Gabenbereitung ihre Spende für die Armen." Nach der Messe wird "der Leib des Herrn" in einer schlichten Prozession an den Ort getragen, wo er für die Kommunionspendung am Karfreitag aufbewahrt wird, heißt es weiter im Gesangbuch. "Die Gläubigen halten vor dem heute festlich geschmückten Tabernakel stille Anbetung."

Die Kirchenorgeln schweigen von nun an bis Ostern

Bis heute ist es ein verbreiteter Brauch, dass die Orgel vom Gloria in der Gründonnerstagsmesse bis zum Gloria in der Osternacht schweigt. Für diese Zeit werden auch die Altarschellen vielerorts durch Schall erzeugendes Gerät aus Holz ersetzt. Klappern und Rasseln übernehmen dann die Aufgabe von Schellen und Glöckchen.

Mit dem Gründonnerstag ist zudem eine Reihe von Volksbräuchen verbunden. So essen Menschen in vielen Regionen an Gründonnerstag etwas Grünes. Andernorts gab und gibt es Umzüge mit Klappern und Ratschen, die als Ersatz für die bis Ostersonntag schweigenden Kirchenglocken dienen. Ein weiterer Brauch ist es, bereits an Gründonnerstag Eier zu sammeln, die am Ostersonntag geweiht und danach an Familie, Freunde und Nachbarn verteilt werden. (sst/luk)

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Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger". Die Zeichentrickserie erklärt auf einfache und humorvolle Art zentrale Begriffe aus Kirche und Christentum. In dieser Folge geht es um die Eucharistie und ihre Bedeutung im christlichen Glauben.
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