Gekreuzigte "Star Wars"-Figur in Kirche erregt Ärger

War hier die dunkle Seite der Macht am Werk? In einer Londoner Kirche wird derzeit eine Figur aus "Star Wars" am Kreuz gezeigt. Während die Gläubigen protestierten, rechtfertigen sich die Veranstalter.

Kunst | London/Bonn - 14.03.2018

Die Statue eines gekreuzigten "Star Wars"-Sturmtrupplers in einer Londoner Kirche hat den Unmut der Gläubigen erregt. Laut Medienberichten vom Dienstag ist das Kunstobjekt Teil der Ausstellung "Stations of the Cross" ("Kreuzweg"), die derzeit in der anglikanischen Kirche St. Stephen Walbrook in der Londoner Innenstadt zu sehen ist. Ursprünglich war die lebensgroße Statue demnach gut sichtbar im Eingangsbereich der Kirche platziert worden. Nach Protesten von Kirchgängern habe sie einen weniger prominenten Platz im hinteren Bereich des Gotteshauses erhalten, hieß es weiter. Die Sturmtruppen (englisch: Stormtroopers) kämpfen in der "Star Wars"-Saga auf der Seite des bösen Imperiums.

Der Rektor der Kirche, Reverend Jonathan Evens, verteidigte das Kunstobjekt: Die Bilder der Ausstellung sollten bewusst "zum Nachdenken anregen"; Aufgabe der Künstler sei es gewesen, sich mit der "Herausforderung und dem Skandal des Kreuzes Christi" auseinanderzusetzen. Für ihn, so Evens, stehe die Sturmtruppler-Kreuzigung für eine bedeutende Frage: "Wenn andere Rassen auf anderen Planeten existieren, würde Christus unter diesen Rassen Fleisch werden, um für ihre Erlösung zu sterben?" Dennoch zähle die Statue sicherlich zu den "kontroverseren Darstellungen in der Ausstellung", räumte Evens ein.

"Eindeutig beleidigend"

Unverständnis gab es vonseiten der Gläubigen. Ein Gemeindemitglied sagte der Zeitung "The Telegraph": "Das ist wirklich verrückt – warum benutzen die unsere Kirche? Für Christen ist das, um ehrlich zu sein, eindeutig beleidigend."

Es handelt sich bereits um die dritte Ausstellung mit Kreuzigungs-Thematik, die der Kurator Ben Moore organisiert. Mit den Kunstveranstaltungen sammelt er Geld, um die Suche nach seinem Bruder Tom zu unterstützen, der im Jahr 2003 spurlos verschwunden ist. Moore sagte, er habe durch seine Ausstellung niemanden beleidigen, sondern lediglich die Aufmerksamkeit auf seinen vermissten Bruder lenken wollen.

Die kontroverse Sturmtruppler-Figur wurde vom Straßenkünstler Ryan Callahan geschaffen. Nach dem Ende der Ausstellung in der Londoner Kirche soll sie für 12.000 Britische Pfund (etwa 13.500 Euro) verkauft werden. (tmg)

RSS-Feeds  |  Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2018