Großmufti verbietet den Kauf von Facebook-Likes

Fake-Likes sind haram, heißt es in einer Fatwa des Großmuftis von Ägypten. Immer wieder äußert er sich zu Fragen des modernen Lebens – und zieht neben Mohammed auch die Facebook-AGB heran.

Islam | Kairo - 18.04.2018

Der Großmufti von Ägypten, Schawki Ibrahim Allam, hat in einer Fatwa den Kauf von "Likes" auf Facebook für nicht mit der islamischen Lehre vereinbar erklärt. Das Rechtsgutachten wurde bereits in der vergangenen Woche auf der Facebook-Seite des Chefs des Ägyptischen Fatwa-Amtes veröffentlicht. Die Fatwa unterscheidet zwischen zulässiger Werbung, die gegen Bezahlung an Nutzer ausgespielt wird, und unzulässiger Manipulation von Like-Zahlen und Interaktionen durch Dienstleister, die Fake-Accounts anlegen.

Gekaufte "Likes" seien eine Form des Betrugs, führt der Großmufti aus. Er begründet seine Rechtsauslegung mit einem Hadith, einem überlieferten Ausspruch Mohammeds. Der von den Muslimen als Prophet Verehrte soll gesagt haben "Wer betrügt, ist keiner von uns". Außerdem verweist Allam auf die Geschäftsbedigungen Facebooks, nach denen dort keine falschen oder irreführenden Inhalte veröffentlicht werden dürfen.

Das Ägypische Fatwa-Amt ist ein staatliches Institut für islamische Rechtsfragen. Auf Anfrage und aus eigenem Antrieb veröffentlicht es Rechtsgutachten, sogenannten "Fatwas", die das islamische Recht in bezug auf konkrete Themen auslegen. Dabei geht es auch immer wieder um Fragen, die das moderne Leben betreffen. So hat die Behörde sich bereits dazu geäußert, ob Online-Poker erlaubt sei, wenn man nicht um Geld spiele. Auch zu Beziehungsproblemen durch missverstandene Scherze in sozialen Netzwerken und der Frage, ob Frauen Bilder von sich online veröffentlichen dürfen, gibt es Stellungnahmen des Fatwa-Amtes.

Der Großmufti hat selbst eine rege genutzte Facebook-Plattform, bei der 271.828 Personen auf "Like" geklickt haben – hoffentlich nur echte Accounts. (fxn)

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