Gute Freunde und böse Buben

Es ist eine der bekanntesten Geschichten der Welt: Der biblische Bericht von Jesu Tod und Auferstehung. Katholisch.de stellt die wichtigsten Personen der Ostergeschichte in Kurzporträts vor.

Bibel | Bonn - 21.03.2015

Es ist eine der bekanntesten Geschichten der Welt: Der biblische Bericht von Jesu Tod und Auferstehung. An Ostern gedenken Christen in aller Welt der Ereignisse, die zur Kreuzigung des Gottessohnes führten und schließlich in seiner Auferstehung mündeten. Katholisch.de stellt die wichtigsten Personen der biblischen Ostergeschichte in kurzen Porträts vor.

Jesus

Jesus von Nazareth ist die Hauptperson und der im Wortsinne Leidtragende der Passionsgeschichte. Noch am Palmsonntag bereitet ihm das Volk bei seiner Ankunft in Jerusalem unter Hosanna-Rufen einen triumphalen Empfang, doch schon wenige Tage später - diesmal ruft das Volk "Ans Kreuz mit ihm!" - wird er getötet. Am Abend vor seiner Verhaftung feiert der Sohn Gottes mit seinen Jüngern noch einmal das Abendmahl. Anschließend wird er in Getsemani verhaftet, von Pilatus zum Tode verurteilt und gekreuzigt. Nach drei Tagen ersteht er von den Toten auf.

Judas

Judas ist zweifelsohne der Schurke der Passionsgeschichte. Obwohl er zu den Jüngern Jesu gehört, verrät er den Gottessohn in Getsemani für 30 Silberstücke an die Hohenpriester; als Zeichen für die Verhaftung dient der "Judaskuss". Am nächsten Morgen bereut Judas seinen Verrat. Er bringt den Hohenpriestern die Silberstücke zurück und sagt: "Ich habe gesündigt, ich habe euch einen unschuldigen Menschen ausgeliefert. Sie antworteten: Was geht das uns an? Das ist deine Sache" (Mt 27,3f.). Daraufhin wirft Judas die Silberstücke in den Tempel und erhängt sich.

Ostern: Das Fest der Auferstehung

Ostern ist das älteste und höchste Fest im Kirchenjahr. In der Osternacht zwischen Karsamstag und Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu Christi. Rund um das Osterfest gibt es zahlreiche Bräuche und Riten. Das Dossier informiert über Ostern und die Auferstehung.

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Petrus

Eine tragische Rolle kommt Petrus zu. Ausgerechnet er - der Jünger, der Jesus besonders nahesteht - verleugnet nach dessen Verhaftung seine Beziehung zum Gottessohn. Jesus sagt Petrus dies bereits auf dem Ölberg voraus: "Amen, ich sage dir: In dieser Nacht, noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen" (Mt 26,34). Und obwohl Petrus heftig widerspricht, kommt es wenig später doch genauso: "Petrus aber saß draußen im Hof. Da trat eine Magd zu ihm und sagte: Auch du warst mit diesem Jesus aus Galiläa zusammen. Doch er leugnete es vor allen Leuten und sagte: Ich weiß nicht, wovon du redest. Und als er zum Tor hinausgehen wollte, sah ihn eine andere Magd und sagte zu denen, die dort standen: Der war mit Jesus aus Nazaret zusammen. Wieder leugnete er und schwor: Ich kenne den Menschen nicht. Kurz darauf kamen die Leute, die dort standen, zu Petrus und sagten: Wirklich, auch du gehörst zu ihnen, deine Mundart verrät dich. Da fing er an, sich zu verfluchen und schwor: Ich kenne den Menschen nicht. Gleich darauf krähte ein Hahn, und Petrus erinnerte sich an das, was Jesus gesagt hatte" (Mt 26,69-75).

Pilatus

Pontius Pilatus ist der römische Statthalter in Judäa. In dieser Funktion verhandelt er über Jesus von Nazaret und ist somit maßgeblich für dessen Verurteilung verantwortlich. Allerdings ist Pilatus Rolle durchaus ambivalent, denn nach dem Verhör Jesu ist er zunächst nicht von dessen Schuld überzeugt. Zu den Hohenpriestern sagt Pilatus: "Ihr habt mir diesen Menschen hergebracht und behauptet, er wiegle das Volk auf. Ich selbst habe ihn in eurer Gegenwart verhört und habe keine der Anklagen, die ihr gegen diesen Menschen vorgebracht habt, bestätigt gefunden (...). Ihr seht also: Er hat nichts getan, worauf die Todesstrafe steht. Daher will ich ihn nur auspeitschen lassen und dann werde ich ihn freilassen" (Lk 23,14-16). Trotzdem beugt sich Pilatus am Ende dem wachsenden Druck der Menschenmenge vor seinem Amtssitz. Als diese mehrfach die Kreuzigung Jesu fordert, gibt er schließlich nach - nicht ohne sich selbst aus der Verantwortung für das weitere Schicksal des Gottessohnes zu stehlen. Während er seine Hände - sprichwörtlich in Unschuld - wäscht, sagt er: "Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache!" (Mt 27,24).

Barabbas

Barabbas ist ein wenig sympathischer Charakter: Die Evangelisten beschreiben ihn als "berüchtigten Mann", der wegen Raub und Mord im Gefängnis sitzt. Trotzdem wird Barabbas von Pilatus freigelassen. Als der Statthalter die Menschen vor seinem Amtssitz fragt, ob er Jesus oder Barabbas die Freiheit schenken soll, fordert die von den Hohenpriestern aufgestachelte Menge lautstark die Freilassung von Barabbas. "Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufrieden zu stellen, Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen" (Mk 15,15).

Soldaten setzen dem zum Kreuzestod verurteilten Jesus eine Dornenkrone auf den Kopf und verspotten ihn (Szene aus den Passionsspielen in Oberammergau).
 KNA

Soldaten

Die Soldaten, die in der biblischen Erzählung von Jesu Tod und Auferstehung auftreten, haben durchweg negativ besetzte Rollen. Zunächst sind sie in Getsemani an der Verhaftung Jesu beteiligt. Bei Johannes heißt es dazu: "Judas holte die Soldaten und die Gerichtsdiener der Hohenpriester und der Pharisäer und sie kamen dorthin mit Fackeln, Laternen und Waffen. Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin es." (Joh 18,2-5). Nach der Festnahme bringen die Soldaten Jesus erst zum Hohepriester Kajaphas und später zum Prätorium, dem Amtssitz von Pilatus. Nach seiner Verurteilung zum Kreuzestod verspotten und erniedrigen sie Jesus: Sie ziehen ihn aus, legen ihm einen purpurroten Mantel um, flechten ihm eine Dornenkrone und rufen "Heil dir, König der Juden!"; außerdem schlagen sie ihn und spucken ihn an. Anschließend führen die Soldaten Jesus zur Kreuzigungsstätte Golgota, wo sie ihn zur dritten Stunde kreuzigen.

Simon von Zyrene

Als der kreuztragende Jesus nach seiner Verurteilung auf dem Weg zur Kreuzigungsstätte Golgota ist, begegnet ihm Simon von Zyrene, der gerade von der Feldarbeit kommt. Die Soldaten, die Jesus auf seinem Weg bewachen, zwingen Simon dazu, das Kreuz des Gottessohnes ein Stück des Weges zu tragen (Mt 27,32; Mk 15,21; Lk 23,26) - eine Szene, die sich auch in den Stationen des traditionellen Kreuzweges wiederfindet.

Maria

Von der Anwesenheit der Gottesmutter an der Kreuzigungsstätte Jesu berichtet nur das Johannesevangelium - dies allerdings mit ergreifenden Worten. Laut Johannes muss Maria den Tod ihres Sohnes am Kreuz mitansehen: "Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich" (Joh 19,26f.).

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Was bedeutet Auferstehung? Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger".
 katholisch.de

Josef von Arimathäa

Josef von Arimathäa ist ein Jünger Jesu, der seine Anhängerschaft aus Angst vor Repressalien bislang verheimlicht hat. Nach dem Kreuzestod Jesu geht Josef jedoch zu Pilatus mit der Bitte, den Leib des Verstorbenen vom Kreuz abnehmen zu dürfen. Als der Statthalter ihm dies erlaubt, kauft Josef ein Leinentuch, in das er den Toten wickelt. Anschließend legt er den Leichnam nach den Worten des Evangelisten Markus "in ein Grab, das war in einen Felsen gehauen, und wälzte einen Stein vor des Grabes Tür" (Mk 15,46).

Maria aus Magdala

Maria aus Magdala ist eine frühe Anhängerin Jesu. Nachdem sie in Golgota dessen Kreuzigung miterleben musste, wird sie drei Tage später auch die erste Zeugin seiner Auferstehung. Der Evangelist Matthäus beschreibt die Szene mit eindrucksvollen Worten: "Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Wächter begannen vor Angst zu zittern und fielen wie tot zu Boden. Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag. Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt." (Mt 28,1-7)

Von Steffen Zimmermann

Linktipp: Vom Zionsberg nach Golgota

Es sind Orte, die Weltgeschichte geschrieben haben: Die biblischen Stätten in und um Jerusalem, die unmittelbar mit der Passionsgeschichte Jesu Christi verbunden sind. Katholisch.de stellt die vier wichtigsten Orte vor.

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