Jemens Außenminister: Entführter Priester lebt

Seit 16 Monaten ist der Ordensmann Tom Uzhunnalil in der Hand mutmaßlicher Islamisten. Im Mai sprach er in einem Video von einem schlechten Gesundheitszustand. Jemen hat nun bestätigt, dass der Pater noch lebt.

Terrorismus | Rom - 13.07.2017

Der im März 2016 entführte Priester und Salesianerpater Tom Uzhunnalil ist nach einem Bericht des römischen Pressedienstes Asianews noch am Leben. Man wolle alles für eine Freilassung des 68-Jährigen tun, sagte der jemenitische Außenminister Abdulmalik Al-Mekhlafi. Er besuchte am Mittwoch die indische Außenministerin Sushma Swaraj. Zuvor hatte Indien betont, dass es sich weiterhin Unterstützung der jemenitischen Behörden erhoffe, damit eine Freilassung "Father Toms" bald sichergestellt werde. Der Pater hatte zuletzt in einem Video beklagt, dass sich sein Gesundheitszustand rasch verschlechtere.

Linktipp: Verschleppter Priester bittet Familie um Hilfe

Der vor über einem Jahr in Jemen verschleppte Priester Tom Uzhunnalil ist nach wie vor in der Gewalt seiner Entführer. In einem Video wandte er sich nun an seine Familie. (Artikel vom Mai)

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Der aus Südindien stammende Uzhunnalil war Anfang März 2016 in der jemenitischen Hauptstadt Aden von einer mutmaßlich islamistischen Terrormiliz verschleppt worden. Bei dem Anschlag auf ein christliches Seniorenheim wurden 16 Menschen ermordet, darunter vier Ordensfrauen der "Missionarinnen der Nächstenliebe". In wessen Gewalt sich der Salesianerpater befindet und welche Forderungen die Entführer stellen, ist unklar.

Pater bittet in Videos um Hilfe

Ende Dezember war im Internet ein Video Uzhunnalils aufgetaucht, in dem er die indische Regierung und den Papst um Hilfe bat. Er sagt darin, dass seine Entführer mehrere Versuche unternommen hätten, mit der indischen Regierung Kontakt aufzunehmen. "Wenn ich ein europäischer Priester wäre, hätten mich die Machthaber und die Menschen ernster genommen und mich befreit. Aber weil ich Inder bin, werde ich vielleicht als weniger wert angesehen," so Uzhunnalil. Als Reaktion veröffentlichte das indische Außenministerium eine Pressemitteilung, in der es heißt, die Bemühungen um die Freilassung des Priesters seien schon seit einiger Zeit im Gange. Man müsse die Umstände im Jemen berücksichtigen, wo gekämpft werde und es keine zentrale Befehlsgewalt gebe.

In einem weiteren Video, das am 9. Mai auf der Internetseite der "Aden Times" veröffentlicht wurde, bittet der Geistliche seine Familie um Maßnahmen zu seiner Freilassung. Sein Gesundheitszustand verschlechtere sich rasch; er benötige "so schnell wie möglich stationäre Behandlung". Kontakte der Entführer mit der indischen Regierung und mit dem Bischof von Abu Dhabi seien ohne ermutigende Antwort geblieben.  (luk)

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