K9-Rat berät weiter über Dezentralisierung

Am Dienstag ging die 13. Sitzungsrunde des Kardinalsrats zur Kurienreform zu Ende. Bei ihrer Sitzung haben sich die Berater und Papst Franziskus auch mit zwei neuen Kurienbehörden sowie dem Schnell-Prozess zur Eheannullierung befasst.

Kurie | Bonn/Vatikanstadt - 09.02.2016

Fragen der Synodalität in der Kirche standen im Mittelpunkt der am Dienstag zu Ende gegangenen 13. Konferenzrunde des Kardinalsrats für die Kurienreform. Außerdem beriet der sogenannte K9-Rat mit Papst Franziskus über Rolle und Aufgaben des Staatssekretariats sowie der Gottesdienstkongregation, wie Vatikansprecher Federico Lombardi zum Abschluss mitteilte.

Eine vertiefte Diskussion über mehr Synodalität in der Kirche und eine "gesunde Dezentralisierung" hatte Papst Franziskus im vergangenen Oktober in Auftrag gegeben. Es müsse überprüft werden, inwieweit insbesondere die nationalen Bischofskonferenzen mehr Aufgaben und Verantwortung übernehmen könnten. Laut Lombardi beendeten die Kardinäle bei dieser Sitzungsrunde auch ihre Vorarbeiten zu zwei neuen Vatikanbehörden für "Laien-Familie-Leben" und "Gerechtigkeit-Frieden-Migration". In diesen beiden Behörden sollen mehrere bisherige Päpstliche Räte zusammengefasst werden.

Weitere Themen der Beratungsrunde waren die Vatikanfinanzen, über die der australische Kardinal und Präfekt des Wirtschaftssekretariats George Pell berichtete, sowie die Kinderschutzkommission. Über deren Arbeiten erstattete der US-amerikanische Kardinal Sean Patrick O'Malley dem Gremium Bericht.

Vatikan veröffentlicht Handreichung zur Eheannullierung

Der K9-Rat hatte sich in dieser Sitzungsrunde auch mit dem reformierten Prozess zur Eheannullierung befasst. Eine Handreichung zu dem von Papst Franziskus im Herbst eingeführten Schnellverfahren werde in diesen Tagen an alle katholischen Bistümer verschickt, sagte Lombardi. Die Hinweise für die Praxis wurden vorab dem Kardinalsrat präsentiert. Erarbeitet hatte sie das Gericht der Römischen Rota, das zweithöchste Gericht der Kirche.

Linktipp: Keine "Annullierung light"

Kurz vor der Familiensynode hat Papst Franziskus das Eherecht reformiert. Damit hätte der Leiter des Würzburger Kirchengerichts, Offizial Stefan Rambacher, nicht gerechnet. Er ist gespannt, wie die Reformen wirken werden.

Zum Interview

Papst Franziskus hatte per Erlass Anfang September das Verfahren zur Prüfung der Gültigkeit von Ehen erheblich vereinfacht. Unter bestimmten Bedingungen kann ein Ehenichtigkeitsprozess jetzt binnen einiger Wochen abgeschlossen werden. Eine solche kirchenamtliche Feststellung der Ungültigkeit einer Ehe ist Voraussetzung dafür, dass Partner trotz einer früheren Verbindung katholisch heiraten dürfen.

Zu dem Beratergremium von neun Kardinälen aus allen Kontinenten gehört auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Münchens Erzbischof Reinhard Marx. Bei dem Treffen hinter verschlossenen Türen im vatikanischen Gästehaus Santa Marta fehlte aus gesundheitlichen Gründen der indische Kardinal Oswald Gracias, Erzbischof von Bombay. Papst Franziskus hatte den Kardinalsrat einen Monat nach seiner Wahl im April 2013 gegründet, um eine Kurienreform zu erarbeiten. Die Mitglieder treten alle zwei bis drei Monate in Rom zu mehrtägigen Konferenzen zusammen. Bisherige Ergebnisse sind eine zentrale Wirtschaftsbehörde sowie ein Mediensekretariat, das die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit des Vatikan koordinieren soll. Mit einem Abschluss der Kurienreform rechnen Beobachter noch nicht in diesem Jahr. (kim/KNA)

Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2016