Kairo: Dutzende Tote nach Explosion bei Kathedrale

Mindestens 25 Menschen wurden bei einer Explosion in Kairo getötet. Die Hintergründe sind derzeit noch unklar. Das Unglück ereignete sich nahe der Markus-Kathedrale, dem Sitz des koptischen Papstes.

Ägypten | Kairo - 11.12.2016

Bei einer Explosion in der Nähe der koptischen Markus-Kathedrale in Kairo sind am Sonntagmorgen mindestens 25 Menschen getötet und mehr als 30 verletzt worden. Die Explosion ereignete sich laut örtlichen Medienberichten gegen 10 Uhr Ortszeit. Die Kairoer Markuskathedrale ist Hauptsitz der koptischen Kirche in Ägypten und der Amtssitz des Kirchenoberhaupts, Koptenpapst Tawadros II.

Sicherheitskreise berichteten der Deutschen Presse-Agentur, dass ein Sprengsatz wahrscheinlich während des Sonntagsgottesdienstes in die Kirche geworfen worden sei. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt und von einer Vielzahl von Sicherheitskräften gesichert. Ein dpa-Reporter vor Ort berichtete von einer aufgebrachten Gruppe von etwa 50 Menschen, die den Rücktritt von Innenminister Magdi Abdel Ghaffar forderten. Andere Passanten stellten sich an, um vor Ort Blut für die Verletzten zu spenden. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi sprach von einem abscheulichen Terrorakt, der sich gegen Christen wie Muslime gerichtet habe. Zugleich kündigte Al-Sisi eine dreitägige Staatstrauer an.

Erst am Freitag waren sechs Polizisten bei einem Anschlag in Ägyptens Hauptstadt getötet worden. In Ägypten kommt es immer wieder zu Anschlägen, die sich vielfach gegen Sicherheitskräfte richten. Die Regierung macht dafür in der Regel die islamistischen Muslimbrüder verantwortlich. Diese sind seit dem Sturz des Präsidenten Mohammed Mursi 2013 verboten. Mursi war vor seiner Amtsübernahmeeinflussreiches Mitglied der Muslimbrüder.   

Die Gewalt grassiert vor allem in der unruhigen Region auf der nördlichen Sinai-Halbinsel, wo ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat operiert. Nach einer Anschlagswelle in Kairo im Sommer 2015 war es in der Hauptstadt in den vergangenen Monaten vergleichsweise ruhig geblieben. (kim/KNA/dpa)

11.12., 16:30 Uhr: Ergänzt um weitere Informationen zur Situation in Kairo

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