Kirche ehrt Maria Magdalena mit Festtag

Die "Apostelin der Apostel" wird im liturgischen Kalender aufgewertet: Die heilige Maria Magdalena erhält ein eigenes Fest im Kirchenjahr. Damit steht sie auf einer Stufe mit den Aposteln.

Liturgie | Vatikanstadt - 10.06.2016

Die heilige Maria Magdalena erhält eine Aufwertung im liturgischen Kalender der Kirche. Ihr Gedenktag am 22. Juli hat zukünftig den Rang eines Festes, wie aus einem Schreibender vatikanischen Gottesdienstkongregation hervorgeht. Bislang wurde sie im Rang eines sogenannten "gebotenen Gedenktags" geführt. Mit der Aufwertung auf ein "Fest" wird die "Apostelin der Apostel", wie Thomas von Aquin sie nannte, liturgisch den Aposteln gleichgestellt.

"Die erste Zeugin und Evangelistin des Sonntags der Auferstehung, die heilige Maria Magdalena, wurde von der Kirche im Westen wie im Osten schon immer mit höchster Ehrfurcht angesehen, auch wenn sie auf unterschiedliche Weise verehrt wurde", so das Dekret. Die Kirche müsse sich heute in besonderer Weise mit der Würde der Frauen, der Neuevangelisierung und dem großen Geheimnis der Göttlichen Barmherzigkeit auseinandersetzen, etwa am Beispiel der heiligen Maria Magdalena, heißt es weiter.

Kongregation stellt neue Präfation vor

Dem Schreiben der Gottesdienstkongregation liegen auch Eingangsworte für das Hochgebet am Festtag der Heiligen bei. Diese ist überschrieben als "Präfation der Apostelin der Apostel". Darin heißt es, Maria Magdalena sei durch Christus selbst zur Apostelin gemacht worden, als er ihr nach der Auferstehung erschienen war.

In der Rangordnung des liturgischen Kalenders der Kirche stehen die allgemeinen "Feste" vor Eigenfesten des Bistums, Gedenktagen und einfachen Wochentagen. Höher als die "Feste" stehen alle Sonntage, die Hochfeste sowie die sogenannten Herrenfeste, an denen die Station des Lebens und der Anbetung Christi gefeiert werden. (kim)

Kurzporträt der Heiligen

Maria Magdalena, in den Evangelien "Maria von Magdala" genannt, ist eine der bedeutendsten Frauen im Neuen Testament. Sie wird im Lukasevangelium (Lk 8,2) an erster Stelle unter den Frauen genannt, die Jesus geheilt hatte und die ihn dann begleiteten. Als treueste Anhängerin Jesu sorgte sie für den Lebensunterhalt Jesu und der Jünger (Lk 8,3). Die kirchliche Tradition hat sie auch mit der Sünderin gleichgesetzt, die Jesus die Füße wusch (Lk 7, 36-50), und mit der Schwester der Marta und des Lazarus. Diese Zuschreibung ist jedoch nicht sicher. Im liturgischen Kalender geht aus der Vita hervor, dass es sich weder um die Schwester der Marta handele, noch um die fußwaschende Frau.

Dagegen wird klar in mehreren Evangelien berichtet, dass sie beim Kreuz Jesu stand, dass sie bei seinem Begräbnis dabei war und am Ostermorgen der Auferstandene ihr als Erstzeugin den Auftrag gab, den Jüngern die Osterbotschaft zu überbringen. Die Kirchenväter nannten sie deshalb "Apostelin der Apostel" (apostola apostolorum); in frühchristlichen Gemeinden hatte Maria von Magdala eine besondere Bedeutung. (luk)

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