Politik

Kirche würdigt Westerwelles Eintreten für Menschenrechte

Prälat Karl Jüsten dankt Westerwelle für vertrauensvolle Zusammenarbeit

Berlin - 18.03.2016

Der Vertreter der katholischen Bischöfe in Berlin, Prälat Karl Jüsten, hat Guido Westerwelles Eintreten für Freiheit und Menschenrechte gewürdigt. "Ich kannte und schätze Guido Westerwelle seit Kindheitstagen im Rheinland", sagte Jüsten am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

"Mit Dankbarkeit denke ich an die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die vielen guten Begegnungen zurück", so der Prälat. Als Außenminister habe er Deutschland in Europa und der Welt "ganz hervorragend vertreten". Der ehemalige Bundesminister und langjährige FDP-Vorsitzende starb am Freitag im Alter von 54 Jahren. Wie die Westerwelle-Stiftung auf ihrer Homepage mitteilte, erlag er in der Kölner Universitätsklinik den Folgen einer langjährigen Leukämieerkrankung.

"Mit großer Kraft und Zuversicht hat er seine schwere Krankheit ertragen und selbst in dieser schwierigen Situation noch versucht, anderen Mut zu machen", sagte Jüsten. Das habe ihn ausgezeichnet und hierfür verdiene er allen Respekt und Hochachtung. "Meine Gedanken sind bei seinem Lebenspartner Michael Mronz und seiner ganzen Familie", so der Prälat.

Die Werte des Liberalismus seien Westerwelle "ein Herzensanliegen" gewesen. "Mit ihm verlieren die Freien Demokraten eine ihrer prägenden und ganz außergewöhnlich erfolgreichen Persönlichkeiten, die Bundesrepublik einen aufrechten Demokraten und überzeugten Europäer", sagte Jüsten. (KNA)

Guido Westerwelle zu Fragen der Religion und des Lebens

Der Tod des früheren Außenministers Guido Westerwelle sorgte am Freitag für große Anteilnahme. Immer wieder äußerte sich der Protestant zur Religion - auf politischer, aber auch persönlicher Ebene:

Glaube: "Ich bin in der Kirche, und das nicht aus Zufall. Da hat man natürlich eine Vorstellung vom Jenseits."
am 7. November 2015 im Interview des "Spiegel" über seinen Kampf gegen die Leukämie

Papst Franziskus: "Er ist neu in seiner Berufung. Seine Hinwendung zu Ländern, die vor großen sozialen Herausforderungen stehen, ist sehr klug und bemerkenswert."
am 31. Juli 2013 in der "Rheinischen Post" über Papst Franziskus

Ehrenamt: "Nächstenliebe ist keine staatliche Dienstleistung."
am 23. Mai 2008 auf dem Katholikentag in Osnabrück

Lebensart: "Ich wusste, dass ich ein erfülltes Leben gehabt hatte. Meine Antwort auf die Frage 'Was bereuen Sie?' wäre der Klassiker gewesen: 'Ich habe zu viel gearbeitet.'"
am 7. November 2015 im Interview des "Spiegel" über seinen Kampf gegen die Leukämie

Bürgergesellschaft: "Ein kleiner Kreis Überzeugter, der nur zu sich selber predigt oder gar nur noch mit sich selber streitet, ist zu wenig - wir müssen vor allem wieder mit denen verstärkt ins Gespräch kommen, die sich von der Politik aus welchen Gründen auch immer abgewandt haben."
Westerwelle am 6. Mai 2008 in einem Gastbeitrag für die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) zu Pfingsten

Begeisterung: "Demokratie ist zwar keine Weltreligion, aber eine Menschheitsaufgabe, die Anstrengung lohnt und jeden Tag mit neuer Begeisterung gelöst werden will, wenn die Zahl ihrer Anhänger dauerhaft zunehmen soll."
am 6. Mai 2008 in einem Gastbeitrag für die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) zu Pfingsten

Nahost: "Wir stellen uns auf die Seite der Menschen, die auf Freiheit und demokratische Werte setzen und die eine offene Gesellschaft wollen."
am 17. August 2013 zum Magazin "Focus" angesichts eskalierender Gewalt in Ägypten

Früchte der Freiheit: "Manche haben versucht, einen Gegensatz zu konstruieren zwischen Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit. Meinungs- und Religionsfreiheit aber sind zwei Früchte vom selben Baum, nämlich vom wunderschönen Baum der Freiheit."
am 11. Juni 2013 in der "Berliner Rede zur Religionspolitik" an der Humboldt-Universität

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