Koptischer Priester in Kairo erstochen

Erneut sind die ägyptischen Kopten Opfer von Gewalt geworden: Ein Priester aus Oberägypten, der für eine Tagung nach Kairo gekommen war, überlebte die Reise nicht. Das Motiv für die Tat ist noch unklar.

Ägypten | Kairo - 13.10.2017

Bei einem Messerangriff in Kairo sind ein koptisch-orthodoxer Priester getötet und ein weiterer verletzt worden. Der Angreifer wurde laut ägyptischen Medienberichten festgenommen. Über das Motiv der Tat vom Donnerstag und den Zustand des zweiten Geistlichen wurde zunächst nichts bekannt. Bei dem Getöteten handelt es sich um einen Priester aus dem oberägyptischen Bani Suief, der sich zu einer Konferenz in der Hauptstadt aufhielt, wie die koptisch-orthodoxe Kirche mitteilte.

Bischof appelliert an ägyptische Behörden

Bischof Raphael von Kairo verurteilte laut dem arabischsprachigen Nachrichtenportal "Abouna" am Freitag die wiederkehrenden Gewaltakte. Bei einer Trauerfeier für den toten Priester appellierte er an die ägyptischen Behörden, die "Kultur eines durch Gewalt, Terrorismus und Extremismus vergifteten Volkes" zu verändern.

Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Zu ihnen gehören zwischen 7 und 10 Millionen der rund 95 Millionen Einwohner Ägyptens. Etwa eine weitere halbe Million Kopten lebt in anderen Ländern, davon schätzungsweise 12.000 in Deutschland. (KNA)

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