Marx verteidigt die Ehe

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat davor gewarnt, den Ehebegriff angesichts aktueller Diskussionen aufzuweichen. "Keine andere menschliche Gemeinschaft kann Ehe und Familie ersetzen, keine andere Beziehung kann Ehe genannt werden", betonte Marx am Sonntag im Freisinger Mariendom. Anlass war ein Gottesdienst mit anschließender Segnung von Eheleuten, zu dem mehr als 800 Paare kamen.

Kirchenrecht | Freising - 01.10.2012

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat davor gewarnt, den Ehebegriff angesichts aktueller Diskussionen aufzuweichen. "Keine andere menschliche Gemeinschaft kann Ehe und Familie ersetzen, keine andere Beziehung kann Ehe genannt werden", betonte Marx am Sonntag im Freisinger Mariendom. Anlass war ein Gottesdienst mit anschließender Segnung von Eheleuten, zu dem mehr als 800 Paare kamen.

Andere Beziehungen sollten nicht verurteilt werden, räumte der Kardinal ein. Doch gelte es dafür zu kämpfen, "dass die Ehe als Verbindung von Mann und Frau mit ihrer Offenheit für das Leben als etwas ganz besonderes anerkannt wird, als Grundwirklichkeit menschlicher Existenz, als Keimzelle von Kirche, Gesellschaft und Staat". Marx rief die Politiker und besonders die in der Politik engagierten Christen auf, "alles dafür zu tun, um das Ja-Wort, das Eheleute sich geben, zu schützen". Die Familie müsse Wertschätzung dafür erfahren, was sie für die Gesellschaft leiste.

Wenn dieses Ja-Wort nicht mehr gesprochen werde, "ist unsere Gesellschaft tot, ist unsere Kultur tot", sagte der Kardinal. Zugleich sollte sich auch die Seelsorge in den Pfarreien intensiver für Ehe und Familien einsetzen: "Wir müssen mehr dafür tun, dass junge Menschen entdecken, dass durch das Ja vor Gott und das Sakrament der Ehe eine neue Wirklichkeit entsteht, sich ein neues Leben entfaltet." Den anwesenden Paaren dankte Marx für ihr Zeugnis, das sie kommenden Generationen schenkten: "Sie sind Zeugen dafür, dass durch alle Höhen und Tiefen, durch Krankheit und alle Fragen dieses Ja-Wort Bestand haben kann."

Neue Perspektiven für Geschiedene

Zur Realität von Beziehung gehöre aber auch, dass dieses Ja-Wort nicht immer gelinge und nicht von allen durchgehalten werden könne, so der Kardinal weiter. Zentral sei daher die Frage "wie wir mit denen umgehen, wie wir uns denen zuwenden, deren Beziehung gescheitert ist, um sie dabei zu unterstützen, wieder neue Perspektiven und neue Hoffnung zu gewinnen". Keiner könne über jemanden urteilen, dessen Herz zerbrochen sei, sagte Marx: "Wir müssen offen bleiben für die, deren Herz und Beziehung zerbrochen ist, auch sie gehören zu uns."

Das älteste anwesende Paar begeht laut Erzbischöflicher Pressestelle in diesem Jahr seinen 69. Hochzeitstag. Rund 500 der Paare sind 50 Jahre und länger verheiratet, davon feiern in diesem Jahr 27 mit der Diamantenen Hochzeit den 60. Jahrestag ihrer Eheschließung, 265 Paare ihre Goldene Hochzeit.

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