Mehr als 6,4 Millionen Euro an Missbrauchsopfer

Die deutschen Bistümer haben nach einer Zeitungsumfrage bereits mehr als 6,4 Millionen Euro an Opfer sexuellen Missbrauchs gezahlt. Die Summe sei an rund 1.000 Antragsteller ausgezahlt worden, die sich an die katholische Kirche gewandt hätten.

Missbrauch | Osnabrück - 20.01.2016

Die Bistümer in Deutschland haben in den vergangenen fünf Jahren mehr als 6,4 Millionen Euro an Opfer sexuellen Missbrauchs gezahlt. Das ergab eine Umfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung" unter den 27 Diözesen am Mittwoch. Die Summe, die auch Kostenübernahmen für psychologische Behandlungen beinhalte, sei an mehr als 1.000 Antragsteller ausgezahlt worden, die sich an die katholische Kirche gewandt hätten.

Am häufigsten wurde die Leistung dem Zeitungsbericht zufolge im Bistum Münster nachgefragt. Dort seien nach Angaben der Pressestelle 129 Anträge eingegangen. 122 seien anerkannt und 862.000 Euro ausgeschüttet worden.

Die Zahl der deutschlandweit Beschuldigten liegt laut "Neuer Osnabrücker Zeitung" bei mehr als 860 Personen. Die vorgeworfenen Taten seien in aller Regel verjährt und lägen mehrere Jahrzehnte zurück. Viele der Betroffenen seien bereits verstorben.

Als erste große Institution hatte die katholische Kirche in Deutschland bereits 2010 ein Konzept zur Entschädigung der Opfer von sexuellem Missbrauch vorgelegt. Demnach erhalten Opfer, die durch Priester oder andere Mitarbeiter der katholischen Kirche missbraucht wurden, jeweils bis zu 5.000 Euro, in begründeten Einzelfällen werden auch höhere Summen gezahlt. Bis 2017 soll zudem eine wissenschaftliche Studie vorgelegt werden, die den Missbrauch in der katholischen Kirche untersucht. (KNA)

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Der Missbrauchsskandal erschütterte die katholische Kirche in ihren Grundfesten. Seit 2010 die ersten Fälle bekannt wurden, bemüht sich die Kirche um Aufarbeitung der Geschehnisse. Katholisch.de dokumentiert die wichtigsten Etappen.

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