Mehr als zwei Millionen beim Grabtuch

Dass das Turiner Grabtuch öffentlich gezeigt wird, ist eine Seltenheit. Bis vergangenen Mittwoch war es nun wieder für zwei Monate soweit. Wie das Erzbistum nun mitteilte, kamen rund zwei Millionen Besucher - darunter einer, der selbst zum Publikumsmagneten wurde.

Tourismus | Bonn - 26.06.2015

Mehr als zwei Millionen Pilger haben die zweimonatige Ausstellung des Turiner Grabtuchs besucht. Das teilte der Erzbischof der Diözese, Cesare Nosiglia, am Donnerstag mit, wie italienische Medien berichteten. Demnach erlebten bis zu 800.000 Teilnehmer den Besuch von Papst Franziskus mit, der am Sonntag und Montag in die norditalienische Stadt gereist war. Der Vatikan hatte am Montag von einer unerwartet hohen Teilnehmerzahl gesprochen.

Das Turiner Grabtuch, das nach Überzeugung vieler Christen das Antlitz des gekreuzigten Jesus zeigt, war vom 19. April bis vergangenen Mittwoch in der Kathedrale der Stadt zur Verehrung ausgestellt. Anlass war der 200. Geburtstag des Turiner Heiligen Giovanni Bosco (1815-1888), besser bekannt als Don Bosco. Das 4,36 mal 1,10 Meter große Leinen zeigt den Doppel-Abdruck eines kräftig gebauten, 1,81 Meter großen Mannes mit Bart und langem Haar.

Echtheit ist umstritten

Chemische Untersuchungen von Staub- und Blütenpartikeln weisen auf einen Entstehungszeitraum vor 2.000 Jahren und den Vorderen Orient hin. Seine Echtheit ist unter Wissenschaftlern allerdings umstritten. Es gibt unterschiedliche Forschungsergebnisse über sein Alter.

Bei seinem Besuch zeigte sich auch Franziskus beeindruckt. Minutenlang saß er am Sonntagabend in sich gesunken und mit geschlossenen Augen im Halbdunkel vor dem Stoff. Öffentlich gezeigt wird er nur selten; seit 1898 bislang neunmal, vor diesem Jahr zuletzt 2010. Damals kamen binnen zwei Monaten mehr als zwei Millionen Besucher. (gho/KNA)

Im Schatten des Grabtuchs

Das Schlüsselmotiv bot die Papstreise nach Turin gleich zu Beginn: Minutenlang betrachtete Franziskus das Turiner Grabtuch. Wofür mag er gebetet haben? Zuvor hatte der Papst erneut den Blick auf die Not der Migranten gelenkt - und dann auch noch unerwartete Heimatgefühle gezeigt.

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