Oscar-Regisseur Scorsese bei Papst Franziskus

Papst Franziskus hat Oscar-Preisträger Martin Scorsese empfangen und mit ihm über dessen neues Werk "Silence" gesprochen. Die Geschichte des Films weckt Erinnerungen an einen Jugendtraum des Papstes.

Film | Vatikanstadt - 30.11.2016

Oscar-Preisträger Martin Scorsese hat mit Papst Franziskus über seinen neuen Film "Silence" gesprochen. Der Papst empfing den Regisseur am Mittwoch im Vatikan. Grund für diese ungewöhnliche Ehre war das Thema des Films: Er erzählt die Geschichte von drei Jesuiten-Missionaren in Japan während der Christenverfolgung im 17. Jahrhundert. Franziskus ist selbst Jesuit und träumte als junger Mann davon, als Missionar nach Japan zu gehen. Gesehen hat Franziskus den Film, der am 23. Dezember in den USA und im März in den deutschen Kinos anläuft, noch nicht. Am Mittwochnachmittag sollte "Silence" im Vatikan in einer Vorpremiere gezeigt werden - allerdings ohne Papst.

Franziskus hat jedoch nach vatikanischen Angaben die Romanvorlage des katholischen japanischen Schriftstellers Shusaku Endo (1923-1996) gelesen und Scorsese von dieser Lektüre berichtet. Laut der vatikanischen Mitteilung sprach Franziskus mit Scorsese über das Wirken der Jesuiten in Japan und über das Museum der 26 Märtyrer von Nagasaki. Der 74-jährige Regisseur wurde unter anderen von seiner Frau und seinen beiden Kindern begleitet. Er schenkte dem Papst zwei Bilder, eins davon zeigt die Gottesmutter Maria. Franziskus bedachte seine Gäste mit Rosenkränzen.

Scorsese wollte selbst einmal Priester werden

Der Regisseur arbeitete mehrere Jahrzehnte an dem Historien-Drama. "Das Thema liegt mir sehr am Herzen", sagte Scorsese 2014 der Zeitschrift "Film-Dienst". Nach eigenen Angaben wollte der Regisseur ursprünglich katholischer Priester werden. Zum Film kam er, nachdem er von der Jesuitenschule verwiesen wurde.

Scorsese verfilmte mit "Die letzte Versuchung Christi" (1988) bereits einmal eine religiöse Romanvorlage - in diesem Fall eine des griechischen Autors Nikos Kazantzakis aus dem Jahr 1951. Jesus wird darin als Zweifelnder und mit seinem Schicksal Hadernder gezeichnet, der sich verschiedenen Versuchungen ausgesetzt sieht, etwa der eines beschaulichen Ehelebens mit Maria Magdalena. Der Film rief vor allem unter konservativen US-Christen wütende Proteste hervor. Scorsese wurde ungeachtet dessen 1989 in der Kategorie Bester Regisseur für einen Oscar nominiert. (KNA)


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