Papst betet für Bekehrung von Terroristen

An Silvester ging es Papst Franziskus beim Angelus nicht nur um den Jahreswechsel. Zunächst erinnerte er an die koptischen Christen in Ägypten, die beim jüngsten Terroranschlag am Freitag starben.

Vatikan | Vatikanstadt - 31.12.2017

Papst Franziskus hat seine Verbundenheit mit den Opfern des jüngsten Anschlags auf koptische Christen in Ägypten bekundet. Bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz am Sonntag gedachte er der Toten und Verletzten sowie deren Familien. Gott möge "die Herzen der Gewalttätigen bekehren", so Franziskus.

Bei dem Attentat auf ein koptisches Geschäft und eine Kirche in Helwan südlich der Hauptstadt Kairo waren am Freitag acht Christen und ein muslimischer Polizist getötet worden. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte die Tat für sich. Die koptischen Christen begehen ihr Weihnachtsfest am 7. Januar. Mit einem Bevölkerungsanteil von schätzungsweise zehn Prozent bilden sie die größte religiöse Minderheit im muslimisch geprägten Ägypten. Nach dem Sturz von Ägyptens Machthaber Hosni Mubarak 2011 wurde die Lage für Christen unter dem Erstarken islamistischer Kreise prekärer.

Franziskus: Eltern sind nicht Besitzer ihrer Kinder

Anlässlich des Fests der Heiligen Familie erklärte der Papst, Familien günstige Voraussetzungen für die Entwicklung und Entfaltung der Kinder schaffen. Eltern seien "die Hüter des Lebens ihrer Kinder und nicht Besitzer", sagte er. Es gelte, Heranwachsende zu einem guten Leben zu befähigen, "das Gottes würdig und konstruktiv für die Welt ist", so Franziskus.

Zugleich sprach er gescheiterten Familien Mut zu. Wann immer sich Familien, "auch jene verwundeten und von Zerbrechen, Scheitern und Problemen gezeichneten", zur Quelle des christlichen Glaubens wendeten, eröffneten sich "neue Wege und ungeahnte Möglichkeiten". Es gebe "keine familiäre Situation, die von diesem neuen Weg der Wiedergeburt ausgeschlossen ist", betonte der Papst. Weiter mahnte er ein Recht der Kinder auf religiöse Erziehung an. Eltern sollten den Vorrang Gottes in der persönlichen und der Familiengeschichte anerkennen und ihre Kinder dahin führen, sich für Gott zu öffnen, so Franziskus vor rund 30.000 Pilgern und Besuchern.

"Heute ist ein Tag des Dankes"

Für den letzten Tag des Jahres rief der Papst zum Innehalten und Danken auf. "Jedem von uns wird es guttun, sich ein bisschen Zeit zu nehmen und daran zu denken, wie viele gute Dinge wir dieses Jahr vom Herrn empfangen haben", sagte er nach dem Mittagsgebet. Auch wer Prüfungen und Probleme erlebt habe, könne danken, dass sie mit Gottes Hilfe überstanden seien. "Heute ist ein Tag des Dankes", so Franziskus.

Am Nachmittag hält der Papst im Petersdom ein feierliches Abendgebet zum Dank für das vergangene Jahr. Zu diesem Gottesdienst mit dem Lobgesang des "Te Deum" werden Tausende Gläubige erwartet. Anschließend besucht Franziskus traditionsgemäß die Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz. (luk/KNA)

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