Papst: Ein Gotteshaus ist kein Supermarkt!

Gläubige, die für eine Taufe oder Beerdigung Geld bezahlen müssen, sind für Papst Franziskus ein Unding. Möglichen Einwänden wie etwa Unterhaltskosten für Gebäude oder Personal hält er etwas entgegen.

Vatikan | Vatikanstadt - 24.11.2017

Papst Franziskus hat die Erhebung von Gebühren für bestimmte seelsorgliche Leistungen in Pfarr- und Bischofskirchen kritisiert. Manchmal wisse man nicht, ob man "in einem Gotteshaus oder einem Supermarkt" sei, sagte er am Freitag laut Radio Vatikan bei der Morgenmesse in seiner Hauskapelle Santa Marta. Die Sakramente müssten gratis sein, verlangte er. "Gott hat uns unentgeltlich erlöst, er hat uns nichts bezahlen lassen."

Zu dem möglichen Einwand, die Gebühren seien für den Unterhalt der Einrichtungen und der Priester nötig, sagte Franziskus. "Du gibst die Unentgeltlichkeit, und Gott macht den Rest. Gott wird für das sorgen, was fehlt." Katholische Kirchen müssten "Dienstleistungskirchen, Gratis-Kirchen" sein.

Das katholische Kirchenrecht sieht sogenannte Stolgebühren für bestimmte kirchliche Feiern wie Taufen oder Begräbnisse vor. In Regionen, in denen die Kirche von privaten Zuwendungen abhängig ist, sind solche Gebühren teils eine wichtige Finanzierungsquelle. Zugleich schreibt das Kirchenrecht vor, dass niemand aus Armut oder Geldmangel "der Hilfe der Sakramente beraubt werden" dürfe. (KNA)

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