Papst: Keine Rücknahme der Liturgiereform - katholisch.de

Papst: Keine Rücknahme der Liturgiereform

Eine "Reform der Reform" hatte Kardinal Robert Sarah mit Blick auf die Liturgie angekündigt. Der Papst widerspricht diesem Vorhaben nun erneut - und erklärt, was es mit der "Alten Messe" auf sich hat.

Vatikan | Rom - 10.11.2016

Papst Franziskus hat einer teilweisen Rücknahme der Liturgiereform erneut eine Absage erteilt. Es sei ein "Irrtum, von einer 'Reform der Reform' zu sprechen", sagte er in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Er bekräftigte zugleich, dass die Feier der Messe nach dem vorkonziliaren Messbuch von 1962 eine Ausnahme bleibe. Man müsse das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) und sein Dokument zur Liturgie "Sacrosanctum concilium" ihrem Sinn nach in die Praxis umsetzen, so der Papst.

Sein Vorgänger Benedikt XVI. habe "eine richtige und großzügige Geste vollzogen", sagte Franziskus mit Blick auf dessen Wiederzulassung der "Alten Messe" als außerordentliche Form des römischen Ritus im Jahr 2007. Mit seiner Entscheidung sei Benedikt XVI. "einer bestimmten Mentalität verschiedener Gruppen und Einzelpersonen" entgegengekommen, "die nostalgisch waren und sich entfernt hatten". Dies bleibe jedoch die Ausnahme. "Deswegen sprechen wir ja auch von der außerordentlichen Form des Ritus. Das ist nicht die ordentliche Form," sagte Franziskus im Gespräch mit dem italienischen Jesuiten Antonio Spadaro.

Papst widerspricht Kardinal Sarah

Der vatikanische Liturgie-Verantwortliche, Kardinal Robert Sarah, hatte im Juli gesagt, der Papst habe ihn mit einer "Reform der Reform" beauftragt, also mit einer teilweisen Rücknahme der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Der Präfekt der Gottesdienst-Kongregation hatte Priestern in demselben Vortrag in London vorgeschlagen, die Messe probeweise wieder mit dem Rücken zum Kirchenvolk zu zelebrieren.

Als Reaktion auf das große Medienecho dieser Äußerungen stellte der Vatikan klar, dass eine Änderung der Zelebrationsrichtung nicht geplant sei. Zudem hätten sich der Papst und Sarah darauf verständigt, dass der Begriff "Reform der Reform" nicht verwendet werden sollte, weil er Missverständnisse hervorrufe.

Das Gespräch des Chefredakteurs der italienischen Jesuiten-Zeitschrift "Civilta Cattolica" mit dem Papst ist Teil eines Bandes mit Predigten, die der heutige Papst als Erzbischof von Buenos Aires hielt. Das Buch wurde am Donnerstag im Vatikan von Spadaro, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, dem neuen Generaloberen der Jesuiten, Pater Arturo Sosa, sowie dem ehemaligen Pressesprecher des Papstes, Jesuitenpater Federico Lombardi, vorgestellt. (KNA)

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