Sarah: Ab Advent nach Osten zelebrieren

Es sei sehr wichtig, so bald und wann immer möglich den Gottesdienst "ad orientem" zu feiern, forderte Kardinal Sarah. Außerdem kündigte er an, die Liturgiereform des Konzils zu überarbeiten.

Liturgie | London - 06.07.2016

Kardinal Robert Sarah, Präfekt der vatikanischen Gottesdienstkongregation, hat die Priester gebeten, Gottesdienste ab Advent nach Osten zu feiern. Die Priester sollten diese Praxis wann immer möglich einsetzen, sagte er auf der "Sacra Liturgia"-Konferenz, die derzeit in London stattfindet. Das berichtet die Onlineausgabe des "Catholic Herald".

"Es ist sehr wichtig, dass wir so bald wie möglich zu einer gemeinsamen Ausrichtung zurückkehren, in der die Priester und Gläubigen gemeinsam in die gleiche Richtung schauen – ostwärts oder zumindest in Richtung der Apsis – auf den kommenden Herrn", sagte Kardinal Sarah. "Habt Vertrauen, dass das etwas Gutes ist für die Kirche und für die Gläubigen." Mit ihrem pastoralen Urteilsvermögen könnten die Priester selbst einschätzen, wie und wann die Messfeier "ad orientem" möglich sei, aber vielleicht könnten sie damit am ersten Sonntag dieses Advents beginnen. Schon zuvor hatte sich Sarah für diese Form der Messfeier eingesetzt.

In seiner Rede erwähnte Sarah außerdem, dass Papst Franziskus ihn gebeten habe, mit einer Untersuchung der "Reform der Reform" zu beginnen und die liturgischen Erneuerungen, die dem Zweiten Vatikanischen Konzil folgten, anzupassen, berichtet der "Catholic Herald". Die Studie solle "die zwei Formen des römischen Ritus bereichern".

Sehr ernste Fehlinterpretationen der Liturgie

Einige liturgische Studien legten nahe, dass manche nachkonziliare Reformen dem Zeitgeist entsprechend durchgeführt und über das "Sacrosanctum Concilium", die Konstitution über die heilige Liturgie der Konzilsväter, hinausgegangen sei. Einige "sehr ernste Fehlinterpretationen der Liturgie" hätten sich durch die Einstellung eingeschlichen, die den Menschen anstelle von Gott in den Mittelpunkt stelle. "Die Liturgie dreht sich nicht um dich und mich", sagte Sarah. "Darin feiern wir nicht unsere Identität oder unsere Leistungen, wir verherrlichen oder bewerben darin nicht unsere Kultur oder lokalen religiösen Bräuche. Die Liturgie handelt zuallererst von Gott und was er für uns getan hat." (jhe)

Kommentar: Der würdige Gottesdienst

Verkommt die Heilige Messe zu einem brüderlichen Zusammensein? Das befürchtet zumindest Kardinal Robert Sarah. Doch damit tut er der aktuellen Liturgie Unrecht, meint katholisch.de-Redakteur Björn Odendahl.

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