Papst küsst Hände von befreitem Pater

Nach seiner Verschleppung im Jemen blieb der Salesianer Tom Uzhunnalil 18 Monate gefangen. Papst Franziskus betete für ihn. Direkt nach der Befreiung des Paters nahm sich der Papst Zeit für ein Treffen.

Terrorismus | Vatikanstadt - 14.09.2017

Papst Franziskus hat den am Dienstag befreiten indischen Salesianerpater Tom Uzhunnalil im Vatikan empfangen. Nach Angaben der Vatikanzeitung L’Osservatore Romano sagte Uzhunnalil dem Papst am Mittwoch, "ich habe jeden Tag für Sie gebetet und mein Leiden Ihrer Mission und dem Wohl der Kirche anvertraut". Franziskus habe ihn sichtlich gerührt gesegnet und versichert, für den Pater weiter zu beten, wie er es während der Gefangenschaft getan habe. Uzhunnalil war eineinhalb Jahre in der Gewalt von Islamisten, die ihn im Jemen entführt hatten.

Uzhunnalil wird im Vatikan behandelt

Fotos in den Sozialen Netzwerken zeigen, wie Uzhunnalil Franziskus zum Dank die Füße küsst. Der wiederum hob den Pater hoch und küsste dessen Hände. Die Begegnung fand laut Vatikanzeitung nach der Generalaudienz statt. Nach Angaben der Salesianer soll Uzhunnalil im Vatikan gesund gepflegt werden. Das berichtet der vatikanische Pressedienst Asianews unter Berufung auf eine Mitteilung des Ordens. Demnach bleibt er im Vatikan "um seinen Schutz und seine völlige Genesung sicherzustellen"; die Rückkehr in seine südindische Heimat soll in Absprache mit den Ärzten erfolgen.

Uzhunnalil war Anfang März 2016 in der jemenitischen Hauptstadt Aden mutmaßlich von einer islamistischen Terrormiliz verschleppt worden und bat in den vergangenen Monaten wiederholt per Videobotschaften um Hilfe. Am Dienstag wurde er befreit und hielt sich zunächst in Maskat auf, der Hauptstadt des Sultanats Oman. An seiner Befreiung waren mehrere Parteien beteiligt: Neben den Regierungen Indiens, Jemens und Omans nennt der vatikanische Pressedienst Fides auch den Papst und Bischof Paul Hinder, der als apostolischer Vikar von Südarabien für den Jemen zuständig ist.

Nach dem  Anschlag auf ein christliches Seniorenheim und der Entführung ebbten anfängliche Signale, die auf eine mögliche Freilassung hindeuteten, bald ab. Im Dezember 2016 war im Internet ein Video Uzhunnalils aufgetaucht, in dem er die indische Regierung und den Papst um Hilfe ersuchte. Im Mai tauchte ein weiteres Video des gefangenen Geistlichen auf. Darin bat der 68-jährige Salesianer seine Familie, sich für seine Freilassung einzusetzen. Sein Gesundheitszustand verschlechtere sich rasch; er benötige "so schnell wie möglich stationäre Behandlung", so Uzhunnalil in dem Video. (luk)

14.9.2017, 15:27 Uhr: ergänzt um die medizinische Behandlung im Vatikan

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