Stephanskirche in Israel geschändet

Wieder hat es Christen in Israel getroffen: Die Stephanskirche im Judäischen Bergland wurde verwüstet. Die Täter sind unbekannt, doch der Jerusalemer Generalvikar hat einen Verdacht.

Israel | Bet Dschemal - 22.09.2017

Der Generalvikar des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem hat einen Anschlag auf die Kirche des heiligen Stephanus in Bet Dschemal scharf verurteilt. "Rowdys sind in die Kirche eingebrochen und haben die Kreuze, die Statue der Muttergottes und die Kirchenfenster sowie die Gesichter der Heiligen zerstört", sagte Weihbischof Giacinto-Boulos Marcuzzo am Donnerstag gegenüber dem kirchlichen Nachrichtenportal "Asianews". Am Mittwoch waren unbekannte Täter in das Gotteshaus im Judäischen Bergland eingedrungen. Marcuzzo geht von "jüdischen Extremisten" aus.

Der Anschlag hinterlasse zusätzlich zum finanziellen Schaden auch einen großen Schmerz, sagte der Weihbischof. "Diese Attacke bringt die fanatische Nachricht mit sich bringt, dass es hier eine Ideologie gibt, die den Glauben, die Sicht anderer, nicht akzeptiert", so der Generalvikar. Der Anschlag fand am Vorabend des jüdischen und muslimischen Neujahrsfests statt. Dies sei ein Tag "von symbolischem Wert, der wichtiger ist, als die eigentliche Feier", betonte Marcuzzo. Bei dem Fest gehe es um Freude und geschwisterliche Zusammenarbeit.

Auch die Bischöfe des Heiligen Landes (AOCTS) zeigten sich von der Kirchenschändung betroffen. Die Attacken hätten sich "in den letzten Jahren oft wiederholt", schrieben sie in einer Stellungnahme. Vom Staat Israel gebe es nur wenige Sicherheitsmaßnahmen gegen die Gewalt. Auch in der schulischen Erziehung werde dem Problem nicht entgegengewirkt, kritisierten die Bischöfe.

Die Christen in Bet Dschemal wurden bereits öfters Opfer von Attacken. Im Januar 2016 hatten Unbekannte den christlichen Friedhof entweiht. Die Stephanskirche im knapp 30 km von Jerusalem entfernten Ort ist Teil einer Klosteranlage. Auf ihrem Gebiet leben Priester des Ordens der Salesianer Don Boscos und Nonnen der Monastischen Familie von Betlehem, der Aufnahme Mariens in den Himmel und des heiligen Bruno. In der Kirche wird das ursprüngliche Grab des ersten christlichen Märtyrers, des Diakons Stephanus, verehrt. Seit 560 befinden sich seine Reliquien in der römischen Kirche San Lorenzo vor den Mauern. (rom/KNA)

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