Theologen fordern Priesterweihe verheirateter Männer

Können verheiratete Männer den Priestermangel beheben? Die Theologen Helmut Hoping und Philipp Müller sehen jedenfalls Chancen. In einem gemeinsamen Text stellen sie konkrete Forderungen an die Bischöfe.

Kirche | Berlin/Freiburg - 28.02.2017

Der Freiburger Dogmatiker Helmut Hoping und der Mainzer Pastoraltheologe Philipp Müller fordern angesichts des Priestermangels in Deutschland eine Lockerung des Zölibats. In einem Beitrag für die "Herder Korrespondenz" (März-Ausgabe) sprechen sich die beiden Theologen dafür aus, künftig auch sogenannte "viri probati", also bewährte verheiratete Männer aus dem Kreis der Ständigen Diakone, unter engen Bedingungen zu Priestern zu weihen.

Sollten zwei oder drei Bischöfe vorangehen?

Hoping und Müller betonen, es bestehe "kein Zweifel, dass die katholische Kirche die Freiheit dazu besitzt, wenn dies aus pastoralen Gründen geboten scheint". Unter anderem berufen sich die Theologen auf einen Vorschlag aus dem Jahr 1970: Damals hatten neun Theologieprofessoren - darunter die heutigen Kardinäle Walter Kasper und Karl Lehmann sowie Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. - ein Memorandum an die Deutsche Bischofskonferenz adressiert mit dem Ziel, neben unverheirateten, zölibatär lebenden Kandidaten auch die Priesterweihe von verheirateten Männern zu prüfen.

Hoping und Müller fordern die Bischofskonferenz nun dazu auf, Papst Franziskus einen konkreten Vorschlag für die Möglichkeit der Priesterweihe von "viri probati" zu unterbreiten. Unter Umständen, so die beiden Theologen, könnten auch zwei oder drei Bischöfe mit der Erlaubnis Roms vorangehen und verheiratete Diakone zu Priestern weihen. (stz)

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