Vatikan: Zwei Bischöfe in China gestorben

Informationen über die Lage der Kirche in China sind nicht leicht zu erhalten. Nun gab der Vatikan den Tod zweier Bischöfe in dem kommunistischen Land bekannt. Sie starben beide bereits im August.

China | Vatikanstadt - 07.10.2017

Das vatikanische Presseamt hat am Freitag den Tod zweier chinesischer Bischöfe bekanntgegeben: Erzbischof Silvester Li Jiantang (92) und Bischof Paul Xie Tingzhe (86). - Beide galten als vom Heiligen Stuhl anerkannt; das päpstliche Jahrbuch führte sie nicht auf. Die Bischöfe, die mehrere Lebensjahre in Arbeitslagern verbrachten, starben bereits im August.

Geschätzte rund 13 Millionen von etwa 1,3 Milliarden Einwohnern der Volksrepublik China sind Katholiken; die Behörden verzeichnen lediglich 6 Millionen. Als kleine Minderheit haben die Katholiken mit rund 100 Diözesen dennoch landesweit funktionierende Kirchenstrukturen. Eine große Besonderheit des chinesischen Katholizismus ist die Teilung in zwei Gruppierungen: Neben einer regimenahen und staatlich zugelassenen "Patriotischen Vereinigung" gibt es die sogenannte Untergrundkirche in Gemeinschaft mit dem Papst.

Silvester Li Jiantang, emeritierter Bischof von Taiyuan in der chinesischen Provinz Shanxi, verstarb demnach am 13. August im Alter von fast 93 Jahren an seinem Wohnsitz, wo er seit Jahren aus gesundheitlichen Gründen gepflegt wurde. Bischof Li gründete das Kleine Seminar in Taiyuan und das diözesane religiöse Institut der "Muttergottes von den sieben Schmerzen". Die Erzdiözese Taiyuan, ehemalige Mission der italienischen Franziskaner, zählt laut Vatikan 25 Pfarreien, 69 Weltpriester, 15 Seminaristen, 3 Ordensgemeinschaften und rund 100.000 Gläubige.

Aus dem Arbeitslager auf den Bischofsstuhl

Paul Xie Tingzhe, Bischof und Apostolischer Präfekt von Xinjiang-Urumqi, starb den Angaben nach am 14. August in Urumqui. Laut dem vatikanischen Pressedienst Asianews war er als Bischof nur vom Heiligen Stuhl anerkannt, nicht jedoch von der chinesischen Regierung, für die er als Priester galt. Der Untergrundbischof, geboren am 2. Januar 1931 in Lanzhou (Provinz Gansu) stammte aus einer katholischen Familie. Er wurde 1961 festgenommen und verbannt; bis 1979 musste er in einem Lager in Urumqi Zwangsarbeit leisten. Kurz nach seiner Freilassung wurde er 1980 zum Priester geweiht. Nach seiner Bischofsweihe 1991 erhielt er die vertretungsweise Leitung des Bistums von Xinjiang-Urumqi. Die Apostolische Präfektur Xinjiang-Urumqi, ehemalige Mission der Steyler Missionare, zählt laut Vatikan 21 Pfarreien, 23 Weltpriester, 2 Ordensgemeinschaften, ein katholisches Altersheim und rund 10.000 Gläubige. (KNA)

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