Erdbestattung

Die Erdbestattung gilt bis heute in der Kirche als bevorzugte Form der Bestattung. In der späten Antike setzte sich die Beerdigung des Verstorbenen gegenüber einer anderen Form durch.

Dossier: Friedhof | - 19.05.2015

Die Erdbestattung gilt bis heute in der Kirche als bevorzugte Form der Bestattung. In der späten Antike setzte sich die Beerdigung des Verstorbenen gegenüber der Feuerbestattung durch. Zugleich entwickelten sich Begräbnis und Bestattungsfeier zu einer öffentlichen Aufgabe der Gemeinde.

Für Christen bedeutet die Beerdigung des Leibes eine Würdigung der Schöpfung. Angehörige, Freunde und Bekannte des Verstorbenen ehren seinen Leib und denken dabei an die Wiederkunft Christi und die Auferstehung der Toten. Die Rituale der Beerdigung etwa Trauerzug, Gebete und Gesänge am Grab und das Hinablassen des Sarges helfen den Angehörigen in ihrem Trauerprozess. Die Kirche empfiehlt deshalb, daran festzuhalten.

Häufigste Bestattungsform

Das Erdbegräbnis ist in Deutschland immer noch die häufigste Form der Bestattung (55 Prozent). Vor allem in Städten haben jedoch Feuerbestattungen im letzten Jahrzehnt sehr stark zugenommen. Auch in Ostdeutschland wurden Verstorbene traditionell überwiegend eingeäschert. Bundesweit liegt der Anteil der Feuerbestattungen derzeit bei 45 Prozent – Tendenz steigend.

Die Kosten für eine Erdbestattung richten sich unter anderem nach der Art des Grabes. Fast alle Friedhöfe bieten Reihengräber und Wahlgräber an. Das Reihengrab ist die günstigere Variante. Die Friedhofsverwaltung bestimmt Lage und Größe des Grabes.

Wahlgrab erlaubt individuelle Gestaltung

Ein Wahlgrab erlaubt mehr individuelle Gestaltung. Die Käufer können einen Grabplatz für eine oder mehrere Personen wählen und auch über die Lage entscheiden. Wahlgräber liegen meist an exponierter Stelle, etwa an Hauptwegen oder am Eingang des Friedhofs.

Auf einigen Friedhöfen kann man die Grabstellen schon zu Lebzeiten erwerben, im Normalfall ist das bisher aber noch nicht möglich. In den letzten Jahren klagen jedoch Friedhöfe zunehmend über Unterbelegung. Der Trend zu kleinen Urnengräbern oder alternativen Bestattungsformen außerhalb des Friedhofs schafft Freiflächen. Daher sind auch immer mehr Friedhofsverwaltungen geneigt, besondere Anreize für Erdbestattungen zu schaffen.

Patenschaftssystem für historische Familiengräber

Neben der Möglichkeit, sich das eigene Grab selbst auszuwählen, haben einige alte Stadtfriedhöfe ein Patenschaftssystem für historische Familiengräber entwickelt. Auf dem Melatenfriedhof in Köln kann man zum Beispiel für denkmalrelevante Grabstätten aus dem 19. Jahrhundert Patenschaften übernehmen.

Viele kunstvoll verzierte Grabmäler würden sonst verfallen, weil die Familien sie nicht mehr nutzen wollen oder können - wenn etwa das Nutzungsrecht erloschen ist. Die Paten kümmern sich in Absprache mit der Friedhofsverwaltung um den Erhalt der Grabstätten und erwerben damit das Recht, dort auch einmal beigesetzt zu werden. (mog)

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