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Der Heilige aus dem Wald

Hubertus lebte vor seiner Priesterweihe als Einsiedler und ernährte sich durch die Jagd. Auf den Heiligen gehen allerlei Jagdbräuche zurück.

Hubertus | Bonn - 28.02.2015

Hubertus (um 655-727), Bischof von Lüttich, lebte vor seiner Priesterweihe als Einsiedler und ernährte sich durch die Jagd. Auf den Heiligen, dessen Gedenktag wir am 3. November feiern, gehen allerlei Jagdbräuche zurück.

Auch heute noch werden die Bewohner mancher Dörfer - vor allem in waldreichen Gegenden - am 3. November mit Hörnerschall an den Schutzpatron der Jäger erinnert, zum Beispiel in Lindlar im Bergischen Land. Jagdhornbläser ziehen dort am Hubertustag frühmorgens durch die Gemeinde und wecken die Mitglieder des örtlichen Hegerings, also der Jägerschaft.

Zur Hubertusmesse am Morgen in der Antonius-Kapelle kommen Jahr für Jahr Interessierte von weit her - sogar aus größeren Städten. Hubertusmessen werden auch heute noch oft in Pfarrgemeinden gefeiert, deren Kirche nach dem Heiligen benannt wurde. Musikalisch gestaltet werden sie dann stilgerecht von Jagdhornbläsern.

Ebenfalls ein alter Brauch, der sich teilweise bis in die heutige Zeit erhalten hat: der Jägerschlag. Nach Ende der dreijährigen Lehrzeit wird der Jägerbursche vom Lehrmeister mit einem Backenstreich freigesprochen. Der in den Kreis der altehrwürdigen Jäger aufgenommene Bursche gelobt daraufhin, die Gebote des Natur- und Tierschutzes allezeit zu befolgen und das jagdliche Brauchtum stets in Ehren zu halten. Gefeiert wurde und wird diese Zeremonie in der Regel Anfang November im Rahmen einer Hubertusmesse.

Leuchtendes Kreuz als göttliches Zeichen

Was der Heilige Hubertus mit der Jagd zu tun hat, geht auf eine Legende zurück. Hubertus wurde um das Jahr 655 als ältester Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse geboren. Er diente am Hof des Fürsten von Burgund. Dieser war mit Hubertus sehr zufrieden. Und so übertrug er dem jungen Mann mit der Zeit immer mehr Ämter. Doch das Schicksal spielte Hubertus übel mit. Seine junge Frau starb bei der Geburt ihres ersten Kindes.

Gedenktag: 3. November

Patron der Jäger, Förster, Waldarbeiter und Schützenvereine

Voller Verzweiflung stürzte Hubertus sich daraufhin in allerlei Vergnügungen, um seinen Kummer zu betäuben. Vor allem in der Jagd suchte er Ablenkung und Zerstreuung. Eines Tages - so die Legende - habe Hubertus in den einsamen Wäldern der Ardennen gejagt, als er plötzlich einen großen Hirsch erblickte. Der Jäger schlich sich an, um das Tier zu töten. Doch kurz bevor er den tödlichen Pfeil abschießen wollte, sah Hubertus ein hell leuchtendes Kreuz zwischen den Geweihstangen des Hirsches. Vom Licht geblendet ließ er Pfeil und Bogen fallen und sank auf die Knie. Und plötzlich hörte er eine Stimme, die ihn ermahnte, sein ausschweifendes Leben aufzugeben und sich Gott zuzuwenden. Als Hubertus aufschaute, war der Hirsch mit dem Kruzifix im Geweih verschwunden.

Der junge Mann veränderte von nun an radikal sein Leben. Er gab seine Ämter auf und verschenkte sein Vermögen an die Armen. Alsdann zog er sich in die Einsamkeit zurück und verbrachte seine Tage im Gebet. Bald erhielt Hubertus die Priesterweihe und zog als Missionar durch Brabant. Um das Jahr 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht. 717 verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich. Von dort aus verbreitete er den christlichen Glauben in den Ardennen. Nicht umsonst hat er den Beinamen "Apostel der Ardennen" erhalten.

Der Ausschnitt des Gemäldes "Messe des heiligen Hubertus" des Meisters von Werden von 1485 (in der National Gallery in London) zeigt die Bischofsweihe des heiligen Hubert, bei der ihm ein Engel von oben eine Stola reicht.
 KNA

Hubertus starb im Jahr 727. Besonders verehrt wird er in den Bistümern Luxemburg, Trier, Paderborn, Köln und Aachen. Er gilt als Schutzpatron der Jäger, Förster und Waldarbeiter - aber auch der Schützenvereine. Dargestellt wird der Heilige als Jäger oder Bischof - mit einem Hund und dem Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen den Geweihstangen.

Vielfältiges Brauchtum

Am Hubertustag wurden früher Brot, Salz und Wasser geweiht. Bauern mischten das gesegnete Brot unters Viehfutter. Manche Menschen nähten das Brot in ihre Kleider ein. Es sollte, so ein Aberglaube, vor den Bissen tollwütiger Tiere schützen. Später kamen "Hubertus-Riemchen" auf, die man zum Schutz im Knopfloch trug. In manchen Gegenden hat sich die Tradition der Hubertusbrötchen gehalten. In manchen Gegenden in der Eifel und in Belgien werden sie immer noch gebacken.

Hubertus-Pfarrgemeinden feiern nicht selten auch heute noch am Wochenende nach dem 3. November Hubertuskirmes, etwa in Roetgen in der Eifel. Auch das Wetter am Hubertustag spielt eine große Rolle. Denn eine Bauernregel für den 3. November lautet: "Bringt Hubertus Schnee und Eis, bleibt's den ganzen November weiß."

Von Margret Nußbaum

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