Patron der Journalisten

Seine "Philotea: Anleitung zum frommen Leben" zählt bis heute zu den beliebtesten Werken der christlichen Weltliteratur: Der Heilige Franz von Sales war ein charismatischer Kirchenlehrer und Ordensgründer.

Franz von Sales | Bonn - 28.02.2015

Die "Philotea: Anleitung zum frommen Leben" zählt auch heute noch – mehr als 400 Jahre nach Erscheinen – zu den beliebtesten Werken der christlichen Weltliteratur. Das Buch stammt aus der Feder des Heiligen Franz von Sales, einem charismatischen Kirchenlehrer und Ordensgründer. Sein Gedenktag in der katholischen Kirche ist der 24. Januar.

Geboren wurde Franz am 21. August 1567 als erstes von zehn Kindern auf Schloss Sales im Herzogtum Savoyen. Seine Eltern gehörten dem französischen Adel an. Ihr ältester Sohn war fromm und hatte schon in jungen Jahren den Wunsch, einmal Priester zu werden. Seinem Vater missfiel dieser Berufswunsch. Ihm schwebte für den ältesten Sohn eine Laufbahn als Jurist vor. Da Franz den Vater nicht enttäuschen wollte, nahm er im Jahr 1578 das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität von Paris auf, bezog aber Quartier im dortigen Jesuiten-Kolleg und studierte nebenbei Theologie.

Die Zeit damals war geprägt von den Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Calvinisten. Die Calvinisten glaubten, das ewige Leben oder die ewige Verdammnis eines Menschen seien von Geburt an von Gott bestimmt. Die Katholiken waren überzeugt, dass für einen Christen Werke der Nächstenliebe entscheidend seien.

Ein begnadeter Prediger

Franz stürzte durch diese unterschiedlichen Auffassungen in eine schwere Glaubenskrise. Diese überwand er nach Jahren intensiven Betens und dem Studium der heiligen Schriften. Sein Glaube an die Liebe und Gnade Gottes war nun durch nichts mehr zu erschüttern. Er setzte sein Studium in Padua fort und promovierte im Jahr 1591 zum Doktor des weltlichen und kirchlichen Rechts. Gegen den Willen seines Vaters ließ sich Franz von Sales im Jahr 1594 zum Priester weihen. Er entwickelte sich in der Diözese Genf zu einem charismatischen Prediger – getrieben von dem Ziel, die abtrünnigen Calvinisten wieder zum Katholizismus zu bekehren und den Menschen von der Güte und Barmherzigkeit Gottes zu erzählen.

Schwestern der Heimsuchung Mariens

In dem von Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal gegründeten Orden von der Heimsuchung Mariens leben heute immer noch etwa 2.500 Schwestern in 155 Klöstern auf vier Kontinenten. Die deutschsprachige Föderation der Schwestern der Heimsuchung verteilt sich auf zehn Klöster in Deutschland, Österreich, Kroatien und Tschechien.

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Sein Missionseifer war unermüdlich, der Weg in der kargen Gebirgslandschaft von Strapazen gezeichnet, seine Aufgabe zudem höchst gefährlich. Denn den calvinistischen Machthabern war sein Missionieren ein Dorn im Auge. Sie verboten der Bevölkerung unter Androhung von Strafen den Kontakt zu Franz. Dieser sann nach einer List und druckte seine Predigten auf Blätter, die er überall dort befestigte, wo Menschen lebten, arbeiteten und unterwegs waren. Trotz eines versuchten Attentats auf ihn und anderer Schwierigkeiten gab er nicht auf. Seine Beharrlichkeit machte sich bezahlt: Mit einfachen, zu Herzen gehenden Worten erreichte er einen großen Teil der Menschen rund um den Genfer See. Rund 8.000 kehrten durch Franz von Sales zum katholischen Glauben zurück.

Bestseller-Autor und Ordensgründer

Im Jahr 1602 wurde Franz zum Bischof von Genf geweiht. Unzählige Schriften stammen aus seiner Feder. Über 20.000 Briefe hat er während seiner Amtszeit als Bischof geschrieben. Und obwohl er von Natur aus eher aufbrausend war, bemühte er sich mit Erfolg, allen Angriffe gegen ihn mit Sanftmut, Güte und Liebe zu entgegnen. Im Jahr 1604 lernte Franz Johanna Franziska von Chantal kennen. Mit ihr verband ihn eine enge geistliche Freundschaft. In dieser Zeit reifte in ihm auch der Entschluss, seine persönliche Lebensregel aufzuschreiben. Und so erschien zur Jahreswende 1608/1609 sein berühmtestes Buch "Philothea: Anleitung zum frommen Leben". Innerhalb kürzester Zeit musste es wegen der starken Nachfrage neu aufgelegt werden. Es wurde in immer mehr Sprachen übersetzt. Bis zum Tode des Verfassers gab es allein in Frankreich 40 Auflagen – und Ausgaben in 17 verschiedenen Sprachen.

Oblaten und Oblatinnen des Heiligen Franz von Sales

Im Jahr 1872 gründeten Louis Brisson und Maria Salesia Chappius in Troyes die Ordensgemeinschaft der Oblaten des heiligen Franz von Sales. Drei Jahre später erhielt der Orden die päpstliche Anerkennung. Die Gründung einer Oblatinnen-Ordensgemeinschaft folgte im Jahr 1866. Hauptaufgabe der Oblaten und Oblatinnen des Heiligen Franz von Sales ist die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen. Weltweit gibt es vom Orden geleitete Schulen und Internate.

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Gemeinsam mit Franziska von Chantal gründete Franz von Sales im Jahr 1610 den Orden von der Heimsuchung Mariens. Die Schwestern nannten sich Salesianerinnen. 1618 wurde der Orden vom Papst anerkannt. Die Schwestern lebten einerseits in Klausur, waren andererseits aber der Nächstenliebe verpflichtet. Und so nahmen die Schwestern auch Frauen auf, die wegen ihrer körperlichen Gebrechen von anderen Orden abgelehnt worden waren. Es folgte die Gründung weiterer Klöster.

Heiligsprechung und Ernennung zum Kirchenlehrer

Franz von Sales starb auf einer Reise in Lyon am 28. Dezember 1622. Die Salesianerinnen setzten seinen Leichnam in ihrer Kirche in Annecy bei. Am 18. Dezember 1661 wurde Franz von Papst Alexander VII. selig- und am 19. April 1665 heiliggesprochen. Papst Pius IX. erklärte ihn am 16. November 1877 zum Kirchenlehrer. Am 26. Januar 1923 schließlich ernannte Papst Pius XI. ihn zum Patron der Journalisten und Schriftsteller. Ebenso als Patron der Gehörlosen wird Franz von Sales verehrt. Denn er kümmerte er sich während seiner Zeit als Prediger besonders rührend um einen gehörlosen Jungen, den er geistig und geistlich förderte. Dargestellt wird der Heilige häufig als Bischof und auch gemeinsam mit Johanna Franziska von Chantal – mal schreibend, mal mit einem der von ihm geschriebenen Bücher in der Hand.

Gedenktag: 24. Januar

Patron der katholischen Presse, der katholischen Schriftsteller, Verleger und Journalisten; von Kanton und Stadt Genf, Annecy und Chambéry; des Bistums Lausanne-Genf-Fribourg; der Gehörlosen

Von Margret Nußbaum

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