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Die Stimme der Laien

Seit der Entstehung des ZdKs Mitte des 19. Jahrhunderts gehört die Organisation der Katholikentage zu seinen wichtigsten Aufgaben. Aber es wirkt auch darüber hinaus.

Zentralkomitee der deutschen Katholiken | Bonn - 06.01.2015

Wenn alle zwei Jahre hunderttausende Menschen beim Katholikentag diskutieren und ein buntes Fest des Glaubens feiern, dann steckt dahinter ein Berg an Organisationsarbeit. Darum, dass alles glatt über die Bühne geht, kümmert sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Seit der Entstehung des ZdK Mitte des 19. Jahrhunderts gehört die Organisation der Katholikentage zu dessen wichtigsten Aufgaben. Aber es wirkt auch darüber hinaus: Das ZdK repräsentiert die katholischen Laien in Deutschland.

Selbstverständnis und Aufgaben

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken koordiniert die Arbeit der katholischen Laienorganisationen. Dazu gehören vor allem die Diözesanräte der einzelnen Bistümer und die katholischen Verbände. Darüber hinaus vertritt das ZdK die Anliegen der Katholiken in der Öffentlichkeit. Eine seiner wichtigsten Aufgaben sieht es in der Kommunikation: Mit Veranstaltungen wie dem Katholikentag will das ZdK Debatten in Gesellschaft und Politik hinein anstoßen, aber auch innerhalb der Kirche Diskussionsprozesse initiieren. In seiner Selbstdarstellung beschreibt es sich als "Bindeglied zwischen Kirche und Gesellschaft". Besonders der jeweilige Präsident verleiht dem ZdK eine Stimme. Es hält auch Kontakt zu den deutschen Katholiken, die im Ausland leben.

Nicht zuletzt beruft sich das ZdK auf das Zweite Vatikanische Konzil in den 60er-Jahren, das die Rolle der Laien in der Kirche aufwertete. Für die ZdK-eigene Stiftung hat es den Namen der Kirchenkonstitution des Konzils übernommen: "Lumen Gentium" – "Christus ist das Licht der Völker". Die Stiftung fördert mit eigenen Projekten wie Diskussionsveranstaltungen das Anliegen des ZdK.

Organisation

Zentrales Organ des ZdK ist die Vollversammlung, die sich zweimal im Jahr trifft. Sie hat etwa 230 Mitglieder. Die meisten davon sind gewählte Vertreter der Diözesanräte und der katholischen Organisationen (wie etwa Kolpingwerk oder Caritas), die ihrerseits noch etwa 45 sogenannte "Einzelpersönlichkeiten" in das Gremium wählen. Diese Einzelpersönlichkeiten sind meist prominente Katholiken aus Politik und Gesellschaft.

Die Vollversammlung wählt den Präsidenten, dessen Amtszeit vier Jahre dauert. Außerdem gibt sie die Richtlinien für die Arbeit des Zentralkomitees vor. Sie bestimmt den Hauptausschuss, der sich zwischen den Treffen der Vollversammlung um die Umsetzung der Vorhaben kümmert. Im Generalsekretariat des ZdK in Bonn erledigen etwa 30 Beschäftigte die organisatorische Arbeit des ZdK.

Verhältnis zur Deutschen Bischofskonferenz

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) erkennt das ZdK als Laienvertretung an. Es berät die DBK in Fragen des gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Lebens. Zweimal im Jahr trifft sich eine gemeinsame Konferenz beider Einrichtungen zu Beratungen. Zwar sind beide Institutionen grundsätzlich voneinander unabhängig, der Präsident des ZdK muss von den deutschen Bischöfen jedoch mit einer Zweidrittelmehrheit bestätigt werden.

Geschichte

Bald nach dem ersten Katholikentag, der im Revolutionsjahr 1848 in Mainz ausgerichtet wurde, entstand der Gedanke, für die nun regelmäßig stattfindende Veranstaltung ein geschäftsführendes Zentralkomitee einzurichten. 1868 wurde es erstmals gewählt. Während des Kulturkampfes unter Bismarck Ende des 19. Jahrhunderts und zur Zeit des Nationalsozialismus verschwand das Komitee aus dem öffentlichen Leben. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm es 1952 seine Arbeit unter dem heutigen Namen wieder auf.

Von Gabriele Höfling

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