Offener Brief an das Synodalpräsidium

Priesteramtskandidaten: Wollen beim Synodalen Weg beteiligt werden

Aktualisiert am 01.04.2022  –  Lesedauer: 

Regensburg ‐ Bei den Diskussionen im Priesterforum des Synodalen Wegs fühlt sich die Deutsche Seminarsprecherkonferenz nicht vertreten. Mit einem Offenen Brief hat deren Vorsitzender jetzt um mehr Beteiligung gebeten.

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Die Deutsche Seminarsprecherkonferenz (SSK) will im Forum "Priesterliche Existenz heute" des Synodalen Wegs beteiligt werden. "Die Expertise derjenigen, die sich aktuell in der Priesterausbildung befinden, fehlt im Priesterforum", sagte der Vorsitzende der SSK, Marvin Schwedler, katholisch.de am Freitag auf Anfrage. Da in diesem Forum über die Ausbildung und das künftige Leben als Priester gesprochen werde, sei es wichtig, dass auch Seminaristen in der Ausbildung mit in die Beratungen des Forums eingebunden würden.

Am Donnerstag hatte Schwedler einen Offenen Brief im Namen der Seminarsprecherkonferenz an das Präsidium des Synodalen Wegs, die Vorsitzenden des Synodalforums "Priesterliche Existenz heute" sowie die gesamte Synodalversammlung veröffentlicht. Darin äußerte er die Bitte, dass der Vorstand der SSK amtsgebunden Teil des Priesterforums werde, "da diese die gewählten Sprecher der deutschen Seminaristen sind".

Sein Vorgänger Fabian Neubert sei bei der Besetzung der vier Foren des Synodalen Wegs damals in seinem Amt als Seminarsprecher in das Priesterforum berufen worden, befinde sich jetzt aber nicht mehr in der aktiven Priesterausbildung, so Schwedler weiter. Es gehe ihm gar nicht darum, dass er sich nicht in den Positionen und Texten wiederfinden könne, die im Forum diskutiert werden. "Sicherlich hat jeder einzelne von uns eine unterschiedliche Meinung. Aber das ist auch gut so", betonte der SSK-Vorsitzende gegenüber katholisch.de. "Wir wollen einfach mehr Seminaristen im Forum haben, die sich aktuell in der Ausbildung befinden", erklärte er.

"Wir sind bereit, unseren Beitrag zur Synodalität zu leisten"

"Jeder von uns ist an einer anderen Stelle seiner Priesterausbildung", so Schwedler. Er selbst sei schon weiter in seinem Studium als andere Mitglieder des SSK-Vorstandes. "Wir wollen unsere Erfahrungen, die wir bisher in der Priesterausbildung und in den Praktika, die wir ja auch in der Priesterausbildung machen, einbringen", sagte der 27-Jährige, der selbst im Priesterseminar des Bistums Regensburg lebt. "Wir sind bereit, unseren Beitrag zur Synodalität zu leisten."

Mit dem Dominikaner Frater Simon Hacker befindet sich unter den Mitgliedern des Priesterforums des Synodalen Wegs entgegen der Kritik Schwendlers jedoch sehr wohl ein Kandidat für das Weiheamt. Der Ordensmann ist auf dem Weg, "im Dominikanerorden für die Kirche zu Diakonat und Priesteramt geweiht zu werden", wie er katholisch.de mitteilte. Aus diesem Grund sei es nicht zutreffend, dass die Perspektive angehender Priester bislang nicht im Forum vertreten sei. Hacker lebt im Wiener Konvent des Predigerordens.

Die SSK wurde 1968 in Mainz gegründet und versteht sich nach eigenen Angaben als Gremium, das die Interessen von Theologiestundeten in der Priesterausbildung vertritt. Das Gremium besteht aus den Senioren und Haussprechern der deutschen Priesterseminare. Bereits im Februar hatte Schwedler kritisiert, dass die Seminaristen im Priesterforum bislang nicht nach ihrer Sicht der Dinge befragt worden seien. "Da erhoffen wir uns doch, dass wir noch in die Diskussionen einbezogen werden", so der SSK-Vorsitzende in einem Interview. Bei der letzten Seminarsprecherkonferenz sei man sich ziemlich einig gewesen, dass man für eine synodale Kirche sei: "Wir waren uns aber auch relativ einig, dass wir weiter für die zölibatäre Lebensform sind, weil es die Lebensform Jesu war, aber dass wir uns kreative Möglichkeiten vorstellen können, wie priesterliches Leben heute gut gelingen kann." (cbr)

01.04.2022, 18 Uhr: ergänzt um Informationen zu Hacker.