Ein Paar kleiner Babyfüße lugt unter weißem Kleid hervor.
katholisch.de stellt besondere Frauen aus der Heiligen Schrift vor

Schöne Vornamen für Mädchen aus der Bibel

Bekannte biblische Namen gehören seit Jahren mit zu den beliebtesten Vornamen für Neugeborene. Doch es gibt auch weniger geläufige und dennoch einzigartige Namen und Namensvarianten. Das sind unsere Favoriten, deren Gedenktage und Geschichten.

Von Julia Martin |  Bonn - 03.08.2017

Geburtstag hat jede Kuh, sagt man flapsig. Doch vielen wissen nicht, wann sie oder ihre Kinder eigentlich Namenstag haben und auf welchen Patron ihr Vorname zurückgeht. Um Klarheit zu schaffen: Diesen können die Eltern aussuchen. Wer sein Kind also gerne nach einen biblischen Vorbild oder einer besonderen Heiligen benennen will, hat die freie Wahl. Das sind die schönsten Mädchennamen und deren Variationen.

Eva: Sie war die erste Frau, die Gefährtin von Adam. Gott formte sie im zweiten Schöpfungsbericht aus der Rippe des Mannes; laut dem ersten Schöpfungsbericht schuf Gott die beiden gemeinsam. Bis zum Sündenfall werden Adam und Eva nur als "der Mann" und "die Frau" bezeichnet. Erst nach der Vertreibung aus dem Paradies wird sie als "Eva" bezeichnet und schenkt Adam drei Kinder: Kain, Abel und Set. Sie gilt als Patronin der Gärtner und Schneider. Ihr Gedenktag ist der 23. Januar oder mit Adam zusammen der 24. Dezember. Variationen: Evi, Evelyn, Evita

Ein Ölgemälde der biblischen Szene des Sündenfalls.
Bild: © katholisch.de

Ein Ölgemälde der biblischen Szene des Sündenfalls.

Esther: Sie ist eine der bedeutendsten Frauen im Alten Testament. Als Königin von Persien hat sie ihr Volk vor einem schlimmen Schicksal bewahrt. Als der persische König Ataxerxes eine neue Frau sucht, fällt seine Wahl auf das Waisenmädchen Ester. Diese verheimlicht ihre jüdische Abstammung und wird so zur Königin. Der Vertrauensmann des Königs, Großwesir Haman, rät ihm zum Völkermord an den Juden. Ester überzeugt ihren Mann von der Absetzung Hamans und verhindert so den Genozid an ihrem Volk. Bis heute feiern die Juden als Erinnerung das Purimsfest, das nach gregorianischem Kalender im März stattfindet. Der katholische Gedenktag von Ester ist allerdings der 24. Mai. Variation: Ester

Sarah: Anfangs lautet ihr Name noch "Sarai", später wird die "Erzmutter" des Volkes Israel Sara. Sie war die Frau Abrahams, des Stammvaters der Israeliten. Nachdem Abraham und Sara im hohen Alter nach Ägypten vor einer Hungersnot fliehen, nimmt der Pharao Sara zur Frau. Abraham hatte die Schöne als seine Schwester ausgegeben. Sara und Abraham kehren aber durch Gottes Eingreifen nach Israel zurück. Im hohen Alter, mit 90 Jahren, bekommt sie noch ein Kind: Isaak. Ihr Gedenktag ist der 9. Oktober. Variation: Sara

Abraham schickt Hagar und Ismael in die Wüste. Sara und Isaak sehen im Hintergrund zu.

Lea: Lea war die erste Frau des Stammvaters Jakob. Sie gilt als die Mutter von sechs Söhnen, die jeweils als Stammväter der Zwölf Stämme Israels darstellen. Lea ist die ältere Schwester von Rahel, der anderen Ehefrau von Jakob. Dieser bevorzugt Rahel aufgrund ihrer Schönheit. Neben den Söhnen bekommt Lea auch eine Tochter, Dina. Der Gedenktag Leas ist der 22. März, der allerdings auf die Heilige Lea von Rom zurückgeht. Variationen: Lia

Anna: Ihr Name steht für Liebe, Gnade und Anmut. Zugleich gilt sie als die Großmutter Jesu. Und das, obwohl sie im neuen Testament nicht einmal erwähnt wird, sondern nur im Protoevangelium des Jakobus, das nicht zum biblischen Kanon gehört. Zwanzig Jahre sind Anna und ihr Mann Joachim kinderlos. Beiden erscheint nach Jahren des Gebets ein Engel und kündet die Geburt eines von Gott auserwählten Kindes an: Maria. Sie ist Patronin der Mütter und Ehe, Hausfrauen und Ammen. Der Gedenktag von Anna und ihrem Mann Joachim ist der 26. Juli. Variationen: Anni, Anne, Ann

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Ob Abraham, Moses oder Noah: Das Alte Testament scheint nur aus Geschichten über Männer zu bestehen. Und doch gibt es auch Gegenbeispiele. Katholisch.de stellt zehn von ihnen vor. (Artikel vom März 2017)

Maria: Der Gottesmutter kommt in der Bibel eine ganz besondere Rolle zu. Sie brachte Jesus zur Welt und war dabei, als ihr Sohn gekreuzigt wurde. Einige Dogmen widmen sich ihrer Stellung im katholischen Glauben. Maria wird vor allem in Bayern als Schutzpatronin verehrt. Der Rosenkranz ist das zentrale Mariengebet, das sich mit Stationen aus ihrem Leben beschäftigt. Im Kirchenjahr gibt es zwölf Marienfeste, ihr Namenstag ist der 12. September. Variationen: Marika, Marion, Mariella, Marina

Elisabeth: Sie ist eine der Ersten, die von der Schwangerschaft Mariens erfährt und sie als die "Mutter des Herrn" erkennt. Aus der Begegnung mit Maria entstand das Magnificat, das Loblied, das im Stundengebet der Kirche fest verankert ist. Auch Elisabeth ist zu diesem Zeitpunkt schwanger, als sie Marias Gruß hört, hüpft ihr Kind in ihrem Leib. Johannes der Täufer. Ihr Gedenktag ist der 5. November. Variationen: Elisabet, Lisbeth, Lisa, Isabel, Tina, Elsa, Elisa, Sissy

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Schwester Ursula Hertewich aus dem Dominikanerinnenkloster Arenberg betet das Magnificat, den Lobgesang Mariens. Danach erklärt sie, wann es feierlich gebetet wird und was es ihr bedeutet.

Hannah: Sie war als Zeugin im Tempel, als die Eltern Jesus als Neugeborenes in den Tempel brachten. Neben dem frommen Simeon erkannte sie in Jesus den Messias. Die Witwe Hannah galt in der Bibel als eine fromme Frau, die Tag und Nacht mit Fasten und Beten verbrachte. Ihr Gedenktag ist der 2. Februar. Variationen: Hanna, Anna,

Magdalena: Sie gilt als die "Apostelin der Apostel". Jesus befreite die Maria von Magdala von sieben Dämonen. Später wurde sie eine der wichtigsten Personen des Neuen Testaments: Sie war nicht nur bei Jesu Kreuzigung und Begräbnis anwesend, sondern hat die Schlüsselrolle in der Auferstehungsgeschichte. Maria Magdalena war die Erstzeugin, die den lebenden Jesus sieht. Sie erkennt ihn zwar zunächst nicht, bekommt aber den Auftrag, die Osterbotschaft den Jüngern zu überbringen. Sie gilt als Patronin der Frauen. Ihr Gedenktag ist der 22. Juli. Variationen: Magda, Madeleine, Marlene, Maddalena, Alena, Lena

Maria Magdalena mit dem Salbgefäß in der Hand: Sie war die Frau, die Jesu Leichnam salbte. Lange Zeit wurde sie auch mit der sündigen Frau aus Lk 7 gleichgesetzt, die zu Jesu Lebzeiten seine Füße küsste, salbte und mit ihren Tränen trocknete.

Marta: Die Schwester des Lazarus ist eine eher unbekannte Person des Neuen Testaments, während die Auferweckung ihres Bruders zu den geläufigen Geschichten gehört. Doch Jesus war ein gern gesehener Gast und Freund bei ihr und ihrer Schwester Maria. Bei einem Besuch beschwerte Marta sich über deren Untätigkeit. Jesus soll geantwortet haben: "Marta, Marta, du machst dir Sorgen und kümmerst dich um sehr viele Dinge. Eines aber nur ist notwendig. Maria hat den besseren Teil erwählt." Noch heute gilt sie als Patronin der Hausfrauen, Köchinnen und allen, die im Gast- und Hotelgewerbe arbeiten. Ihr Gedenktag ist der 29. Juli. Variationen: Martha, Marte

Von Julia Martin

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