Erzbischof Bentz: Live-Übertragung von Hinrichtung stoppen
Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat die geplante Hinrichtung von Nidal Hasan in den USA und ihre Live-Übertragung mit deutlichen Worten kritisiert. "Diese mediale Inszenierung des Todes ist verwerflich", sagte er laut Mitteilung der Deutschen Kommission Justitia et Pax am Donnerstag. Als Vorsitzender der Kommission erklärte Bentz weiter: "Wenn ein Staat einen Menschen vor laufenden Kameras töten lässt, tritt er die Menschenwürde mit Füßen, die auch jemandem, der schwerste Verbrechen begangen hat, nicht abgesprochen werden darf."
Der Erzbischof begrüßte die klare Kritik der US-amerikanischen Bischofskonferenz an diesem Vorhaben. Sie habe zu Recht darauf hingewiesen, "dass die Kultur des Todes nicht auf eine solch barbarische Weise gefördert werden darf und dass das moralische Fundament der Nation durch einen solchen grausamen Akt Schaden nimmt". Bentz forderte, dass "dieses Spektakel" in Europa über digitale Medien nicht abrufbar sein dürfe.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte angekündigt, dass die Hinrichtung von Nidal Hasan, der im November 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen getötet hatte, per Livestream übertragen werden soll. Diese Entscheidung ist weltweit umstritten.
Bentz: Todesstrafe abschaffen
Bentz warb dafür, das Engagement für die globale Abschaffung der Todesstrafe zu verstärken: "Die Würde der Person geht auch dann nicht verloren, wenn jemand schwerste Verbrechen begangen hat." Die Todesstrafe verstoße gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person. "Für uns als Kirche ist daher klar: Die Hinrichtung eines Menschen ist unzulässig und in keinem Fall gerechtfertigt. Es ist höchste Zeit, dass sich diese Einsicht auch bei jenen Staaten durchsetzt, die bis heute an dieser inhumanen und aus der Zeit gefallenen Strafmethode festhalten", forderte der Erzbischof.
92 Staaten hätten inzwischen das Zweite Fakultativprotokoll zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte zur Abschaffung der Todesstrafe vom 15. Dezember 1989 unterzeichnet. Für die verbliebenen Länder gebe es "keine Ausrede mehr", sich ihnen anzuschließen, so Bentz. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) wurde 1967 gegründet. Sie ist eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken mit Sitz in Berlin.