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Aufruf an Katholiken im Exekutionskommando

"Barbarei": US-Bischöfe kritisieren Live-Übertragung von Hinrichtung

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Washington - US-Kirchenvertreter wenden sich gegen eine öffentliche Hinrichtung: Militärbischof Broglio und Kardinal Cupich kritisieren die geplante Übertragung als "performative Barbarei" und warnen vor Schäden.

Der US-amerikanische Militärbischof hat zum Widerstand gegen die Übertragung der in den USA geplanten Hinrichtung des Attentäters Nidal Hasan aufgefordert. "Ich rufe alle Männer und Frauen guten Willens dazu auf, eine Überprüfung dieser Entscheidung zu fordern und zumindest alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um junge und leicht zu beeinflussende Menschen vor dem Live-Stream der geplanten Hinrichtung zu schützen" schrieb Erzbischof Timothy P. Broglio (Titelbild) in einem am Montag online veröffentlichten Statement.

Der Erzbischof ergänzte, er verpflichte alle Katholiken, "die dem Exekutionskommando zugeteilt sind, darum zu bitten, von dieser Handlung, die der Lehre der Kirche widerspricht, befreit zu werden". Broglio schließt sich mit seinem Statement einer Erklärung der texanischen Bischofskonferenz an, die die Todesstrafe ablehnt.

"Hinrichtung eines Mannes im Rollstuhl"

Broglio fragt in seinem Statement, ob man wirklich "den Terroristen dieser Welt nacheifern und die barbarische Tötung unserer Gegner öffentlich zur Schau stellen" wolle. "Wurde der potenzielle moralische Schaden bedacht, den die Mitglieder des Exekutionskommandos erleiden könnten? Lässt sich der Schaden, der jungen und leicht zu beeinflussenden Menschen durch die Live-Übertragung im Jahr des 250. Jahrestags unserer Unabhängigkeit zugefügt wird, überhaupt wieder gutmachen?" fragt der Erzbischof.

Das US-Militär genieße weltweit im Allgemeinen einen guten Ruf. Broglio kritisiert, nun wolle es sich mit Terroristen auf die gleiche Ebene begeben, "indem das Bild der Hinrichtung eines Mannes im Rollstuhl in die ganze Welt übertragen wird".

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Kardinal Blase Cupich fand ebenfalls scharfe Worte.

Der Erzbischof von Chicago, Kardinal Blase J. Cupich, hat die geplante Übertragung der Hinrichtung durch ein Exekutionskommando als "performative Barbarei" bezeichnet. In einem Beitrag bei X fragte er am Montag: "Wollen wir wirklich, dass unsere Kinder, die dies unweigerlich mitverfolgen werden, der Pornografie einer staatlich geförderten Tötung ausgesetzt werden?"

Eine im Fernsehen übertragene Hinrichtung trage nicht zur Verhinderung künftiger Verbrechen bei, sondern könnte sie sogar dadurch begünstigen, dass sie dem Mörder von Fort Hood den Status eines Märtyrers verleihe. "Darüber hinaus trägt sie dazu bei, unser Land als gewalttätigen, rachsüchtigen Ort darzustellen. Vergebung schenkt Gnade. Die staatliche Tötung ist eine Beleidigung unseres Herrn, der lehrt, dass jedes Leben heilig ist", so Cupich.

Entsetzte Reaktionen

Zuletzt hatte sich die US-amerikanische Bischofskonferenz schockiert und traurig über die geplante Hinrichtung und ihre Übertragung geäußert. Papst Leo XIV. hatte die Todesstrafe erneut als "unzulässig" bezeichnet. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hatte erklärt, es sei "nicht akzeptabel", den "Tod zur Show" zu machen. Auch der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hatte die Pläne scharf kritisiert. Die Diskussion habe mit dem Frieden, den die Welt brauche, überhaupt nichts zu tun, so der Erzbischof am Internationalen Tag gegen die Todesstrafe.

Nidal Hasan, Ex-Angehöriger des US-Militärs, hatte 2009 auf einem Stützpunkt in Texas 13 Menschen erschossen und Dutzende weitere verletzt. Die als Terroranschlag gewertete Tat geschah wenige Wochen vor einem geplanten Einsatz in Afghanistan. Hasan, der sich selbst als dschihadistischen Kämpfer bezeichnete, wurde 2013 zum Tode verurteilt. Die Erschießung des 56-Jährigen wäre die erste Hinrichtung durch das US-Militär seit 1961.

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