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Kritik an Entscheidung der US-Regierung

"Akademie für das Leben" an Tech-Konzerne: Todesstrafe nicht zeigen

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Vatikanstadt - Die Entscheidung, eine Hinrichtung in den USA live zu zeigen, bezeichnete der Chef der vatikanischen "Akademie für das Leben", Erzbischof Renzo Pegoraro, als "unangenehme Überraschung". Er sieht auch Tech-Konzerne in der Pflicht.

Der Präsident der päpstlichen "Akademie für das Leben", Erzbischof Renzo Pegoraro, hat US-Tech-Konzerne aufgefordert, sich zu weigern, eine von der US-Regierung geplante Vollstreckung der Todesstrafe zu zeigen. "Wir alle, einschließlich der großen Technologieunternehmen, müssen etwas mehr Mut zeigen und uns auf eine grundlegende ethische Reflexion einlassen, die es uns ermöglicht, zu manchen Dingen 'Ja' und zu anderen 'Nein' zu sagen", sagte Pegoraro in einem Interview mit dem US-amerikanischen "National Catholic Register" (Dienstag). "Wenn in diesem Fall Einigkeit darüber herrscht, dass diese Darstellung falsch ist – dass es moralisch inakzeptabel ist, die Todesstrafe als gewalttätige Reaktion auf Gewalt darzustellen –, dann geht es bei einem 'Nein' um mehr als nur um Meinungsfreiheit. Es ist auch eine Frage der Verantwortung." Meinungsfreiheit bedeute nicht, jede Form von Bösem oder Gewalt zu tolerieren oder zu akzeptieren.

Die Entscheidung der US-Regierung, die Todesstrafe eines verurteilten Attentäters im Livestream zu zeigen, nannte Pegorarao eine "unangenehme Überraschung". Die Position der Kirche zu diesem Thema sei klar. "Heute verfügen wir über alle notwendigen Mittel, um eine Freiheitsstrafe zu vollstrecken, ohne einem Menschen weder seine Würde noch sein Leben zu nehmen, und gleichzeitig die Möglichkeit der Hoffnung für jemanden offen zu lassen, der zweifellos schwere Verbrechen begangen hat." Natürlich müsse bei der Strafzumessung Verhältnismäßigkeit herrschen – das bedeute jedoch nicht, einem Menschen das Leben zu nehmen.

Kein wirksames Abschreckungsmittel

Dass die Exekution öffentlich gezeigt werden solle, füge eine weitere Dimension der Gewalt hinzu. "Damit soll der Gesellschaft signalisiert werden, dass bestimmte Taten drastisch, hart und unter den Augen der Öffentlichkeit bestraft werden", so der Erzbischof. Dies sei jedoch nicht die richtige Art der Abschreckung. "Die Bestrafung zu einem Spektakel zu machen, macht sie noch lange nicht zu einem wirksamen Abschreckungsmittel." Bestimmte Verbrechen könnten effektiver durch Prävention selbst verhindert werden, indem bestimmte Verhaltensmuster unterbunden würden, bevor diese sich festsetzten. "Gewalt lässt sich nicht mit noch mehr Gewalt lösen."

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"Ich rufe alle Männer und Frauen guten Willens dazu auf, eine Überprüfung dieser Entscheidung zu fordern und zumindest alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um junge und leicht zu beeinflussende Menschen vor dem Livestream der geplanten Hinrichtung zu schützen", sagte Erzbischof Timothy P. Broglio.

Die US-Regierung hatte zuletzt angekündigt, die Hinrichtung des früheren Militärpsychiaters Nidal Hasan per Livestream zu zeigen. Hasan war wegen des Angriffs auf den Militärstützpunkt Fort Hood im Jahr 2009 zum Tod verurteilt worden. Bei dem Angriff waren 13 Menschen getötet worden.

Kritik von Papst, Parolin und Bischöfen

Zahlreiche kirchliche Stimmen haben sich bereits kritisch zur Hinrichtung und der geplanten Liveübertragung geäußert. Papst Leo XIV. hatte die Todesstrafe als "unzulässig" bezeichnet. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin erklärte, es sei "nicht akzeptabel", den "Tod zur Show" zu machen. Die US-amerikanische Bischofskonferenz zeigte sich schockiert und traurig.

Der US-amerikanische Militärbischof Timothy P. Broglio forderte zum Widerstand gegen die Übertragung auf. "Ich rufe alle Männer und Frauen guten Willens dazu auf, eine Überprüfung dieser Entscheidung zu fordern und zumindest alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um junge und leicht zu beeinflussende Menschen vor dem Livestream der geplanten Hinrichtung zu schützen." Er verpflichte alle Katholiken, "die dem Exekutionskommando zugeteilt sind, darum zu bitten, von dieser Handlung, die der Lehre der Kirche widerspricht, befreit zu werden". Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße sagte am Samstag, die Diskussion habe mit dem Frieden, den die Welt brauche, überhaupt nichts zu tun. "Da kann man nicht ja nur an den Kopf fassen."

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