Nahrung, Energie, Verkehr: Erzbischof Schick für radikales Umdenken
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat angesichts des Klimawandels und der weltweiten Ausbeutung von Naturressourcen und Energiequellen zum radikalen Umdenken aufgerufen. "Mit der Politik muss die sozial-ökologische Transformation in die Köpfe und Herzen aller Menschen eingehen", sagte Schick am Freitagabend in Nürnberg. Jeder Mensch müsse seine Handlungsweisen bei Essen, Trinken, Energieverbrauch und Mobilität sehen, beurteilen und entsprechend handeln. Schick sprach zum Auftakt des Eröffnungskongresses des neuen "Ukama-Zentrums der Jesuiten für Sozial-Ökologische Transformation" im Caritas-Pirckheimer-Haus. Die Einrichtung wird von der Jesuitenprovinz Zentraleuropa getragen. Das "Ukama-Zentrum" versteht sich nach eigenen Angaben als "Think Tank, Bildungsstätte, Vernetzungsort für Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik, spirituelles Zentrum sowie Anlaufstelle für Aktivist:innen".
Unter den Folgen der Umweltzerstörung leiden nach den Worten des Erzbischofs die Menschen in den Entwicklungsländern unverhältnismäßig mehr als die Industrienationen: "Die Hauptverantwortungsträger für eine neue und andere zukunftsfähige Lebensweise sind wir." Um eine Veränderung im sozialen und ökologischen Bereich zu erreichen, sei es zudem notwendig, dass Kriege weltweit beendet würden. "Der Krieg bringt nicht nur Tod und Leid, sondern ist immer und überall der größte Ausbeuter von Naturressourcen, der größte Verschwender von Energiequellen und der größte Umweltzerstörer", so Schick.
Ferner forderte der Erzbischof eine Reform der Vereinten Nationen, die oft ein "zahnloser Tiger" seien. Zugleich brauche es eine internationale Politik, die die sozial-ökologische Transformation auf die erste Stelle der Agenda setze. "Das muss für die Kommunalpolitik ebenso gelten wie für die Politik der Staaten und aller internationaler Gremien", erklärte Schick. (rom/KNA)