Suche

Stundenbuch

Das katholische Stundengebet soll den gesamten Tagesablauf heiligen und den Alltag vor Gott bringen. Das liturgische Buch, das die Texte des Stundengebets enthält, heißt in der katholischen Kirche Stundenbuch. Auf katholisch.de finden Sie das komplette Stundenbuch in digitaler Form zum Mitbeten.
Aktuelles Stundengebet
Jetzt beten: Laudes
Donnerstag, 15. Oktober 2026
28. Woche im Jahreskreis

Lesehore

Wochentag
Eröffnung

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Hymnus
Du Gott des Lichts, dem Vater gleich

Du Gott des Lichts, dem Vater gleich,
du Licht, dem unser Licht entspringt,
du ew’ger Tag: hör unser Flehn,
das aus der Nacht zum Himmel dringt.

Entreiße uns der Finsternis
und aller Angst der Erdennacht,
streif ab von uns die Müdigkeit,
die uns zum Guten träge macht.

Du, Christus, bist das Licht der Welt,
der Gott, dem gläubig wir vertraun,
auf den im Dunkel dieser Zeit
wir alle unsre Hoffnung baun.

Aus ganzem Herzen preisen wir
dich, Christus, Herr der Herrlichkeit,
der mit dem Vater und dem Geist
uns liebt in alle Ewigkeit. Amen.

Göttliches Wort, der Gottheit Schrein

Göttliches Wort, der Gottheit Schrein,
führ uns in dein Geheimnis ein.

Brennender Dornbusch, der nicht verbrennt,
nenn uns den Namen, den niemand kennt.

Wolkensäule voll Herrlichkeit,
geh uns voran im Dunkel der Zeit.

Schlüssel Davids, der öffnet und schließt,
weis uns die Quelle, die immer fließt.

Logos, Wort und Antwort zugleich,
erschließe uns das Gottesreich.

Psalmodie
1. Ant.

Nicht ihr eigener Arm hat ihnen den Sieg verschafft, nein, deine Rechte, o Herr, und dein leuchtendes Angesicht. Halleluja.

Psalm 44, 2–9 · In Kriegsnot

All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. (Röm 8,37)

Gott, wir hörten es mit eigenen Ohren,  ∗
unsere Väter erzählten uns

von dem Werk, das du in ihren Tagen vollbracht hast,  ∗
in den Tagen der Vorzeit.

Mit eigener Hand hast du Völker vertrieben,  ∗
sie aber eingepflanzt.

Du hast Nationen zerschlagen,  ∗
sie aber ausgesät.

Denn sie gewannen das Land nicht mit ihrem Schwert,  ∗
noch verschaffte ihr Arm ihnen den Sieg;

nein, deine Rechte war es, dein Arm und dein leuchtendes Angesicht;  ∗
denn du hattest an ihnen Gefallen.

Du, mein König und mein Gott,  ∗
du bist es, der Jakob den Sieg verleiht.

Mit dir stoßen wir unsere Bedränger nieder,  ∗
in deinem Namen zertreten wir unsere Gegner.

Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen,  ∗
noch kann mein Schwert mir helfen;

nein, du hast uns vor unsern Bedrängern gerettet;  ∗
alle, die uns hassen, bedeckst du mit Schande.

Wir rühmen uns Gottes den ganzen Tag  ∗
und preisen deinen Namen auf ewig.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Nicht ihr eigener Arm hat ihnen den Sieg verschafft, nein, deine Rechte, o Herr, und dein leuchtendes Angesicht. Halleluja.

2. Ant.

Wenn ihr euch zum Herrn bekehrt, wird er sein Angesicht nicht von euch wenden. Halleluja.

Psalm 44, 10–17

Nun hast du uns verstoßen und mit Schmach bedeckt,  ∗
du ziehst nicht mit unserm Heer in den Kampf.

Du lässt uns vor unsern Bedrängern fliehen  ∗
und Menschen, die uns hassen, plündern uns aus.

Du gibst uns preis wie Schlachtvieh,  ∗
unter die Völker zerstreust du uns.

Du verkaufst dein Volk um ein Spottgeld  ∗
und hast an dem Erlös keinen Gewinn.

Du machst uns zum Schimpf für die Nachbarn,  ∗
zu Spott und Hohn bei allen, die rings um uns wohnen.

Du machst uns zum Spottlied der Völker,  ∗
die Heiden zeigen uns nichts als Verachtung.

Meine Schmach steht mir allzeit vor Augen  ∗
und Scham bedeckt mein Gesicht

wegen der Worte des lästernden Spötters,  ∗
wegen der rachgierigen Blicke des Feindes.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Wenn ihr euch zum Herrn bekehrt, wird er sein Angesicht nicht von euch wenden. Halleluja.

3. Ant.

Wach auf! Warum schläfst du, o Herr? Erwache, verstoß uns nicht für immer. Halleluja.

Psalm 44, 18–27

Das alles ist über uns gekommen,  †
und doch haben wir dich nicht vergessen,
 ∗
uns von deinem Bund nicht treulos abgewandt.

Unser Herz ist nicht von dir gewichen,  ∗
noch hat unser Schritt deinen Pfad verlassen.

Doch du hast uns verstoßen an den Ort der Schakale  ∗
und uns bedeckt mit Finsternis.

Hätten wir den Namen unseres Gottes vergessen  ∗
und zu einem fremden Gott die Hände erhoben,

würde Gott das nicht ergründen?  ∗
Denn er kennt die heimlichen Gedanken des Herzens.

Nein, um deinetwillen werden wir getötet Tag für Tag,  ∗
behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat.

Wach auf! Warum schläfst du, Herr?  ∗
Erwache, verstoß nicht für immer!

Warum verbirgst du dein Gesicht,  ∗
vergisst unsere Not und Bedrängnis?

Unsere Seele ist in den Staub hinabgebeugt,  ∗
unser Leib liegt am Boden.

Steh auf und hilf uns!  ∗
In deiner Huld erlöse uns!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Wach auf! Warum schläfst du, o Herr? Erwache, verstoß uns nicht für immer. Halleluja.

Versikel

Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht.

Lehre mich deine Gesetze.

Erste Lesung
Aus dem Buch Jesus Sirach. 16,24 – 17,10

Gottes Wege mit den Menschen

Hört auf mich und lernt von meiner Erfahrung, richtet euren Sinn auf meine Worte!
Wohl überlegt trage ich meine Gedanken vor und bescheiden teile ich mein Wissen mit:
Als Gott am Anfang seine Werke erschuf und ihnen zu ihrem Dasein Gesetze gab,
hat er ihre Aufgabe für immer festgelegt und ihren Machtbereich für alle Zeiten. Sie ermatten nicht und werden nicht müde, sie lassen nicht nach in ihrer Kraft.
Keines seiner Werke verdrängt das andere und bis in Ewigkeit widerstreben sie seinem Befehl nicht.
Dann hat der Herr auf die Erde geblickt und sie mit seinen Gütern erfüllt.
Mit allerlei Lebewesen bedeckte er ihre Fläche und sie kehren wieder zu ihr zurück.
Der Herr hat die Menschen aus Erde erschaffen und lässt sie wieder zu ihr zurückkehren.
Gezählte Tage und eine bestimmte Zeit wies er ihnen zu und gab ihnen Macht über alles auf der Erde.
Ihm selbst ähnlich hat er sie mit Kraft bekleidet und sie nach seinem Abbild erschaffen.
Auf alle Wesen legte er die Furcht vor ihnen, über Tiere und Vögel sollten sie herrschen.
Er bildete ihnen Mund und Zunge, Auge und Ohr und ein Herz zum Denken gab er ihnen.
Mit kluger Einsicht erfüllte er sie und lehrte sie, Gutes und Böses zu erkennen.
Er zeigte ihnen die Größe seiner Werke, um die Furcht vor ihm in ihr Herz zu pflanzen.
Sie sollten für immer seine Wunder rühmen
und seinen heiligen Namen loben.

Der Herr hat die Menschen aus Erde erschaffen; * ein Herz zum Denken gab er ihnen.

Er lehrte sie, Gutes und Böses zu erkennen. * Ein Herz zum Denken gab er ihnen.

Zweite Lesung
Theresia von Jesus († 1582) Aus der Abhandlung „Über das Buch des Lebens“.

Lass uns stets an die Liebe Christi denken

Wer Jesus als Freund und hochherzigen Führer an seiner Seite hat, kann alles tragen; denn Jesus hilft uns und gibt uns Kraft. Er lässt keinen im Stich und ist ein wahrer und aufrichtiger Freund. Ich sehe deutlich: wenn wir Gott gefallen und große Gnaden von ihm empfangen möchten, muss uns nach seinem Willen die Hand der heiligen Menschheit des Sohnes helfen, an dem seine göttliche Herrlichkeit Gefallen findet, wie er selbst gesagt hat.

Sehr oft habe ich die Erfahrung gemacht, und der Herr hat es mir selbst gesagt – ja ich möchte behaupten, ich habe es mit eigenen Augen gesehen –, dass wir durch diese Tür eintreten müssen, wenn wir wollen, dass die höchste Majestät uns Geheimes und Verborgenes offenbaren soll. Selbst auf dem höchsten Gipfel der Beschauung soll keiner einen anderen Weg suchen; denn auf diesem geht man sicher und zuverlässig. Hier ist unser Herr, von dem und durch den uns alles Gute kommt. Er wird uns lehren. Auf sein Leben müssen wir schauen; denn ein besseres und vollkommeneres Vorbild für die Nachfolge werden wir nicht finden.

Was wollen wir mehr als einen treuen Freund an unserer Seite, der uns in Mühsal und Not nicht verlässt, wie es weltliche Freunde tun? Wohl dem, der ihn wirklich und aufrichtig liebt und ihn immer neben sich hat!

Schauen wir auf den Apostel Paulus, der Jesus eingeschrieben und eingeprägt in seinem Herzen trug und gar nicht anders konnte, als Jesus auch im Munde zu führen. Als ich das eingesehen hatte, forschte ich sorgfältig und lernte, dass die der Beschauung besonders ergebenen Heiligen keinen anderen Weg gegangen waren, so zum Beispiel Franziskus, Antonius von Padua, Bernhardin und Katharina von Siena. Diesen Weg müssen wir in großer Freiheit gehen und uns ganz in die Hand Gottes geben. Gerne wollen wir gehorchen, wenn er uns unter seine Diener und Helfer aufnehmen will.

Wann immer wir an Christus denken, immer wollen wir beachten, von welcher Liebe er getrieben wurde, uns so viele Gnaden und Wohltaten zu gewähren, und welche Liebe uns Gott gezeigt hat, dass er uns ein solches Pfand seiner Zuneigung schenkte, denn Liebe verlangt Gegenliebe. Darum wollen wir uns Mühe geben, das immer vor Augen zu haben und dadurch die Liebe in uns zu wecken. Denn wenn Gott uns die Gnade erweist, unseren Herzen diese Liebe tief einzuprägen, wird uns alles ganz leicht, und in kurzer Zeit bringen wir mit wenig Mühe sehr viel zustande.

Gott zu nahen ist mein Glück. Wer von Gott weicht, geht zugrunde. * Ich setze meine Zuversicht auf den Herrn.

Wer sich an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm. * Ich setze meine Zuversicht auf den Herrn.

Romano Guardini († 1968) Aus dem Buch „Vorschule des Betens“.

Sammlung

Der erste Schritt in das Gebet ist die Sammlung; der zweite die Vergegenwärtigung von Gottes Wirklichkeit und der innere Vollzug des Geschaffen-Seins, den dritten bildet das Suchen seines heiligen Angesichtes. Darin bemüht sich der Betende, innezuwerden, dass Gott nicht bloß der allherrscherliche Er, sondern sein, des betenden Menschen, lebendiges Du ist. Gott ist Jener, der mich kennt und meint; nicht nur als einen unter Unzähligen, sondern mich selbst, in der Einzigkeit und Unvertretbarkeit meiner Person. Wohl bin ich nichts vor Ihm; aber es hat Ihm gefallen, mich anzurufen und in ein Verhältnis zu sich zu ziehen, in dem ich mit Ihm allein bin. In dieses Geheimnis der Liebe richtet sich das Gebet.

Das ist mit dem Worte gemeint, der Mensch solle „Gottes Angesicht“ – man kann auch sagen, und es wäre ein neues Geheimnis, „Gottes Herz“ – suchen. Es ist nicht leicht. Wenn ich mit dem Gebet beginne, sind vor mir die umgebenden Dinge, in mir das Durcheinander meiner Gedanken und Gefühle, und im übrigen meistens alles leer. Wohl sagt mir der Glaube, Gott sei da; ich habe aber nur selten ein deutliches Bewusstsein davon. Wohl ist Er überall, aber, wenn man sich so ausdrücken darf, immer auf der anderen Seite, in der Verborgenheit, und ich muss Ihn gleichsam aus ihr herausglauben. Aus Verhüllung, Dunkel und Leere muss ich sein hergewendetes Antlitz herausglauben, sein mich meinendes Herz heraussuchen und mein Gebet hineinrichten. Ich muss den inneren Bezug der Anrede finden und ihn immer wieder herstellen, wenn er verlorengeht – denn das tut er beständig. Immer wieder gleitet das Gebet in das bloße Selbstgespräch ab, oft sogar in den bloßen Ablauf von Worten. Die Rede immer wieder zur Anrede, das Selbstgespräch zum Zwiegespräch zu machen ist die eigentliche Vorbereitung und die stets neu zu vollziehende Richtigstellung des Gebetes.

Vor dem Angesichte Gottes empfängt der Mensch auch erst sein eigenes wirkliches Angesicht. Was wir das Antlitz des Menschen nennen, ist ja nichts Fertiges. Von ihm sind die sichtbaren Züge gleichsam nur die äußerste Schicht. Von ihnen geht es ins Tiefe: in die innere Gestalt, in den Charakter des Geistes, in die Klarheit und Entschiedenheit der Gesinnung, in die Innigkeit des Herzens. Für gewöhnlich hat der Mensch nicht viel mehr als eine Maske. Wie lebendig das Antlitz werden kann, kann man erfahren, wenn man etwa sieht, wie sich das Gesicht eines Menschen in Lauf eines Gesprächs, das ihn packt, oder einer Begegnung, die ihm nahegeht, auf einmal öffnet, so dass man meint, jetzt erstehe es überhaupt erst von innen her. Das sind natürliche Dinge, sie weisen aber auf göttliche hin. Jenes Angesicht, das vor Gott zählt, hat der Mensch von sich aus überhaupt noch nicht, sondern es wird erst von Ihm her. Indem ich zu Ihm spreche, werde ich erst richtig ein Jemand – jener Ich-selbst, den Er gemeint hat, als Er mich schuf und erlöste. Im Gebete erst bildet, entfaltet und festigt sich dieses Antlitz.

Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. * Verbirg nicht dein Gesicht vor mir.

Mein Herz denkt an dein Wort: Suchet mein Angesicht. * Verbirg nicht dein Gesicht vor mir.

Oration

Allmächtiger Gott, du hast die heilige Theresia von Avila durch deinen Geist erweckt und sie der Kirche als Lehrmeisterin des Weges zur Vollkommenheit geschenkt. Gib, dass wir in ihren Schriften Nahrung für unser geistliches Leben finden. Durchdringe uns mit der Gewissheit, dass du allein genügst, und entzünde in uns das Verlangen nach Heiligkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Abschluss

Singet Lob und Preis.

Dank sei Gott, dem Herrn.

Mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet, vertreten durch das Deutsche Liturgische Institut.

Unser Netzwerk

kna-katholisch-swarm-node3 (0.021s)