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Stundenbuch

Das katholische Stundengebet soll den gesamten Tagesablauf heiligen und den Alltag vor Gott bringen. Das liturgische Buch, das die Texte des Stundengebets enthält, heißt in der katholischen Kirche Stundenbuch. Auf katholisch.de finden Sie das komplette Stundenbuch in digitaler Form zum Mitbeten.
Aktuelles Stundengebet
Jetzt beten: Laudes
Freitag, 16. Oktober 2026
28. Woche im Jahreskreis

Lesehore

Hl. Margareta Maria Alacoque
Eröffnung

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Hymnus
Erwacht und singt in der Nacht;

Erwacht und singt in der Nacht;
es kommt das göttliche Wort, der Sohn,
der Himmel und Erde gemacht,
vom Thron in unsere Zeit und Niedrigkeit.

Erhebt euch, Menschen, und gebt ihm Ehr’,
der über das All ward gesetzt,
dem Kyrios Christ, der lebt im Jetzt
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Wort Gottes, dessen Macht und Ruf

Wort Gottes, dessen Macht und Ruf
im Urbeginn die Welt erschuf.
Du bist der Anfang und das Ende.

Der Himmel und die ganze Welt
sind deiner Hoheit unterstellt.
Du bist der Zeiten Lot und Wende.

Die Weisheit baute sich ein Haus,
darin spricht Gott sich selber aus,
und dieses Wort hat uns getroffen.

Nun ist die Welt nicht mehr so leer,
nicht mehr die Last so drückend schwer:
Der Weg zum Vater steht uns offen.

Christus, göttlicher Herr

Christus, göttlicher Herr,
dich liebt, wer nur Kraft hat zu lieben:
unbewusst, wer dich nicht kennt;
sehnsuchtsvoll, wer um dich weiß.

Christus, du bist meine Hoffnung,
mein Friede, mein Glück, all mein Leben:
Christus, dir neigt sich mein Geist;
Christus, dich bete ich an.

Christus, an dir halt’ ich fest
mit der ganzen Kraft meiner Seele:
dich, Herr, lieb’ ich allein –
suche dich, folge dir nach.

Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet

Selig, wem Christus​auf dem Weg begegnet,
um ihn zu rufen,​alles zu verlassen,
sein Kreuz zu tragen​und in seiner Kirche
für ihn zu wirken.

Bei ihm ist Christus,​stärkt ihn in der Wüste,
schenkt ihm durch Leiden​Anteil an der Freude.
Und seine Brüder​spüren Christi Liebe
in seiner Nähe.

Durch seine Jünger​spricht zu uns der Meister,
ruft uns zur Umkehr,​spendet Licht und Hoffnung.
In ihren Taten​wird die Botschaft Christi
für uns lebendig.

Vater im Himmel,​heilig ist dein Name,
dein Reich wird kommen,​das dein Sohn verheißen.
Hilf uns, im Geiste​ihm den Weg bereiten
als deine Boten. Amen.

Psalmodie
1. Ant.

Mein Gott, verbirg dich nicht vor meinem Flehen; mir ist angst, weil mich die Frevler bedrängen.

Psalm 55, 2–9 · Treulose Freunde

Da ergriff Jesus Furcht und Angst. (Mk 14,33)

Vernimm, o Gott, mein Beten;  ∗
verbirg dich nicht vor meinem Flehen!

Achte auf mich und erhöre mich!  ∗
Unstet schweife ich umher und klage.

Das Geschrei der Feinde macht mich verstört;  ∗
mir ist angst, weil mich die Frevler bedrängen.

Sie überhäufen mich mit Unheil  ∗
und befehden mich voller Grimm.

Mir bebt das Herz in der Brust;  ∗
mich überfielen die Schrecken des Todes.

Furcht und Zittern erfassten mich;  ∗
ich schauderte vor Entsetzen.

Da dachte ich: „Hätte ich doch Flügel wie eine Taube,  ∗
dann flöge ich davon und käme zur Ruhe.“

Weit fort möchte ich fliehen,  ∗
die Nacht verbringen in der Wüste.

An einen sicheren Ort möchte ich eilen  ∗
vor dem Wetter, vor dem tobenden Sturm.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Mein Gott, verbirg dich nicht vor meinem Flehen; mir ist angst, weil mich die Frevler bedrängen.

2. Ant.

Der Herr wird uns befreien aus der Hand des Feindes und Verfolgers.

Psalm 55, 10–15

Entzweie sie, Herr, verwirr ihre Sprache!  ∗
Denn in der Stadt sehe ich Gewalttat und Hader.

Auf ihren Mauern umschleicht man sie bei Tag und bei Nacht;  ∗
sie ist voll Unheil und Mühsal.

In ihr herrscht Verderben;  ∗
Betrug und Unterdrückung weichen nicht von ihren Märkten.

Denn nicht mein Feind beschimpft mich,  ∗
das würde ich ertragen;

nicht ein Mann, der mich hasst, tritt frech gegen mich auf,  ∗
vor ihm könnte ich mich verbergen.

Nein, du bist es, ein Mensch aus meiner Umgebung,  ∗
mein Freund, mein Vertrauter,

mit dem ich, in Freundschaft verbunden,  ∗
zum Haus Gottes gepilgert bin inmitten der Menge.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Der Herr wird uns befreien aus der Hand des Feindes und Verfolgers.

3. Ant.

Wirf deine Sorge auf den Herrn; er hält dich aufrecht.

Psalm 55, 17–24

Zu Gott will ich rufen,  ∗
der Herr wird mir helfen.

Am Abend, am Morgen, am Mittag seufze ich und stöhne;  ∗
er hört mein Klagen.

Er befreit mich, bringt mein Leben in Sicherheit  †
vor denen, die gegen mich kämpfen,
 ∗
wenn es auch viele sind, die gegen mich angehen.

Gott hört mich und beugt sie nieder,  ∗
er, der als König thront seit Ewigkeit.

Denn sie kehren nicht um  ∗
und fürchten Gott nicht.

Der Feind legt Hand an Gottes Freunde,  ∗
er entweiht Gottes Bund.

Glatt wie Butter sind seine Reden,  ∗
doch in seinem Herzen sinnt er auf Streit;

seine Worte sind linder als Öl  ∗
und sind doch gezückte Schwerter.

Du aber, Gott, wirst sie hinabstürzen in die tiefste Grube.  †
Gewalttätige und Betrüger erreichen nicht die Mitte ihres Lebens.
 ∗
Ich aber setze mein Vertrauen auf dich.

Wirf deine Sorge auf den Herrn, er hält dich aufrecht!  ∗
Er lässt den Gerechten niemals wanken.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.

Wirf deine Sorge auf den Herrn; er hält dich aufrecht.

Versikel

Mein Sohn, merke auf meine Weisheit.

Meiner Einsicht neige dein Ohr.

Erste Lesung
Aus dem Buch Jesus Sirach. 17,11-32

Die Erwählung Israels

Er hat ihnen Weisheit geschenkt und ihnen das Leben spendende Gesetz gegeben.
Einen ewigen Bund hat er mit ihnen geschlossen und ihnen seine Gebote mitgeteilt.
Ihre Augen sahen seine machtvolle Herrlichkeit, ihr Ohr vernahm seine gewaltige Stimme.
Er sprach zu ihnen: Hütet euch vor allem Unrecht! Er schrieb ihnen ihr Verhalten gegenüber dem Nächsten vor.
Ihre Wege liegen allezeit offen vor ihm, sie sind nicht verborgen vor seinen Augen.
Für jedes Volk bestellte er einen Herrscher, Israel aber ist der Erbbesitz des Herrn.
Alle ihre Taten stehen vor ihm wie die Sonne, seine Augen ruhen stets auf ihren Wegen.
Ihre Frevel sind vor ihm nicht verborgen, alle ihre Sünden stehen dem Herrn vor Augen.
Das Almosen eines jeden ist bei ihm wie ein Siegelring, des Menschen Wohltat behütet er wie einen Augapfel.
Schließlich erhebt er sich und vergilt ihnen, er lässt die Vergeltung über ihr Haupt kommen.
Den Reumütigen aber gewährt er Umkehr und tröstet die Hoffnungslosen [und bestimmte sie für ein Leben in der Wahrheit].
Wende dich zum Herrn, lass ab von der Sünde, bete vor ihm und beseitige das Ärgernis!
Kehre zum Höchsten zurück und wende dich ab vom Bösen, hasse stets das Schlechte!
Wer wird in der Unterwelt den Höchsten loben anstelle derer, die leben und ihn preisen?
Beim Toten, der nicht mehr ist, verstummt der Lobgesang; nur der Lebende und Gesunde preist den Herrn.
Wie groß ist das Erbarmen des Herrn und seine Nachsicht gegen alle, die umkehren zu ihm.
Denn nicht wie Gott ist der Mensch, Gottes Gedanken sind nicht wie die Gedanken der Menschen.
Was ist heller als die Sonne? Und selbst sie verfinstert sich; so ist auch das Begehren von Fleisch und Blut böse.
Das Heer in der Höhe zieht er zur Rechenschaft, erst recht die Menschen, die nur Staub und Asche sind.

Wende dich zum Herrn, lass ab von der Sünde, * bete vor ihm, und beseitige das Ärgernis!

Kehre zum Höchsten zurück, und wende dich ab vom Bösen. * Bete vor ihm, und beseitige das Ärgernis!

Zweite Lesung
Margareta Maria Alacoque († 1690) Aus einem Brief über die Bedeutung des göttlichen Herzens.

Wir sollen die Liebe Christi verstehen, die alles Erkennen übersteigt

Die große Sehnsucht des Herrn nach der Verehrung seines Herzens scheint mir darauf hinzuzielen, in unseren Herzen die Frucht der Erlösung zu erneuern. Denn sein heiliges Herz ist eine unerschpfliche Quelle und sucht nichts anderes, als sich in demütige Herzen zu ergießen, damit sie frei und bereit werden, das eigene Leben nach seinem göttlichen Wohlgefallen einzusetzen.

Von diesem göttlichen Herzen fließt die Gnade unaufhörlich in drei Strömen aus: Aus dem ersten Strom fließt das Erbarmen mit den Sündern und gibt ihnen den Geist der Reue und Umkehr ein. Der zweite Strom ist die Liebe; er bringt all denen Hilfe, die in Not und Mühsal sind, vor allem denen, die nach Vollkommenheit streben, damit sie bei der Bewältigung ihrer Schwierigkeiten Hilfe finden. Aus dem dritten Strom fließen Liebe und Licht für die vollkommenen Freunde Jesu, die er mit sich vereinigen will, um ihnen sein Wissen und seine Gebote mitzuteilen; sie sollen sich – jeder in einer anderen Form – der Mehrung seiner Herrlichkeit weihen.

Dieses göttliche Herz ist der Abgrund alles Guten, in dem die Armen all ihre Not untertauchen sollen. Es ist ein Abgrund der Freude, in den wir all unsere Traurigkeit versenken sollen, ein Abgrund der Demut gegen unser Unvermögen, ein Abgrund des Erbarmens für alle Unglücklichen, ein Abgrund der Liebe, in dem unsere ganze Armut untergehen soll.

Ihr müsst euch mit dem Herzen unseres Herrn Jesus Christus vereinigen, euch am Anfang der Bekehrung in die rechte Verfassung versetzen, am Ende aber Sühne leisten. Macht ihr keinen Fortschritt im Gebet? Dann genüge es euch, Gott jene Gebete darzubringen, die der Heiland für uns im Sakrament des Altars spricht, und seine Glut aufzuopfern, zur Heilung eurer Lauheit.

Sooft ihr etwas tut, betet: „O Gott, das tue ich – oder: das nehme ich auf mich – aus Liebe zum Herzen deines Sohnes und nach seinen heiligen Plänen, die ich dir darbringe, um alles gutzumachen, was an meinem Tun schlecht und unvollkommen ist.“ Ähnlich betet in allen Lebenslagen. Sooft euch etwas Peinliches, Trauriges oder Unrechtes widerfährt, sprecht zu euch selbst: „Nimm es an, das heilige Herz Jesu Christi schickt es, damit du tiefer mit ihm vereint wirst.“

Vor allem haltet den Frieden des Herzens fest, der alle Schätze übertrifft. Um ihn zu bewahren, ist uns nichts von größerem Nutzen, als wenn wir auf unseren eigenen Willen verzichten und an seine Stelle den Willen des göttlichen Herzens setzen, damit Christus für uns alles tut, was zu seiner Ehre beiträgt. Ihm sollen wir uns in Freude unterwerfen und ganz auf ihn vertrauen.

Ich preise dich, mein Vater, Herr des Himmels und der Erde. Den Weisen und Klugen hast du es verborgen, Unmündigen aber hast du es offenbart. * Ja, mein Vater, so war es wohlgefällig vor dir.

Den Sohn kennt keiner außer der Vater, und keiner kennt den Vater außer der Sohn und wem der Sohn es offenbart. * Ja, mein Vater, so war es wohlgefällig vor dir.

Romano Guardini († 1968) Aus dem Buch „Vorschule des Betens“.

Die Haltung beim Gebet

Die alte Zeit hat gewusst, dass Haltung und Gebärde nichts Äußerliches sind. Sie können dazu werden, dann sind sie aber bereits verdorben. In Wahrheit reicht eine Gebärde von der Hand bis ins Herz zurück, und die Haltung des Körpers wurzelt im Innersten der Gesinnung. Haltung und Gebärde drücken aus, was im Innern lebt, was das Herz fühlt, und der Sinn meint – sie wirken aber auch in dieses Innere hinein, geben ihm Halt, formen und erziehen es. So ist es nicht gleichgültig, in welcher Stellung man betet. Wenn nicht irgendein Grund zwingt, kann man es in jeder Weise tun; hat man aber Freiheit, dann soll es in einer Weise geschehen, welche die Gott geschuldete Ehrerbietung ausdrückt, denn nicht nur die Seele, sondern der ganze Mensch soll beten. Diese Haltung hilft dann ihrerseits dem Innern, ehrfürchtig und gesammelt zu sein. Hier muss jeder sehen, was für ihn gut ist.

Die wichtigste Haltung des Betens wird immer noch das Knien sein. Es drückt die Ehrfurcht vor Dem aus, welcher der Heilige und Herr ist, und bringt das Innerste in Ernst und Bereitschaft. Allerdings muss man auch wirklich knien, nicht halb liegen. Es ist eine Haltung der Zucht, nicht der Bequemlichkeit, und die paar Minuten wird man sie schon durchführen können. Als Maßstab der Wahrheit braucht man sich nur zu fragen, was man sich wohl im Erwerbsleben oder beim Sport zumuten würde.

Eine schöne Gebetshaltung ist ferner das Stehen. Die christliche Frühzeit liebte sie sehr, dann hat sie sich verloren. Es wäre aber gut, sie neu zu entdecken, denn sie hat etwas Freies und Aufrechtes, drückt Bereitschaft und zugleich Würde aus. So kann sie unter Umständen helfen, über bedrückte oder dumpfe Augenblicke hinwegzukommen. Auch wenn man nichts zu sagen weiß und doch seinen guten Willen ausdrücken möchte, kann sie gut sein. Sie spricht dann wenigstens: „hier bin ich vor Dir“ – oder auch nur: „hier stehe ich vor Ihm“.

Das Sitzen bildet ebenfalls eine echte Gebetshaltung; allerdings das richtige, welches aufrecht und zusammengenommen ist. Es eignet sich besonders für die Betrachtung oder für ein stilles Weilen bei Gott.

Ebenso wichtig wie alle genannten Haltungen ist aber auch ihre Gegenform, nämlich jene, die rein innerlich bleibt und mitten unter den Leuten, auf der Straße, im Beruf, im geselligen Verkehr vollzogen werden kann, ohne dass einer sie wahrnimmt. Und es ist etwas sehr Schönes und Tiefes, wenn der Christ so das heilige Gott-Gegenüber in die Welt und unter die Menschen trägt. Er darf nur kein Wesen daraus machen, weder anderen noch sich selbst gegenüber.

Das gilt überhaupt für alles, wovon hier gesprochen worden ist. Wenn das Gebetsleben verwildert und seine Form zerfällt, ist das schlimm – ebenso schlimm sind aber Ordnung und Formen, wenn man ein unnatürliches Wesen daraus macht.

Herr, du Gott meines Heils, * lass mein Gebet zu dir dringen.

Zu dir schreie ich am Tag und bei Nacht, * Lass mein Gebet zu dir dringen.

Oration

Barmherziger Gott, du hast die heilige Margareta Maria Alacoque die Liebe deines Sohnes schauen lassen, die alles Begreifen übersteigt. Schenke auch uns deinen Geist, damit wir die Größe deines Erbarmens erkennen und am Reichtum deines göttlichen Lebens teilhaben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Abschluss

Singet Lob und Preis.

Dank sei Gott, dem Herrn.

Mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet, vertreten durch das Deutsche Liturgische Institut.

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