Stundenbuch
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile, mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Erwacht und singt in der Nacht;
es kommt das göttliche Wort, der Sohn,
der Himmel und Erde gemacht,
vom Thron in unsere Zeit und Niedrigkeit.
Erhebt euch, Menschen, und gebt ihm Ehr’,
der über das All ward gesetzt,
dem Kyrios Christ, der lebt im Jetzt
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Wort Gottes, dessen Macht und Ruf
im Urbeginn die Welt erschuf.
Du bist der Anfang und das Ende.
Der Himmel und die ganze Welt
sind deiner Hoheit unterstellt.
Du bist der Zeiten Lot und Wende.
Die Weisheit baute sich ein Haus,
darin spricht Gott sich selber aus,
und dieses Wort hat uns getroffen.
Nun ist die Welt nicht mehr so leer,
nicht mehr die Last so drückend schwer:
Der Weg zum Vater steht uns offen.
Erwartet den Herrn,
steht als Knechte bereit an der Tür.
Schon jauchzt jeder Stern.
Seht, er kommt, seht, er kommt, wir sind hier.
Komm, Herr Jesus, Maranatha.
Entzündet die Lampen, ihr Mägde,
erglühet im Geist
im Kommen des EwigGeliebten,
der Kyrios heißt.
Komm, Herr Jesus, Maranatha.
Du wirfst dein Feuer zur Erde
und willst, dass es brennt,
und wir sind der Mund,
der anbetend dein Kommen bekennt.
Komm, Herr Jesus, Maranatha.
Mein Gott, verbirg dich nicht vor meinem Flehen; mir ist angst, weil mich die Frevler bedrängen.
Psalm 55, 2–9 · Treulose Freunde
Da ergriff Jesus Furcht und Angst. (Mk 14,33)
Vernimm, o Gott, mein Beten;
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verbirg dich nicht vor meinem Flehen!
Achte auf mich und erhöre mich!
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Unstet schweife ich umher und klage.
Das Geschrei der Feinde macht mich verstört;
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mir ist angst, weil mich die Frevler bedrängen.
Sie überhäufen mich mit Unheil
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und befehden mich voller Grimm.
Mir bebt das Herz in der Brust;
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mich überfielen die Schrecken des Todes.
Furcht und Zittern erfassten mich;
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ich schauderte vor Entsetzen.
Da dachte ich: „Hätte ich doch Flügel wie eine Taube,
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dann flöge ich davon und käme zur Ruhe.“
Weit fort möchte ich fliehen,
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die Nacht verbringen in der Wüste.
An einen sicheren Ort möchte ich eilen
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vor dem Wetter, vor dem tobenden Sturm.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Mein Gott, verbirg dich nicht vor meinem Flehen; mir ist angst, weil mich die Frevler bedrängen.
Der Herr wird uns befreien aus der Hand des Feindes und Verfolgers.
Psalm 55, 10–15
Entzweie sie, Herr, verwirr ihre Sprache!
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Denn in der Stadt sehe ich Gewalttat und Hader.
Auf ihren Mauern umschleicht man sie bei Tag und bei Nacht;
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sie ist voll Unheil und Mühsal.
In ihr herrscht Verderben;
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Betrug und Unterdrückung weichen nicht von ihren Märkten.
Denn nicht mein Feind beschimpft mich,
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das würde ich ertragen;
nicht ein Mann, der mich hasst, tritt frech gegen mich auf,
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vor ihm könnte ich mich verbergen.
Nein, du bist es, ein Mensch aus meiner Umgebung,
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mein Freund, mein Vertrauter,
mit dem ich, in Freundschaft verbunden,
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zum Haus Gottes gepilgert bin inmitten der Menge.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Der Herr wird uns befreien aus der Hand des Feindes und Verfolgers.
Wirf deine Sorge auf den Herrn; er hält dich aufrecht.
Psalm 55, 17–24
Zu Gott will ich rufen,
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der Herr wird mir helfen.
Am Abend, am Morgen, am Mittag seufze ich und stöhne;
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er hört mein Klagen.
Er befreit mich, bringt mein Leben in Sicherheit
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vor denen, die gegen mich kämpfen,
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wenn es auch viele sind, die gegen mich angehen.
Gott hört mich und beugt sie nieder,
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er, der als König thront seit Ewigkeit.
Denn sie kehren nicht um
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und fürchten Gott nicht.
Der Feind legt Hand an Gottes Freunde,
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er entweiht Gottes Bund.
Glatt wie Butter sind seine Reden,
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doch in seinem Herzen sinnt er auf Streit;
seine Worte sind linder als Öl
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und sind doch gezückte Schwerter.
Du aber, Gott, wirst sie hinabstürzen in die tiefste Grube.
†
Gewalttätige und Betrüger erreichen nicht die Mitte ihres Lebens.
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Ich aber setze mein Vertrauen auf dich.
Wirf deine Sorge auf den Herrn, er hält dich aufrecht!
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Er lässt den Gerechten niemals wanken.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Wirf deine Sorge auf den Herrn; er hält dich aufrecht.
Mein Sohn, merke auf meine Weisheit.
Meiner Einsicht neige dein Ohr.
Die Erwählung Israels
Er hat ihnen Weisheit geschenkt und ihnen das Leben spendende Gesetz gegeben.
Einen ewigen Bund hat er mit ihnen geschlossen und ihnen seine Gebote mitgeteilt.
Ihre Augen sahen seine machtvolle Herrlichkeit, ihr Ohr vernahm seine gewaltige Stimme.
Er sprach zu ihnen: Hütet euch vor allem Unrecht! Er schrieb ihnen ihr Verhalten gegenüber dem Nächsten vor.
Ihre Wege liegen allezeit offen vor ihm, sie sind nicht verborgen vor seinen Augen.
Für jedes Volk bestellte er einen Herrscher, Israel aber ist der Erbbesitz des Herrn.
Alle ihre Taten stehen vor ihm wie die Sonne, seine Augen ruhen stets auf ihren Wegen.
Ihre Frevel sind vor ihm nicht verborgen, alle ihre Sünden stehen dem Herrn vor Augen.
Das Almosen eines jeden ist bei ihm wie ein Siegelring, des Menschen Wohltat behütet er wie einen Augapfel.
Schließlich erhebt er sich und vergilt ihnen, er lässt die Vergeltung über ihr Haupt kommen.
Den Reumütigen aber gewährt er Umkehr und tröstet die Hoffnungslosen [und bestimmte sie für ein Leben in der Wahrheit].
Wende dich zum Herrn, lass ab von der Sünde, bete vor ihm und beseitige das Ärgernis!
Kehre zum Höchsten zurück und wende dich ab vom Bösen, hasse stets das Schlechte!
Wer wird in der Unterwelt den Höchsten loben anstelle derer, die leben und ihn preisen?
Beim Toten, der nicht mehr ist, verstummt der Lobgesang; nur der Lebende und Gesunde preist den Herrn.
Wie groß ist das Erbarmen des Herrn und seine Nachsicht gegen alle, die umkehren zu ihm.
Denn nicht wie Gott ist der Mensch, Gottes Gedanken sind nicht wie die Gedanken der Menschen.
Was ist heller als die Sonne? Und selbst sie verfinstert sich; so ist auch das Begehren von Fleisch und Blut böse.
Das Heer in der Höhe zieht er zur Rechenschaft, erst recht die Menschen, die nur Staub und Asche sind.
Wende dich zum Herrn, lass ab von der Sünde, * bete vor ihm, und beseitige das Ärgernis!
Kehre zum Höchsten zurück, und wende dich ab vom Bösen. * Bete vor ihm, und beseitige das Ärgernis!
Hedwig trug stetes Verlangen nach Gott
Die Dienerin Gottes wusste, dass die lebendigen Steine, die in den Bau des himmlischen Jerusalem eingefügt werden, in dieser Welt durch Schicksalsschläge behauen werden müssen und dass wir durch viele Drangsale in die ewige Herrlichkeit eingehen müssen * . Darum setzte sie sich ganz den Fluten des Leidens aus und nahm ihren Leib ohne Mitleid in die Zucht harter Kasteiungen. Sie mutete sich täglich so schweres Fasten zu, dass viele Menschen sich wunderten, wie eine so schwache und zarte Frau solches aushalten konnte.
Je mehr sie so in aller Besonnenheit durch ständige Härte ihr Fleisch abtötete, desto mehr nahm sie in der Kraft des Geistes und in der Gnade zu, und desto mehr wuchs in ihr die Flamme der Gottesliebe. Sie wurde oft von einem so glühenden Verlangen emporgehoben und zu Gott getragen, dass sie das Empfinden verlor und nicht mehr wahrnahm, was um sie her vorging.
Wie sie in der Frömmigkeit ihres Herzens immer zu Gott hinstrebte, so neigte sie sich auch durch Werke der Liebe dem Mitmenschen zu und spendete den Bedürftigen freigebig Almosen. Auch unterstützte sie Kollegien und Ordensleute innerhalb und außerhalb der Klöster. Den Witwen und Waisen, den Kranken und Schwachen, den Aussätzigen, den in Ketten Geschlagenen und Gefesselten, den Obdachlosen und bedürftigen stillenden Müttern erwies sie Gutes. Ganz allgemein aber ließ sie nicht zu, das jemand, der um Hilfe zu ihr kam, ohne Trost von ihr wegging.
Weil diese Dienerin Gottes keine gute Tat unterließ, die in ihren Kräften stand, gab ihr Gott die Gnade, aus der Kraft Christi und seines Leidens auch dann alles auszuführen, wenn die Menschen in ihrer Not Dinge ersehnten, die über ihr menschliches Vermögen hinausgingen, so dass ihre Kräfte versagten. Wenn daher jemand zu ihr seine Zuflucht nahm, um von einem leiblichen oder seelischen Leiden befreit zu werden, dann hatte sie die Macht zu helfen – soweit es Gott gefiel und seinem Willen entsprach.
Sie hat sich mit Kraft gegürtet und ihren Arm stark gemacht; * darum wird ihre Lampe in Ewigkeit nicht erlöschen.
Sie gewährte Kranken und Schwachen Hilfe und Trost. * Darum wird ihre Lampe in Ewigkeit nicht erlöschen.
Die Haltung beim Gebet
Die alte Zeit hat gewusst, dass Haltung und Gebärde nichts Äußerliches sind. Sie können dazu werden, dann sind sie aber bereits verdorben. In Wahrheit reicht eine Gebärde von der Hand bis ins Herz zurück, und die Haltung des Körpers wurzelt im Innersten der Gesinnung. Haltung und Gebärde drücken aus, was im Innern lebt, was das Herz fühlt, und der Sinn meint – sie wirken aber auch in dieses Innere hinein, geben ihm Halt, formen und erziehen es. So ist es nicht gleichgültig, in welcher Stellung man betet. Wenn nicht irgendein Grund zwingt, kann man es in jeder Weise tun; hat man aber Freiheit, dann soll es in einer Weise geschehen, welche die Gott geschuldete Ehrerbietung ausdrückt, denn nicht nur die Seele, sondern der ganze Mensch soll beten. Diese Haltung hilft dann ihrerseits dem Innern, ehrfürchtig und gesammelt zu sein. Hier muss jeder sehen, was für ihn gut ist.
Die wichtigste Haltung des Betens wird immer noch das Knien sein. Es drückt die Ehrfurcht vor Dem aus, welcher der Heilige und Herr ist, und bringt das Innerste in Ernst und Bereitschaft. Allerdings muss man auch wirklich knien, nicht halb liegen. Es ist eine Haltung der Zucht, nicht der Bequemlichkeit, und die paar Minuten wird man sie schon durchführen können. Als Maßstab der Wahrheit braucht man sich nur zu fragen, was man sich wohl im Erwerbsleben oder beim Sport zumuten würde.
Eine schöne Gebetshaltung ist ferner das Stehen. Die christliche Frühzeit liebte sie sehr, dann hat sie sich verloren. Es wäre aber gut, sie neu zu entdecken, denn sie hat etwas Freies und Aufrechtes, drückt Bereitschaft und zugleich Würde aus. So kann sie unter Umständen helfen, über bedrückte oder dumpfe Augenblicke hinwegzukommen. Auch wenn man nichts zu sagen weiß und doch seinen guten Willen ausdrücken möchte, kann sie gut sein. Sie spricht dann wenigstens: „hier bin ich vor Dir“ – oder auch nur: „hier stehe ich vor Ihm“.
Das Sitzen bildet ebenfalls eine echte Gebetshaltung; allerdings das richtige, welches aufrecht und zusammengenommen ist. Es eignet sich besonders für die Betrachtung oder für ein stilles Weilen bei Gott.
Ebenso wichtig wie alle genannten Haltungen ist aber auch ihre Gegenform, nämlich jene, die rein innerlich bleibt und mitten unter den Leuten, auf der Straße, im Beruf, im geselligen Verkehr vollzogen werden kann, ohne dass einer sie wahrnimmt. Und es ist etwas sehr Schönes und Tiefes, wenn der Christ so das heilige Gott-Gegenüber in die Welt und unter die Menschen trägt. Er darf nur kein Wesen daraus machen, weder anderen noch sich selbst gegenüber.
Das gilt überhaupt für alles, wovon hier gesprochen worden ist. Wenn das Gebetsleben verwildert und seine Form zerfällt, ist das schlimm – ebenso schlimm sind aber Ordnung und Formen, wenn man ein unnatürliches Wesen daraus macht.
Herr, du Gott meines Heils, * lass mein Gebet zu dir dringen.
Zu dir schreie ich am Tag und bei Nacht, * Lass mein Gebet zu dir dringen.
Allmächtiger Gott, du hast die heilige Herzogin Hedwig zu einer Botin des Friedens gemacht und ihr die Gnade geschenkt, inmitten weltlicher Aufgaben ein Beispiel barmherziger Liebe zu geben. Hilf auf ihre Fürsprache auch uns, für Versöhnung und Frieden unter den Menschen zu wirken und dir in den Notleidenden zu dienen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Singet Lob und Preis.
Dank sei Gott, dem Herrn.