Stundenbuch
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile, mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Erwacht und singt in der Nacht;
es kommt das göttliche Wort, der Sohn,
der Himmel und Erde gemacht,
vom Thron in unsere Zeit und Niedrigkeit.
Erhebt euch, Menschen, und gebt ihm Ehr’,
der über das All ward gesetzt,
dem Kyrios Christ, der lebt im Jetzt
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Wort Gottes, dessen Macht und Ruf
im Urbeginn die Welt erschuf.
Du bist der Anfang und das Ende.
Der Himmel und die ganze Welt
sind deiner Hoheit unterstellt.
Du bist der Zeiten Lot und Wende.
Die Weisheit baute sich ein Haus,
darin spricht Gott sich selber aus,
und dieses Wort hat uns getroffen.
Nun ist die Welt nicht mehr so leer,
nicht mehr die Last so drückend schwer:
Der Weg zum Vater steht uns offen.
Christus, göttlicher Herr,
dich liebt, wer nur Kraft hat zu lieben:
unbewusst, wer dich nicht kennt;
sehnsuchtsvoll, wer um dich weiß.
Christus, du bist meine Hoffnung,
mein Friede, mein Glück, all mein Leben:
Christus, dir neigt sich mein Geist;
Christus, dich bete ich an.
Christus, an dir halt’ ich fest
mit der ganzen Kraft meiner Seele:
dich, Herr, lieb’ ich allein –
suche dich, folge dir nach.
Selig, wem Christusauf dem Weg begegnet,
um ihn zu rufen,alles zu verlassen,
sein Kreuz zu tragenund in seiner Kirche
für ihn zu wirken.
Bei ihm ist Christus,stärkt ihn in der Wüste,
schenkt ihm durch LeidenAnteil an der Freude.
Und seine Brüderspüren Christi Liebe
in seiner Nähe.
Durch seine Jüngerspricht zu uns der Meister,
ruft uns zur Umkehr,spendet Licht und Hoffnung.
In ihren Tatenwird die Botschaft Christi
für uns lebendig.
Vater im Himmel,heilig ist dein Name,
dein Reich wird kommen,das dein Sohn verheißen.
Hilf uns, im Geisteihm den Weg bereiten
als deine Boten. Amen.
Gott steht auf; seine Feinde zerstieben; die ihn hassen, fliehen vor seinem Angesicht. Halleluja.
Psalm 68, 2–11 · Gottes Siegeszug vom Sinai zum Zion
Er stieg hinauf zur Höhe und erbeutete Gefangene, er gab den Menschen Geschenke. (Eph 4,8)
(
Gott steht auf, seine Feinde zerstieben;
∗
die ihn hassen, fliehen vor seinem Angesicht.
)
Sie verfliegen, wie Rauch verfliegt;
†
wie Wachs am Feuer zerfließt,
∗
so vergehen die Frevler vor Gottes Angesicht.
Die Gerechten aber freuen sich und jubeln vor Gott;
∗
sie jauchzen in heller Freude.
Singt für Gott, spielt seinem Namen;
∗
jubelt ihm zu, ihm, der auf den Wolken einherfährt!
Preist seinen Namen!
∗
Freut euch vor seinem Angesicht!
Ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen
∗
ist Gott in seiner heiligen Wohnung.
Gott bringt die Verlassenen heim,
†
führt die Gefangenen hinaus in das Glück;
∗
doch die Empörer müssen wohnen im dürren Land.
Gott, als du deinem Volk voranzogst,
†
als du die Wüste durchschrittest,
∗
da bebte die Erde,
da ergossen sich die Himmel vor Gott,
∗
vor Gott, dem Herrn vom Sinai, vor Israels Gott.
Gott, du ließest Regen strömen in Fülle
∗
und erquicktest dein verschmachtendes Erbland.
Deine Geschöpfe finden dort Wohnung;
∗
Gott, in deiner Güte versorgst du den Armen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Gott steht auf; seine Feinde zerstieben; die ihn hassen, fliehen vor seinem Angesicht. Halleluja.
Gott ist ein Gott, der uns Rettung bringt; Gott, der Herr, führt uns heraus aus dem Tod. Halleluja.
Psalm 68, 12–24
Der Herr entsendet sein Wort;
∗
groß ist der Siegesbotinnen Schar.
Die Könige der Heere fliehen, sie fliehen.
∗
Im Haus verteilt man die Beute.
Was bleibt ihr zurück in den Hürden?
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Du Taube mit silbernen Schwingen, mit goldenem Flügel!
Als der Allmächtige die Könige vertrieb,
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fiel Schnee auf dem Zalmon.
Ein Gottesberg ist der Baschanberg,
∗
ein Gebirge, an Gipfeln reich, ist der Baschan.
Warum blickt ihr voll Neid, ihr hohen Gipfel,
†
auf den Berg, den Gott sich zum Wohnsitz erwählt hat?
∗
Dort wird der Herr wohnen in Ewigkeit.
Die Wagen Gottes sind zahllos, tausendmal tausend.
∗
Vom Sinai zieht der Herr zu seinem Heiligtum.
Du zogst hinauf zur Höhe,
∗
führtest Gefangene mit;
du nahmst Gaben entgegen von den Menschen.
∗
Auch Empörer müssen wohnen bei Gott, dem Herrn.
Gepriesen sei der Herr, Tag für Tag!
∗
Gott trägt uns, er ist unsre Hilfe.
Gott ist ein Gott, der uns Rettung bringt,
∗
Gott, der Herr, führt uns heraus aus dem Tod.
Denn Gott zerschmettert das Haupt seiner Feinde,
∗
den Kopf des Frevlers, der in Sünde dahinlebt.
Der Herr hat gesprochen: „Ich bringe sie vom Baschan zurück,
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ich bringe sie zurück aus den Tiefen des Meeres.
Dein Fuß wird baden im Blut,
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die Zunge deiner Hunde ihren Anteil bekommen an den Feinden.“
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Gott ist ein Gott, der uns Rettung bringt; Gott, der Herr, führt uns heraus aus dem Tod. Halleluja.
Ihr Königreiche der Erde, singt für Gott und spielt für den Herrn. Halleluja.
Psalm 68, 25–38
(
Gott, sie sahen deinen Einzug,
∗
den Einzug meines Gottes und Königs ins Heiligtum:
)
voraus die Sänger, die Saitenspieler danach,
∗
dazwischen Mädchen mit kleinen Pauken.
Versammelt euch und preist unsern Gott,
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den Herrn in der Gemeinde Israels:
voran der kleine Stamm Benjamin,
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im Zug die Fürsten von Juda,
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die Fürsten von Sebulon, die Fürsten von Naftali.
Biete auf, o Gott, deine Macht,
†
die Gottesmacht, die du an uns erwiesen hast
∗
von deinem Tempel aus, hoch über Jerusalem.
Wehr ab das Untier im Schilf, die Rotte der Starken,
∗
wehr ab die Herrscher der Völker!
Sie sind gierig nach Silber, tritt sie nieder;
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zerstreue die Völker, die Lust haben am Krieg.
Könige kommen mit Gaben,
†
aus Ägypten bringt man Geräte von Erz,
∗
Kusch erhebt zu Gott seine Hände.
Ihr Königreiche der Erde, singt für Gott,
∗
singt und spielt für den Herrn,
der dahinfährt über den Himmel, den uralten Himmel,
∗
der seine Stimme erhebt, seine machtvolle Stimme.
Preist Gottes Macht!
†
Über Israel ragt seine Hoheit empor,
∗
seine Macht ragt bis zu den Wolken.
Gott in seinem Heiligtum ist voll Majestät, Israels Gott;
∗
seinem Volk verleiht er Stärke und Kraft. Gepriesen sei Gott!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Ihr Königreiche der Erde, singt für Gott und spielt für den Herrn. Halleluja.
Ich will hören, was Gott redet.
Frieden verkündet der Herr seinem Volk.
Das Wirken der Weisheit in der Geschichte
Adam
Die Weisheit hat den Urvater der Welt nach seiner Erschaffung behütet, als er noch allein war; sie hat ihn aus seiner Sünde befreit und ihm die Kraft gegeben, über alles zu herrschen. Ein Ungerechter aber, der in seinem Zorn von ihr abfiel, ging durch seine Leidenschaft zugrunde, die ihn zum Brudermord trieb.
Noach
Die Weisheit hat die Erde, die seinetwegen überflutet wurde, wieder gerettet und den Gerechten auf wertlosem Holz durch die Wasser gesteuert.
Abraham
Als die Völker, einmütig nur in ihrer Schlechtigkeit, durch die Verwirrung ihrer Sprache getrennt wurden, erwählte sie den Gerechten und behütete ihn, sodass er vor Gott ohne Tadel war und trotz der Liebe zu seinem Kind stark blieb.
Lot
Als die Frevler zugrunde gingen, rettete sie einen Gerechten, sodass er vor dem Feuer fliehen konnte, das auf die fünf Städte fiel; von ihrer Schlechtigkeit zeugen heute noch rauchendes Ödland und Pflanzen, die zur Unzeit Früchte tragen, und eine Salzsäule ragt als Denkmal einer ungläubigen Seele empor.
Jene, die an der Weisheit achtlos vorübergingen, erlitten nicht nur Schaden, weil sie das Gute nicht erkannten, sondern sie hinterließen auch den Lebenden ein Mahnmal ihrer Torheit, damit nicht verborgen bleibe, worin sie sich verfehlt hatten. Die Weisheit aber rettete ihre Diener aus jeglicher Mühsal.
Jakob
Einen Gerechten, der vor dem Zorn des Bruders floh, geleitete sie auf geraden Wegen, zeigte ihm das Reich Gottes und enthüllte ihm heilige Geheimnisse. Sie machte ihn reich bei seiner harten Arbeit und vermehrte den Ertrag seiner Mühen. Sie half ihm gegen die Habsucht seiner Unterdrücker und verschaffte ihm Wohlstand. Sie beschützte ihn vor seinen Feinden und gab ihm Sicherheit vor seinen Verfolgern. In einem harten Kampf verlieh sie ihm den Siegespreis, damit er erkannte, dass Gottesfurcht stärker als alles andere ist.
Josef
Einen Gerechten, der verkauft worden war, ließ sie nicht im Stich, sondern bewahrte ihn vor der Sünde. Sie stieg mit ihm in den Kerker hinab und verließ ihn während seiner Gefangenschaft nicht, bis sie ihm das königliche Zepter brachte und Gewalt über seine Bedrücker. Sie überführte alle, die ihn beschuldigt hatten, als Lügner und verlieh ihm ewigen Ruhm.
Das Volk Israel
Sie hat ein heiliges Volk, ein untadeliges Geschlecht, aus der Gewalt einer Nation gerettet, die es unterdrückte. Sie ging in die Seele eines Dieners des Herrn ein und widerstand schrecklichen Königen durch Zeichen und Wunder. Sie gab den Heiligen den Lohn ihrer Mühen und geleitete sie auf wunderbarem Weg. Sie wurde ihnen am Tag zum Schutz und in der Nacht zum Sternenlicht. Sie führte sie durch das Rote Meer und geleitete sie durch gewaltige Wasser. Ihre Feinde aber ließ sie in der Flut ertrinken und spülte sie aus der Tiefe des Abgrunds ans Land. Darum plünderten die Gerechten die Frevler aus, sie priesen, Herr, deinen heiligen Namen und lobten einmütig deine schützende Hand. Denn die Weisheit hat den Mund der Stummen geöffnet und die Zungen der Unmündigen hat sie beredt gemacht. Sie ließ alles gelingen, was sie unter der Führung des heiligen Propheten unternahmen. Sie zogen durch eine unbewohnte Wüste und schlugen in unwegsamen Gegenden ihre Zelte auf. Sie leisteten ihren Feinden Widerstand und wehrten ihre Gegner ab. Als sie dürsteten und dich anriefen, wurde ihnen Wasser aus schroffem Fels gegeben, sodass sie ihren Durst stillen konnten aus hartem Gestein.
Die Weisheit gab den Heiligen den Lohn für ihre Mühen und geleitete sie auf wunderbarem Weg. * Sie wurde ihnen am Tag zum Schutz und in der Nacht zum Sternenlicht.
Die Weisheit leitete sie durch gewaltige Wasser, ihre Feinde aber ließ sie in der Flut ertrinken. * Sie wurde ihnen am Tag zum Schutz und in der Nacht zum Sternenlicht.
Martin von der Liebe
Martin zeigt am Beispiel seines Lebens, dass wir das Heil auf dem Weg erlangen können, den Christus gezeigt hat: wenn wir nämlich an erster Stelle Gott lieben aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit unserem ganzen Denken, an zweiter Stelle aber unsere Nächsten wie uns selbst vgl. Mt 22,37.39 .
Da Martin überzeugt war, dass Christus Jesus unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes hinaufgetragen hat vgl. 1 Petr 2,24 , schenkte er ihm seine Liebe vor allem als dem Gekreuzigten, und wenn er die bitteren Leiden des Gekreuzigten betrachtete, berührte es ihn so stark, dass er viele Tränen vergoss. Er liebte auch mit besonderer Zuneigung das erhabene Sakrament der Eucharistie, betete es viele Stunden lang an, in der Sakristei der Kirche verborgen, und wünschte es so oft wie möglich zu empfangen.
Gehorsam der Mahnung des göttlichen Meisters, schenkte der heilige Martin den Brüdern eine große Liebe, die aus seinem ungebrochenen Glauben und aus tiefer Demut des Herzens kam. Er liebte alle Menschen, weil er sie als Gotteskinder und seine Brüder betrachtete. Ja er liebte sie mehr als sich selbst, und zuweilen meinte er in seiner Demut, sie alle seien besser und gerechter als er. Die Fehler der andern entschuldigte er und verzieh das bitterste Unrecht, weil er überzeugt war, er verdiene wegen seiner Sünden noch viel härtere Strafen; mit allem Eifer mühte er sich, die Schuldigen wieder zum Guten zurückzuführen.
Den Kranken stand er gütig bei. Den Armen half er mit Speise, Kleidung und Arzneien. Den Landarbeitern, den Menschen schwarzer Hautfarbe und den Mischlingen, die zu jener Zeit für die niedrigsten Dienstleistungen herangezogen wurden, half er mit allem Eifer, soweit es in seiner Macht lag, so dass er im Volksmund mit Recht „Martin von der Liebe“ genannt wurde.
Dieser heilige Mann, der durch seinen Zuspruch und seine Tugend andere so erfolgreich für den Glauben gewann, vermag auch heute noch unsern Geist wunderbar zum Himmel zu erheben. Leider begreifen nicht alle diese Güter von droben, wie sie es sollten, nicht alle ehren sie, ja viele, die sich sündhaften Freuden hingehen, schätzen sie gering, finden sie langweilig und vernachlässigen sie völlig. Möge das Beispiel Martins ihnen die heilsame Lehre geben, wie gut und glücklich ein jeder ist, der in den Fußstapfen Jesu Christi steht und seinen göttlichen Geboten gehorcht.
Als Diener Christi soll man uns betrachten und als Verwalter der Geheimnisse Gottes. * Von Verwaltern verlangt man, dass sie sich treu erweisen.
Viele Menschen rühmen sich ihrer Güte, aber wer findet einen, auf den Verlass ist? * Von Verwaltern verlangt man, dass sie sich treu erweisen.
Wie man Gott im Sakrament der Eucharistie begegnen soll
Der Diener:
Wie soll ich denn über das Höchste nachdenken, wenn ich das Niedrigste nicht begreifen kann? Deine Gegenwart entzündet mich, aber deine Größe erschreckt mich; meine Einsicht will ihren Herrn ehren, aber mein Herz will sein einziges Lieb lieben und liebevoll umfangen. Du bist mein Herr und mein Gott, und du bist mein Bruder und, wenn ich es aussprechen darf, mein geliebter Gemahl. Herr, was gibt es noch auf dieser Welt, was mein Herz erfreuen und begehren könnte, wenn du dich meiner Liebe so liebreich hingibst? Es heißt zu Recht ein Sakrament der Liebe. Wo war je ein Lieberes gehört oder gesehen, als die Liebe selber in Gnaden zu werden? Herr, was liegt für eine besondere Kraft in dem leiblichen Sehen? Wem des Geistes Augen aufgetan sind, der braucht nicht viel auf das leibliche Schauen zu achten, denn die Augen des Geistes sehen eigentlicher und wahrer. Herr, wenn ich nur im Glauben weiß, so gut man es wissen kann, dass ich dich habe, was will ich dann mehr? – Ich hab’ dann alles, was mein Herz begehrt. Herr, es nützt mir tausendmal mehr, dass ich dich nicht sehen kann. Ach, liebes Gut, würdiger Herr und süßer Gast, meine Seele fragte gern eine Frage: Lieber Herr, sag mir, was bringst du deiner Geliebten mit deiner wahren Gegenwart in dem Sakrament, wenn sie dich liebend und sehnlich umfängt?
Antwort der Ewigen Weisheit:
Ziemt diese Frage einem Liebenden? Was habe ich denn Besseres als mich selber? Wer sein Lieb selber hat, nach wem hat der noch zu fragen? Wer sich selber gibt, was hat der versagt? Ich gebe mich dir und nehme dich dir und vereine dich mit mir: was bringt die Sonne in ihrem allerschönsten und glänzenden Widerschein der unbewölkten Luft? Was bringt der aufgehende lichte Morgenstern der finsteren Nacht? Oder was bringt die schöne Sommerwonne an freudiger Pracht nach der kalten, winterlichen, traurigen Zeit?
Der Diener:
O Herr, sie bringen reiche Gaben!
Antwort der Ewigen Weisheit:
Sie dünken dich reich, weil sie dir sichtbar sind. Siehe, die kleinste Gabe, die von mir ausgeht im Sakrament, hat in Ewigkeit einen stärkeren Widerglanz als der wirkliche Sonnenschein. Sie ist leuchtender als der Morgenstern, sie schmückt dich prächtiger in ewiger Schönheit, als je die sommerliche Pracht das Erdreich geschmückt hat.
Der Herr der Natur bewirkt im geheimen in manchem schönen Baum ein wunderbares Wachstum, was doch kein Auge und kein Sinn empfinden kann, ehe es vollbracht ist. Ich bin nicht ein ausstrahlendes Licht, ich bin nicht ein auswirkendes Gut, ich bin ein einwirkendes Gut, und das ist so viel edler, wie es geistiger ist.
Der Diener:
Ach Gott, wie wenig Menschen gibt es, die das von Grund auf zu schätzen wissen, was sie da empfangen! Sie gehen einher wie die andern alle in einer schlechten, unbedachten Weise, und so wie sie leer dahingehen, so gehen sie gnadlos von dannen.
Antwort der Ewigen Weisheit:
Wenn der Mensch tut, soviel er vermag, so wird nicht mehr von ihm gefordert; denn Gott vollbringt das Unvollbrachte.
Herr, zu wem sollen wir gehen? * Du hast Worte des ewigen Lebens.
Wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes! * Du hast Worte des ewigen Lebens.
Barmherziger Gott, du hast den heiligen Martin von Porres auf dem Weg der Armut zur himmlischen Herrlichkeit geführt. Mit großer Hingabe hat er den Notleidenden seiner Vaterstadt gedient. Wecke auch in uns die Bereitschaft, den Mitmenschen in Not und Krankheit beizustehen, und lass uns zusammen mit ihnen die Fülle des Lebens empfangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Singet Lob und Preis.
Dank sei Gott, dem Herrn.